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Detmar K.


Free Mitglied, T ü bingen

Komma-Dickkopffalter

Der Komma-Dickkopfalter (Hesperia comma) ist eine typische Art der Magerrasen. So konnte ich diesen Falter in einer Wacholderheide im Heckengäu südwestlich von S tuttgart fotografieren. Seine Eier legt er an mageren Grasarten ab, am liebsten an sogenannten Störstellen (z.B. an offene Stellen, an einem Viehtritt etc.). Von oben ist die Art am ehesten mit dem Rostfarbigen Dickkopffalter (Ochlodes sylvanus) zu verwechseln, die auffälligen Silberflecken auf der Unterseite lassen aber keinen Zweifel über seine Identität zu.

Da die Bestimmung der braun-orangen Dickkopffalter immer wieder Schwierigkeiten bereiten, hier noch mal die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale:

Es gibt in Deutschland 5 verschiedene Dickkopffalter mit braun-oranger (!) Grundfarbe. Zwei davon haben ein ausgeprägtes Fleckenmuster:

(1) der Kommafalter (Hesperia comma) hat ähnlich der nächsten Art gelbliche Flecken auf der Oberseite. Erkennbar ist er aber anhand der auffälligen Silberflecke auf der Unterseite (siehe Bild oben).

(2) der Rostfarbige Dickkopffalter (Ochlodes sylvanus / = Ochlodes venatus) hat ein charakteristisches Muster heller Flecken auf den Flügelober- und unterseiten. Auf der Flügelunterseite finden sich verschiedene Farben: grün, beige, braun, orange.



Dann gibt es 2 Braundickkopffalterarten, die auf der Unterflügelunterseite keine besonderen Flecken aufweisen. Die Unterseiten sind orange-beige - manchmal auch mit eine Grünton drin - und ohne jeglichem Hell-dunkel-Kontrast:
(3) Der Schwarzkolbiger Braundickkopffalter (Thymelicus lineola) hat schwarze Kolbenspitzenvorderseiten,

(4) der Braunkolbiger Braundickkopffalter (Thymelicus sylvestris) hat braune Kolbenspitzen.
Wichtig ist, dass bei diesen beiden Arten die Kolbenspitzen von vorne betrachtet werden!! Auf folgendem Bild erkennt man den Unterschied gut (einigermaßen gut zu sehen sind dort die recht einheitlich gefärbten Flügelunterseiten ohne jegliche Zeichnung:

Mama lineola, Papa sylvestris und ihr adoptiertes Käferlein..
Mama lineola, Papa sylvestris und ihr adoptiertes Käferlein..
Detmar Koelman ²

Zum Schuß gibt es noch

(5) den Mattscheckigen Braundickkopffalter (Thymelicus acteon). Er ähnelt in der Grundfärbung der Flügelunterseiten sehr den beiden Arten lineola und sylvestris, allerdings hat er eine bogenförmige Fleckenreihe auf der Vorderflügeloberseite, die auch auf der Unterseite sichtbar sein kann.
Mattscheckiger Braundickkopffalter
Mattscheckiger Braundickkopffalter
Detmar K.


Bei diesen ähnlichen 5 Arten lassen sich die Männchen anhand von dunklen Duftstrichen auf der Vorderflügeloberseite von den Weibchen unterscheiden.

SG, Detmar

Kommentare 10

  • Uwe G. 15. August 2004, 0:41

    Hier freut es mich ja besonders das du wieder meine Bilder zum Vergleich der Arten herangezogen hast :-)
    Wie gesagt ich bin noch Anfänger aber immer am Lernen.Deshalb wieder äußerst informativ.Mittlerweile hab ich mir auch mal ein preiswertes Bestimmungsbuch für Unterwegs zugelegt.Aber auch schon germerkt das viele Arten darin fehlen :-(
    Dein Foto find ich wie immer sehr gut.Der Hintergrund ist diesmal etwas unruhiger.Stört mich aber nicht unbedingt.

    Grüße Uwe
  • Karl G. Vock 14. August 2004, 13:07

    Die Aufnahme wirkt sehr plastisch; nahezu Dreidimensional.
    Sieht sehr gut aus.

    Gruß Karl
  • Anne Gie. 14. August 2004, 11:02

    Hut ab !!!
    Deine Beschreibung ist superinteressant !!!
    Und das Bild sowieso ....tolle Schärfe,klasse Farben!! Wirklich wieder sehr gelungen :O)
    LG, ANNE
  • Mario Finkel 14. August 2004, 10:46

    Hallo Detmar,

    vielen dank für die Information. Ich werde mich da nochmal ein bisschen informieren, vielleicht sie ich sie ja auch mal.

    LG mario
  • M.Gebel 14. August 2004, 10:31

    @Detmar: Kein Problem! Ich schreibe dir eine persönliche Email...aber später!!!
  • Detmar K. 14. August 2004, 10:11

    Hallo Mario, die nächsten Vorkommen von Flensburg aus sollen wohl in Nordfriesland sein. Gruss, Detmar
  • Detmar K. 14. August 2004, 10:09

    Hallo Markus,
    "Wiesen" und "Maculinea-Arten" hört sich ja sehr interessant an. Kannst Du beides näher beschreiben (interessiert mich sehr!)?

    Hier in der weiteren Umgebung (Sprich: Radius von 25km) von T ü bingen gibt es insgesamt 4 Ameisenbläulingsarten: M. nausithous (mehrere Populationen) besiedelt feuchtere Wiesen, M. teleius (eine einzige Population) kommt in einem lückigen, nicht ganz so feuchtem Wiesengebiet vor. Die Habitate dieser beiden Arten ist für Hesperia comma jedoch einfach nicht trocken genug, so daß ich die Art dort nie gesehen habe.

    M. rebeli hat weit und breit nur noch eine Restpopulation, H. comma konnte ich dort ebenfalls nicht feststellen (die Vegetation ist etwas zu hoch), wäre eventuell aber denkbar (rebeli fliegt auch früher als comma).

    Zum Schluß haben wir auf Wacholderheiden sowie stark mit Schafen beweidete Halbtrockenrasen wenige, kleine M. arion Populationen, die auch von H. comma besiedelt sind. Diese Art ist kommt in NRW aber nur im Bergland vor und ist dort vom Aussterben bedroht, so dass Du arion wahrscheinlich nicht meinst?

    Eventuell hast Du ja auch ein paar Habitatbilder, die Du mir schicken könntest, mit (grober) Angabe wo sich Deine Fundort befinden? Danke!
    Gruss, Detmar

  • Mario Finkel 14. August 2004, 10:04

    Hallo Detmar,

    sehr schönes Bild mit einer super Beschreibung.

    Ich habe diese Art leider noch nie gesehen, es soll aber Vorkommen dieser Art in SH geben.

    LG Mario
  • Klaus Kieslich 14. August 2004, 9:50

    Tolles Macrobild,wie von Dir gewohnt und eine umfangreiche Info dazu !
    Gruß Klaus
  • M.Gebel 14. August 2004, 7:57

    Schön beschrieben Detmar, denn für viele ist es wirklich sehr schwierig, die einzelne Dickkopffalter-Arten zu unterscheiden. Bei abgeflogenen Faltern im Feld ist es sowieso immer schwieriger mit der Bestimmung.
    Hesperia comma habe ich häufiger neben Maculineaarten auf Wiesen angetroffen, obwohl es schon eine andere "Geschichte" zwischen diesen beiden Familien ist. Hier am Niederrhein ist diese Art recht selten.
    Gut getroffen mit einer schönen Beschreibung, wie man sich es von Büchern erhofft. Dort fehlt es dann aber meist, an solch detaillierte Erklärung.

    LG aus Duisburg
    Markus Gebel