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Was ist neu?

Alan Murray-Rust


Free Mitglied, Nottingham

Kraftwerk

Auf der ehemalige Krupp Gelände bei Schacht Amalie, Essen Altendorf.
Genaueres Hinweis gewünscht!
Canon EOS 350D DIGITAL; Canon18.0 - 55.0 mm @ 21.0 mm (= 34mm KB); 1/8; f13.0: ISO 100

Kommentare 6

  • Alan Murray-Rust 12. April 2007, 10:45

    @Micha
    Herzlich Dank für die umfassende Beschreibung
    Gruss
    Alan
  • Michael C. K. 11. April 2007, 21:48

    Als eine der frühen Mergelzechen und als Rest einer unmittelbar in das Werksgelände eingebundenen Krupp-Zeche ist Helene & Amalie von enormem historischen Wert, die erhaltenen Bauten zeugen von Rationalisierungsbestrebungen der 1920er und 1930er Jahre.

    Die von dem Bonner Architekten Christian Bauer entworfenen Bauten sind in größerem Umfang erhalten. Bauer realisierte für die Tagesanlagen von Amalie/Marie eine Architektur, die sich in der Konstruktion mit den tragenden Zweigelenkrahmen in Vollwandbauweise an den in den 1920er Jahren entwickelten Stahlbau anlehnt. Abweichend von der Stahlfachwerkarchitektur des vrausgegangenen Jahrzehnts verblendete Bauer die Gebäude jedoch vollständig mit vorgehängten Backsteinwänden. Zur Gliederung der Fassaden verwendete er halbsteinstarke, knapp vorspringende Ziegelstreifen, die die Fensteröffnungen begleiten und sie zu vertikalen und horizontalen Fensterbändern zusammenfassen. Mit dieser Architektur lehnte sich Bauer stark an eine Formensprache an, die Körner 1927 am Kauen- und Verwaltungsgebäude der Schachtanlage Helene/Bertha verwirklicht hatte oder auch an Bauten von Alfred Fischer (siehe Förderturm Zeche Königsborn in Unna) und befand sich damit noch in der Tradition der klassischen Moderne.
    Die Durchsetzung dieser Architektur stieß jedoch 1936 im NS-Staat auf Schwierigkeiten. Der Bauantrag für das Kessel- und Pumpenhaus wurde als "künstlerisch nicht reif" abgeleht. Kritisiert wurden die waagerechten Fensterbänder, die der inneren Konstruktion nicht entsprächen. Die Frima Krupp wurde an die Reichskammer für bildende Künste verwiesen oder sollte einen anderen Architekten beauftragen. Krupp jedoch bestand auf Ausführung der Pläne. Nach einem vermittelnden Gespräch unter Hinzuziehung des Essener Staudtbaurates Sturm Kegel konnte Bauer seine Vorstellungen im wesentlichen verwirklichen. Im Oktober 1938 war die Anlage fertiggestellt und wurde von Reichsorganisationsleiter Ley besichtigt.

    Bei dem Kessel- Pumpenhaus handelt es sich um eine Backsteinanlage mit dem hochaufragenden Kesselhaus für fünf Steilrohrkessel, einer vorgelagerten schmalen Halle über der Tiefbunkeranlage, einem seitlich angefügten flacheren Gebäudekomplex für Pumpen und Wasseraufberietung und einen Wasserturm.
    Das Kesselhaus ist ein hoher Hallenbau mit einer Primärkonstruktion aus Stahlbindern in Vollwandweise und vorgehängten Backsteinfassaden. Der Südfassade ist ein gebäudehoher Treppenturm mit vertikalen Fensterbändern vorgestellt. Rechts und links des Treppenturmes dienen große Fensterflächen zur Belichtung der dahinter liegenden Beschickungs- und Überwachungsbühne der Kessel.
    Im übrigen wird die Halle durch horizontale Fensterbänder belichtet. Alle Fenster werden eingefaßt von vorspringenden Ziegelsteinstreifen; das Dach schließt ab mit einem zweifach vorspringenden Traugesims aus Naturstein. Dem Kesselhaus vorgelagert ist eine langgestreckte schmale Backsteinhalle mit analogem Fassadenaufbau. Diese halle steht über einem Tiefbunker, in den über Eisenbahnwaggons die zur Verbrennung bestimmten Kohlen eingefüllt wurden. Die Kohle gelangte mit Becherwerken auf die Bekohlungsbühne über den Bunkern des Kesselahuses.

    Ausstattung:
    im Inneren des Kesselhauses sind vier Steilrohrkessel erhalten; ein fünfter Kessel wurde ausgebaut. Ursprünglich wurden alle Kessel mit Kohle beheizt: Kessel 1 war ausgebildet als Wanderrostkessel, Kessel 2 als Schmelzkammerkessel, Kessel 3 als Schmelztrichter-, zuvor Schrägrostkessel, Kessel 4 als Schrägrostkessel. Die Kessel 2 bis 4 sind von 1936. Der Kessel 1 wurde ebenso wie der nicht erhaltenene Kessel 5 später hinzugefügt. Alle Kessel wurden Anfang der 1970er Jahre auf Gasfeuerung umgestellt und wahlweise mit ERd- oder Koksofengas aus dem Netz der Ruhrgas beheizt. Gaszuführung und Brenner sind bei den Kesseln 1 und 4 an den vorderen Stirnseiten, bei den Kesseln 2 und 3 an den Längsseiten angeordnet. Seit Umstellung der Befeuerung auf Gas ist die Verbindung zwischen Bunkern und Kessel unterbrochen. Die zugehörigen Bedienungs- und Kontrollinstrumente sind demontiert. Die Kessel werden seither von der zentralen Schaltwarte überwacht und bedient.

    Quelle:
    Zechen und Kokereien im rheinischen Steinkohlenbergbau
    Aachener Revier und westliches Ruhrgebiet
    Ausgabe 1998, Seiten 363-364 und 369-371

    Gruß
    Micha
  • Pierre Soff 11. April 2007, 14:08

    @ gottfried
    ich denke mal doch das die dampfrohre die vom kesselhaus rüber in das generatorenhaus gehen geplant waren !!!
    irgendwie muß man ja den dampf da rüberkriegen ;-)

    glückauf
    pierre

  • Karsten M 10. April 2007, 20:07

    Klasse diese Aufnahme!VG Karsten
  • Klaus Kieslich 10. April 2007, 14:17

    Klasse Dokuaufnahme in s/w !
    Gruß Klaus
  • indugrafie (punkt) de 10. April 2007, 14:13

    wichtigster hinweis: im zuge der bebauung des sogenannten krupp-gürtels wird das kraftwerk bald abgebrochen werden.

    die ansicht von dem gewählten aufnahmestandpunkt gefällt mir sehr gut.

    gruß Björn