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Harald Finster


Free Mitglied, Aachen

Kokerei Anna

Blick auf die Kokerei Anna in Alsdorf.
Im Vordergrund der Bahnhof der Kokerei und Grube. Links erkennt man die Misch- und Mahlanlage (Bj. 1926/27, Erweiterung 1958) und dahinter den charakteristischen Hammerkopf-Kohlenturm von 1922/23 mit Batterie III. (Quelle: Zechen und Kokereien im rheinischen Steinkohlenbergbau, Aachener Revier und westliches Ruhrgebiet, Walter Buschmann)
Die Anlage wurde Mitte der 90er Jahre komplett abgerissen, obwohl sie eines der bedeutendsten technischen Denkmale in Deutschland darstellte. An keinem anderen Standort waren so vielfältige technische Anlagen vom Beginn des 20. Jahrhunderts erhalten. Die technische Entwicklung der Kokereitechnik war hier mustergültig nachvollziehbar.
Hinzu kam die herausragende architektonische Qualität der Kokereibauten.
Aufnahme vom 20.8.1990
Technik:
Hasselblad 2000 FC/M, Zeiss Planar 80/2.8, APX 25

Siehe auch:
http://www.hfinster.de/StahlArt2/archive-Anna-de.html
http://www.hfinster.de/StahlArt2/archive-Anna_Colliery-de.html

Kommentare 20

  • Udo Afalter 14. Juli 2005, 21:53

    Die FDP ist klein, aber SAUGEFÄHRLICH. Unser Umweltminister ist von der FDP (!!!) und er macht alles Platt.Und das zum wohle des Profits.

    Gruß, Udo
  • Harald Finster 14. Juli 2005, 15:04

    @Udo: ja, dem kann ich nur weitere Beispiele hinzufügen:

    - Maxhütte Sulzbach Rosenberg (ok, die CDU heisst dort CSU)

    - Materialseilbahn Dossenheim http://www.dossenheim.de/servlet/PB/menu/1077233_pinhalt_l1/inhalt.html
    hier ging es wohl in erster Linie darum, dass einige Spekulanten sich fette Gewinne vom Verkauf von Baugrundstücken versprachen (dem die Materialseilbahn angeblich im wege war).

    Übrigens hatte ich kürzliche eine Anfrage der FDP Heinsberg, die mein Foto vom Gerüst von "Sophia Jacoba" auf deren Webseite verwenden wollte. Die Peinlichkeit dieser Anfrage war denen wohl schon selbst bewusse, da sie schrieben: "Sicherlich steht die FDP nicht gerade für die Unterstützung der Steinkohleförderung, gleichwohl ist Schacht Drei eine feste und unverrückbare Größe in der Geschichte und in der Entwicklung der Stadt Hückelhoven." ... eine 'unverrückbare Grösse', deren Zerschlagung sich diese Partei auf die Fahnen geschrieben hat.

    Gruss Harald

  • Udo Afalter 13. Juli 2005, 22:30

    Die CDU ist auf alles Stolz "was platt gemacht wird", zur Zeit macht Christian Wulff Niedersachsen platt ;-(

    Die wollen an der Elbe die letzten natürlichen Naturschutzgebiete vernichten. Damit an der Elbe mehr Profit gemacht werden kann.

    Später macht uns die Bundes CDU ganz PLATT :-(((

    Gruß, Udo
  • Hans-Peter Möller 15. Juni 2005, 16:17

    Solche Industrieanlagen ziehen mich magisch an. Toll, dass du so etwas hier zeigst mit informativem Text.
    Grüße aus Berlin
  • Harald Finster 13. Juni 2005, 22:24

    @Alan: ob Polen zum Westen gehört - schwer zu sagen.
    Hat der Ofen Begichtung per Setzkübel? Das ist auf dem Bild nicht eindeutig erkennbar.
    Gruss Harald
  • Alan Murray-Rust 13. Juni 2005, 20:53

    Gehört dieses auch zum 'Westen' oder . . . ?
    "Huta Pokoj" S.A.
    "Huta Pokoj" S.A.
    Alan Murray-Rust

    Und ob das immer noch in Betrieb ist bin ich nicht sicher.

    Zum Bild: Bildaufbau gefällt besonders da die mittlere VBBrücke die Dachlinie des linken Gebäudes genau verlängert.

    Gruss
    Alan
  • Harald Finster 13. Juni 2005, 13:39

    @Kai: es gibt zwar eine relativ grosse Anzahl erhaltener Hochöfen, aber auch hier gibt es erhebliche Lücken in der Dokumentation durch Sachzeugen: so gibt es in Westeuropa keinen einzigen gebänderten Hochofen mehr - eine Technik, die den Übergang von Öfen mit Rauhgemäuer (z.B. http://www.hfinster.de/StahlArt2/archive-Wales-BW-200-2-27.08.1998-de.html) zu den heute üblichen Hochöfen mit Stahlpanzerung markiert. Im Siegerland gab es solche gebänderten Öfen noch mindestens bis Ende der 60er Jahre. (Siehe z.B. bei B&H Becher)

    Weiterhin fehlen Hochöfen mit Begichtung durch Setzkübel über Schrägaufzug.
    In Deutschland ist der letzte derartige Hochofen Mitte der 90er Jahre vom Gelände der Thyssen-Hütte in Bruckhausen verschwunden:
    http://www.hfinster.de/StahlArt2/archive-SteelDuisburg-BW-51-5-13.04.1991-de.html
    Weitere Beispiele gab es noch in Belgien:
    http://www.hfinster.de/StahlArt2/archive-Boel-BW-2110-7-14.08.2002-de.html
    Auch diese Öfen sind inzwischen Geschichte.

    Es ist ein grosser Glücksfall, dass mit den Öfen der DK-Recycling zumindest noch zwei Exemplare mit Begichtung per Vertikalaufzug aktiv sind.
    http://www.hfinster.de/StahlArt2/archive-DKRecycling-BW-4055-1-24.08.2003-de.html
    Um den ebenfalls mit Vertikalaufzug bestückten Hochofen der Maxhütte ist es ja sehr schlecht bestellt.
    http://www.hfinster.de/StahlArt2/archive-Maxhuette-BW-1430-3-19.04.2003-de.html
    Die vertikal begichteten Öfen der Halberger Hütte sind inzwischen verschwunden:
    http://www.hfinster.de/StahlArt2/archive-HalbergerHuette-de.html

    Gruss Harald
  • Kerstin-J. Schorer 13. Juni 2005, 13:17

    ne, zum historischen wert braucht man hier wirklich nichts mehr sagen. ich habe mir sämtliche "verhübschungs"maßnahmen und -taten der stadt angeschaut war wirklich entsetzt! eine solch sterile grünfläche habe ich bisher noch nicht gesehen.

    ... ja, und zum technischen wurde auch alles gesagt ;-)
    grüßle
  • Harald Finster 13. Juni 2005, 13:15

    @all: danke!
    @Ralf: der Anschläger war eine Glocke, mit der dem Fördermaschinisten Signale zum Fahren des Förderkorbs gegeben wurden. Am Eduardschacht konnte man dieses 'Bimmeln' bis zur Strasse hören.
    Übrigens gibt es diese Technik heute noch - beispielsweise auf Fürst Leopold in Dorsten.
    Gruss Harald
  • Christian Brünig 13. Juni 2005, 12:53

    Ein Foto mit einem spannenden Bildschnitt! Nicht eine "dokumentaristische" Totale, sondern ein konsequenter Ausschnitt, der sogar mutig den kleinen Kaminkühler rechts anschneidet, der daamit Rahmen gestaltet - Ergebnis ist ein Bild mit einer sehr "dichten" Komposition. Über den historischen Wert des Fotos muss ich nix mehr sagen.
  • Zelluloidfreak 12. Juni 2005, 22:20

    Klasse Aufnahme, der Schnitt rechts durch den Kühlturm ist schon ziemlich gut. Der Kohlenturm könnte noch einen Tacken mehr Kontrast vertragen.

    Zu Deiner Bildunterschrift - Irgendwo im Netzt gibts auch ein Dokument des LWL über das Stahlwerk der Henrichshütte das erst mal richtig beschreibt, _was_ da eigentlich abgerissen worden ist. Hört sich im Tenor ähnlich an wie Deine Bildunterschrift. Traurig ist ja auch, daß oft nicht so öffentlichkeitswirksame aber technikgeschichtlich wichtige Anlagenzweige der Bevorzugung von "plakativen" Anlagenteilen zum Opfer fallen. Beispiele wären die 6 erhaltenen Hochöfen gegenüber 0,5 Stahlwerken (E-Stahlwerk OB ist ja nahezu platt) und 387 Fördertürme gegenüber 1,5 Kokereien im Revier (Hansa zählt nicht mehr voll seit da willkürlich eine Schneise durchgeschlagen wird).

    Ciao, Kai

    PS: Chlorophyllwüste ist klasse :))
  • Jörg Schönthaler 12. Juni 2005, 21:47

    schickes bild .

    jörg
  • Harald Finster 12. Juni 2005, 21:22

    @Horst: ja, Du sagst es. Nicht einmal der zurückkehrenden Natur hat man eine Chance gegeben :-(
    Gruss Harald
  • Harald Finster 12. Juni 2005, 21:02

    So unvorstellbar grauenvoll sieht das heute aus:
    http://www.cdu-alsdorf.de/anna-park.html
    und man ist auch noch stolz auf diese Chlorophyllwüste.
    Und hier die geplante Verunstaltung der ehemaligen Energiezentrale:
    http://www.cdu-alsdorf.de/erlebnisstadt.html

    Dort brüstet man sich vollmundig mit:
    "Alsdorf - eine Kultur- und Erlebnisstadt - der ganz besonderen Art."
    Nun, das besondere Erlebnis kann man in Alsdorf nicht mehr erleben. Es gibt keinen nächtlichen Feuerschein mehr über der Kokerei, der Klang des Anschlägers ist für immer verklungen, der ölgeschwängerte Duft der Dampfloks ist verdampft. Nichts erinnert an die grösste Kokerei Europas mit ihrer imposanten Kulisse, die einst Industriekultur-Fans aus der ganzen Welt anzog.
    An die Stelle einer einzigartigen Welt, die ein Erlebnis für alle Sinne bot, ist eine sterile, austauschbare Kunstwelt getreten, ein langweiliger Park ohne Profil, mit Shopping-Mall, austauschbar, ohne Charme, ohne architektonischen Anspruch, ein anonymer Kasten, der auch in irgendeinem US amerikanischen Gewerbepark stehen könnte.
    Nein, von "besonderer Art" ist der Anna-Park nicht. Man hat hier das wirklich Besondere gnadenlos ausradiert und durch banales Einerlei ersetzt.
    Die wenigen unzusammenhängenden verbliebenen Fragmente können nicht darüber hinwegtäuschen, dass hier eines der bedeutendsten Industriedenkmale des 20. Jahrhunderts vernichtet wurde.

    Gruss Harald
  • SPERRZONE 12. Juni 2005, 18:25

    deine grauwerte und schärfe faszinieren mich immer wieder! krönender abschluss untern sind die kohlenwagen.
    greetz,
    beat