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Krebsnebel M 1, ein Supernovaüberrest

Krebsnebel M 1, ein Supernovaüberrest

2.002 23

Krebsnebel M 1, ein Supernovaüberrest

Am 11. April 1054. beginnt die Geschichte zum obigen Himmelsobjekt.
In Flandern entdeckt ein Mönch am frühen Morgen einen Stern im östlichen Teil des Sternbilds Stier. Dieser Stern ist zuvor nicht dort gewesen. In den kommenden Tagen wird der Stern stets heller und ab dem 4. Juli notieren chinesische Beobachter, dass der Stern während 23 Tagen sogar tagsüber bei Sonnenschein sichtbar sei. Danach nimmt die Leuchtkraft des Sternes langsam wieder ab und er entzieht sich den menschlichen Blicken.

Bis 1731. Damals entdeckte John Bevis am Himmel erstmals ein Objekt am Ort des damaligen Ereignisses. Er fand aber keinen Stern, sondern ein nebliges Gebilde, den heutigen Krebsnebel.

Unabhängig von John Bevis beobachtete der Astronom Charles Messier am 28.8. 1758 den Nebel ebenfalls und gab ihm die Nummer 1 im berühmten Messierkatalog.

1844 nannte Lord Rosse das Gebilde „Krebsnebel“. Dies aufgrund des Aussehens im damaligen Riesenteleskop.

Ab 1942 studierte der deutsch-Amerikaner Walter Baade am 2,5-m-Spiegelteleskop auf der Mount Wilson Sternwarte die Struktur von M 1 genauer und fand, dass sich die Nebelelemente im Laufe der Zeit ausdehnten. Aufgrund der Expansionsgeschwindigkeit berechnete er den Ursprung ins Jahr 1180.

M1 ist hat das Interesse der Astronomen enorm geweckt und wurde deshalb eingehend erforscht. Heute weiss man deshalb, dass sich der Nebel mit der unglaublichen Geschwindigkeit von 1500 km/Sek. ausdehnt. (Etwa die Strecke von Kiel nach Rom)
1968 wurde dann ein Pulsar im Zentrum des Nebels entdeckt. Pulsare sind ganz irre Objekte. Für uns Menschen vorstellbar ist nur ihre Grösse. Ca. 25 Kilometer im Durchmesser dürfte der Krebspulsar messen. Seine Rotationsgeschwindigkeit lässt sich exakt messen. 33-mal pro Sekunde rast er um die eigene Achse, das ergibt eine Geschwindigkeit von 2600 km/Sek am Äquator. Die Dichte und somit die Anziehungskraft ist völlig unvorstellbar hoch. Liesse man auf diesem Pulsar einen Gegenstand aus 1 Meter Höhe zu Boden fallen, würde das Teil mit 2000 km/Sek. auf der Oberfläche aufschlagen.

Mehr Infos zu diesem hochinteressanten Himmelsobjekt z.B. unter

http://www.youtube.com/watch?v=q6XkFzN6STA


Angaben zu M1
Entfernung 6300 Lichtjahre
scheinbare Ausdehnung am Himmel 6 x 4 Winkelminuten ( ca. 1/6 des Vollmondes)
wirkliche Ausdehnung am Himmel 11 x 7 Lichtjahre.

Angaben zum Foto
Datum: 16. – 17. 11.2012
Ort: Weissenberge bei Matt, GL, 1250 m.ü.M.
Optik: Eigenbau - Newton, Lichtstärke 6.7
Öffnung, Brennweite: 306 x 2060 mm
Filter: ohne
Kamera: Canon EOS 20Da
Methode: mit Rauschunterdrückung (automatisch)
Bilder, Belichtungszeit: 17 Bilder, à 10 Min. bei ASA 800,
Kameraauslösung: mit Timer Software (P. Knappert)
Nachführung ST4
Bearbeitung: DSS, Fitswork, Photoshop CS4
Montierung: Eigenbau

Unerwartete Probleme der Nachführung in RH, haben die Sternabbildung und die Auflösung beeinträchtigt.

Am frühen Samstagmorgen gegen 5 Uhr, die letzten Bilder werden gerade belichtet, zeigt sich das Zodiakallicht am östlichen Horizont im Sternbild Löwe. Eine sehr klare Nacht geht zu Ende

Kommentare 23

  • feldweg 31. Mai 2015, 20:34

    ein faszinierendes Foto
  • drpeterandre 29. März 2015, 18:45

    Ein sehr schöner M1 und das ganz ohne Filter!
    LG
    Peter
  • Gerhard Neininger 31. Dezember 2014, 12:03

    Hallo Josef,

    habe an Dich gedacht,
    - dann Deine fc-Seite durchgeforstet und bin bei diesem schönen Ojekt hängen geblieben das Du wieder wunderbar aufgenommen, bearbeitet und beschrieben hast:-)))

    an dieser Stelle einen schönen Gruß in die schöne Schweiz,
    einen guten Rutsch sowie ein Gutes Neues Jahr mit vielen klaren Nächten
    LG Gerd
  • sabjoni 1. Dezember 2013, 19:14

    Toll...ich bin begeistert. LG Sabine
  • ev@w. 20. Juni 2013, 21:25

    ich bin fasziniert von dieser imposanten aufnahme !!
    ebenso die angeführte info !!
    lg eva
  • Daguma 21. April 2013, 11:35

    Ich bin immer wieder froh, wenn ich beim Schmökern die Begeisterung der Sternenforscher spüre - sei es aus Neugierde, Hobby oder Profession. Dafür lohnt es sich zu leben... Weiter so!
  • Retschi Z 21. April 2013, 10:30

    solche Bilder faszienieren mich immer wieder

    ganz Klasse

    LG Regina
  • Josef Käser 9. Dezember 2012, 11:45

    Danke Rudi für die Anmerkung.
    So ab Sommer 2013 will ich dann wieder viel mehr Astrofotografie betreiben.
    LG Sepp
  • Rudolf Dobesberger 9. Dezember 2012, 9:22

    Hallo Josef!
    Schön wieder mal was aus deiner Sternwarte zu sehen.
    Die Auflösung muß man aber erst mal so hinbekommen.
    Ich habs vergeblich versucht.

    GLG Rudi
  • Ruth U. 6. Dezember 2012, 17:18

    Vielen Dank, Sepp! :-)
  • Josef Käser 5. Dezember 2012, 18:40

    Sighard und Ruth, auch Euch danke für die Anmerkungen.
    @Sighard: Toll dass Du das selber messen konntest, ich hab die Angabe einfach aus dem Internet.

    @Ruth: Der Nebel wird eine immer grössere Fläche bedecken, dadurch verdünnt sich die leuchtende Nebelsubstanz. ER wird also grösser aber die Helligkeit nimmt ab. In ein paar Zehntausend Jahren ist er vermutlich nicht mehr zu sehen. Aber dann schauen wir ja auch nicht mehr danach:-)

    LG Sepp
  • Ruth U. 4. Dezember 2012, 18:42

    Sepp. das ist nicht nur ein großartiges Bild, dass Du uns hier präsentierst, auch Deine Informationen dazu sind mehr als spannend, auf mich wirkt der Nebel ein wenig wie ein Gehirn, naja, man muss eben Fantasie haben :-) aber im Ernst, er sieht wunderschön aus, ich bin immer wieder fasziniert von Deinen Bildern und den Schönheiten, die in unserem Universum zu finden sind ... wenn sich der Nebel so ausdehnt, bedeutet das, dass er immer sichtbarer wird?
    LG Ruth
  • Sighard Schraebler 3. Dezember 2012, 23:11

    Hallo Josef,
    habe das vor 30 Jahren mal nachgemessen und fand, dass man nicht bis auf 1180, eher auf 1380 kommt. Wahrscheinlich hat die Ausdehnungs-Geschwindigkeit mit der Zeit nachgelassen. Klasse Bild & Text!

    LG Sighard
  • Josef Käser 3. Dezember 2012, 20:31

    Vielen Dank allen welche etwas zu meinem Krebsnebel geschrieben haben. Die positiven Anmerkungen freuen mich sehr.
    @Claus-Dieter: Ja die Ränder sind etwas beschitten, das Bild ist ca. 60% der Sensorfläche gross. Bei 750 mm Brennweite wird der Nebel 1.3 mm gross auf dem Sensor abgebiletet oder z.B. bei Pixelgrösse von 0.0064mm auf 204 Pixel verteilt.

    LG Sepp
  • Agapy 3. Dezember 2012, 15:50

    Da hast Du mich wieder einmal erfolgreich am Bildschirm festgehalten mit Deinem faszinierenden Bild und natürlich auch mit Deiner hochinteressanten Beschreibung. Das kann man, als nicht mit diesem Gebiet befaßter Mensch, alles nur mit großem Staunen betrachten und in sich aufnehmen.

    LG Roswitha