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Free Mitglied, lauter Sehsucht

Lisboa X

Wolken... Heute erlebe ich den Himmel mit Bewußtsein, es gibt nämlich Tage, an denen ich ihn nicht anschaue, sondern höchstens fühle, weil ich in der Stadt lebe und nicht in der Natur, die sie einschließt. Wolken... Sie sind heute für mich die Hauptsache der Wirklichkeit und beschäftigen mich so, als ob das Überwachen des Himmels eine der größten Sorgen meines Schicksals sei. Wolken... Sie ziehen von der Hafeneinfahrt hinüber zur Burg, von Westen nach Osten, in zerstreutem, nacktem Tumult. Zuweilen erscheinen sie weiß, wenn sie zerfetzt die Vorhut von etwas Unbekanntem bilden; andere sind halbschwarz, wenn es länger dauert, bis sie der hörbare Wind hinwegfegt. Dunkel und schmutzigweiß sind sie, wenn sie bei ihrer Ankunft schwarz einfärben, was die Straßen an falschem Raum zwischen den Linien des Häusermeers öffnen.

Fernando Pessoa, Livro do Desassossego [Buch der Unruhe], 65 (154), 15.9.1931

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