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KZ Sachsenhausen

Die Zeile Arbeit macht frei ist der Titel eines 1872 in Wien erstveröffentlichten Roman des deutschnationalen Autors Lorenz Diefenbach. 1922 druckte der antisemitische Deutsche Schulverein Wien Beitragsmarken mit der Aufschrift Arbeit macht frei. Wie es zu dieser Affinität des Spruchs zu deutschnationaler Ideologie kam, ist nicht ganz klar, spätestens aber seit seiner Verwendung als Tor-Aufschrift in Konzentrationslagern während der Zeit des Nationalsozialismus, insbesondere in Auschwitz ist sie an Zynismus kaum noch zu überbieten (Quelle: http://lexikon.freenet.de).

Das KZ Sachsenhausen wurde im Sommer 1936 von Häftlingen aus den Emslandlagern errichtet. Es war die erste Neugründung eines Konzentrationslagers nach der Ernennung des Reichsführers SS Heinrich Himmler zum Chef der Deutschen Polizei im Juli 1936. Die von einem SS-Architekten am Reißbrett als idealtypisches Konzentrationslager konzipierte Anlage sollte dem Weltbild des Nationalsozialismus architektonischen Ausdruck geben und die Häftlinge auch symbolisch der absoluten Macht der SS unterwerfen. Als Modell- und Schulungslager in unmittelbarer Nähe der Reichshauptstadt nahm das KZ Sachsenhausen eine Sonderstellung im System der nationalsozialistischen Konzentrationslager ein. Diese wurde unterstrichen, als 1938 die Inspektion der Konzentrationslager, die Verwaltungszentrale für alle Konzentrationslager im deutschen Machtbereich, von Berlin nach Oranienburg verlegt wurde. Zwischen 1936 und 1945 waren im KZ Sachsenhausen mehr als 200.000 Menschen inhaftiert. Häftlinge waren zunächst politische Gegner des NS-Regimes, dann in immer größerer Zahl Angehörige der von den Nationalsozialisten als rassisch oder biologisch minderwertig erklärten Gruppen und ab 1939 zunehmend Bürger der besetzten Staaten Europas. Zehntausende kamen durch Hunger, Krankheiten, Zwangsarbeit und Misshandlungen um oder wurden Opfer von systematischen Vernichtungsaktionen der SS. Auf den Todesmärschen nach der Evakuierung des Lagers Ende April 1945 starben noch einmal Tausende von Häftlingen. Etwa 3.000 im Lager zurückgebliebene Kranke, Ärzte und Pfleger wurden am 22.und 23.April 1945 von russischen und polnischen Einheiten der Roten Armee befreit (Quelle: http://www.gedenkstaette-sachsenhausen.de)
(19.07.2005, Canon EOS350D, 1/125s, f5.6, ISO100, 160mm@55-200)

Kommentare 8

  • Gert Rehn 7. Juni 2010, 8:55


    wie schnell konnte man in einem KZ landen, das Denunziantentum war üblich, um missliebige Leute und Nachbarn loszuwerden.
    Heute darf ja alles gesagt werden, aber damals führte schon ein falscher Satz ins KZ.
    man lese Eugen Kogon "Der SS-Staat".

    herzl. Gruß Gert
  • Eddi S. 10. März 2010, 14:17

    Wenigstens dieser Spruch ein für alle mal verheizt. Sonst könnte man den glatt auf Wahlplakaten der FDP wieder finden.
  • Haselmann Peter 11. Oktober 2009, 21:16

    Gegen das Vergessen.
    http://www.youtube.com/watch?v=CtsSNXYXccM
    Gruß
    Peter
  • Stefan D2 24. Juli 2005, 20:29

    @Martin: Ein wenig Text gehört zu solchen Motiven m.E. immer dazu, damit die Leutchen auch verstehen, was sie da zu sehen bekommen.
    @Jutta: Danke ;)
    @Holger: Ich hatte zuerst eine Version mit farbigen Hintergrund, fand dann aber auch s/w besser für das Motiv.
    @Silvia: Ich finde das auch reichlich zynisch!

    Gruß
    Stefan
  • Silvia S. 23. Juli 2005, 23:41

    Das Bild macht mich irgendwie traurig... es ist wirklich sehr zynisch, so ein Spruch in einem KZ.
    Gut abgelichtet!
  • Holger Bürgel 23. Juli 2005, 16:40

    Eine schöne Dokumentation der Vergangenheit, s/w passt bestens.

    LG Holger
  • Jutta Schär 23. Juli 2005, 15:15

    begegung mit der vergangenheit,
    gegen das vergessen,
    gut... dass du das bild
    mit dem text hier zeigst.... !!!
    lg jutta

  • Martin Heiligmann 23. Juli 2005, 14:42

    sehr gutes bild mit hochinteressantem text.
    wirklich gut gemacht.