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Patrick Rehn


Pro Mitglied, Bebra-Lüdersdorf

Landrücken-Umleiter

Als Ende April 2008 ein ICE in der Nähe von Fulda in eine Schafherde fuhr, welche aufgrund bis heute nicht vollständig geklärter Umstände die eingezäunte Weide verlassen hatte und sich am nördlichen Tunnelportal des längsten deutschen Eisenbahntunnel, dem sogenannten Landrücken-Tunnel (10.779 Meter), mitten im Gleisbereich befand saß ich abends vor dem Fernsehen und verfolgte die eingehenden Meldungen.

Als absehbar war, dass man in dieser Situation unglaubliches Glück gehabt hat und der entgleiste Zug quasi durch die Tunnelwand „geführt“ einige hundert Meter später zum Stehen kam dürfte jedem bewusst geworden sein, dass man die Technik zwar bis ins Letzte beherrschen kann, gegen bestimmte äußere Einflüsse jedoch nicht den Hauch einer Chance hat. Hier waren nicht, wie sonst üblich mehrere unglückliche Faktoren zusammengekommen (der einzige dürfte die entlaufene Schafherde sein), sondern viele glückliche Faktoren, dass abgesehen von einigen Verletzten und hohem Sachschaden keine Menschenleben zu beklagen waren.

Einige Zeit später hatte ich die Gelegenheit mit dem Lokführer des betroffenen ICE zu sprechen. Es war ein äußerst eindringliches und sich tief in mein Gedächtnis eingrabendes Gespräch: Alleine seine Schilderungen wie er die Situation selbst erlebt hat und die Art und Weise wie er spürte, wie sich sein „Fahrzeug“ in dieser Lage verhält lassen einen nachdenklich werden.

Die Schnellfahrstrecke Hannover - Würzburg blieb eine ganze Zeit im Abschnitt zwischen Fulda-Bronnzell und dem Betriebsbahnhof Burgsinn unpassierbar. Die tagsüber verkehrenden ICE und Intercity und die nachts hier entlangfahrenden Güterzüge wurden über die „alte“ Nord-Süd-Strecke über Jossa, Sterbfritz und Flieden umgeleitet.

Am Morgen des 11. Mai 2008 hatte ich südlich von Neuhof Stellung bezogen, wartete ich doch auf drei zu einem Dampfloktreffen nach Bebra fahrende Sonderzüge aus Frankfurt, Hersbruck und Hanau. Dabei gelangte auch der ein oder andere „Landrücken-Umleiter“ auf den Speicherchip meiner Kamera. Während ICE 1 auf diesem Streckenteil zum alltäglichen Bild gehören ist eine „Doppeltraktion“ zweier ICE 2 eher selten auf der Strecke zwischen Fulda und Frankfurt, in deren Verlauf sich Neuhof befindet.

So sind es der Triebzug 234 „Minden“ mit dem führenden 402 034-3 und der Triebzug 213 „Nauen“ mit dem führenden 402 013-7, welche einige Stunden zuvor ihre Fahrt als ICE-A 682 von München nach Hamburg begonnen haben. Der hintere Zugteil (Triebzug 213) wird sich in Hannover von seinem Bruder trennen und als ICE-A 632 nach Bremen fahren.

Aufnahmedatum: Sonntag, 11. Mai 2008 - 10:17 Uhr || Aufnahmeort: südlich Neuhof (Kr Fulda) [Nord-Süd-Strecke / KBS 615 „Kinzigtalbahn“] || Verwendete Kamera: Nikon D80

Kommentare 1

  • Bahnfrau Heidi 26. Januar 2011, 22:38

    Hallo Patrick,

    eine sehr gelungene Aufnahme vom ICE1. Da hat selbst der Wettergott pünktlich sein bestes Bild gesandt :-)

    LG Heidi

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Kamera D80
Objektiv AF-S DX Zoom-Nikkor 18-135mm f/3.5-5.6G IF-ED
Blende 5
Belichtungszeit 1/1250
Brennweite 44.0 mm
ISO 250