Diese Website verwendet Cookies, um verschiedene Funktionalitäten bereitzustellen, Anzeigen zu personalisieren und Zugriffe zu analysieren. Durch die Nutzung dieser Website erklärst Du Dich damit einverstanden, dass Cookies verwendet werden. Weitere Informationen  OK

Was ist neu?

Horst Schulmayer


Pro Mitglied, Region Stuttgart

Kathedrale Notre-Dame, Reims, Mittelportal

Der erste Kirchenbau entstand bereits im 5. Jahrhundert[2] auf den Überresten gallo-römischer Thermen.[3] Der Bau der Kathedrale von Reims wurde im Jahr 1211 begonnen, nach einem verheerenden Brand von 1210, wie auch die Errichtung der gotischen Kathedralen von Chartres 1194 und Amiens 1218 nach Brandkatastrophen der Vorgängerbauten begann. Reims kann als eine Art Nationalheiligtum der Franzosen bezeichnet werden, denn sie war die Krönungskirche des französischen Königtums. Nach der Legende hatte gegen Ende des 5. Jahrhunderts der hl. Remigius als Bischof von Reims den Frankenkönig Chlodwig I. getauft und mit einem vom Himmel herab gesendeten Öl gesalbt. Daraus leitete der Reimser Erzbischof das Recht ab, in seiner Kathedrale jeden neuen König von Frankreich zu krönen und zu salben.

Diese Bedeutung führte im Ersten Weltkrieg zu einer mehrtägigen Beschießung durch die deutsche Artillerie. Erste Granateinschläge trafen die Kathedrale schon kurz bevor deutsche Truppen die Stadt am 4. September 1914 kurzfristig besetzten, die eigentliche Beschießung der Kathedrale fand aber erst nach der Rückeroberung von Reims durch französische Truppen am 13. September statt. Am 19. September schlugen 25 Granaten ein und das Dach der Kathedrale begann zu brennen. Die Beschießung der Königskirche, eine militärisch weitgehend sinnlose Maßnahme, diente offenbar der Bemäntelung dieser Niederlage und der Demütigung der französischen Ehre. Das Dach und viele Skulpturen wurden dabei zerstört. Der deutsche Heeresbericht vom 22. September 1914 begründete den Beschuss mit einem auf einem Turm befindlichen französischen Beobachtungsposten.[4] Auf deutscher Seite wurde der Angriff auch als Vergeltung für die Zerstörung des Speyerer Doms durch französische Truppen im Jahr 1689 gerechtfertigt. In der Zwischenkriegszeit wurde die Kathedrale unter der Leitung von Henri Deneux (1874-1969) wieder aufgebaut, der hölzerne Dachstuhl wurde dabei durch einen aus vorfabrizierten Betonelementen ersetzt. Finanzielle Unterstützung erhielt der Wiederaufbau durch Mittel der Familie Rockefeller. Erst 1938 konnte die Kathedrale wieder in Gebrauch genommen werden.

Die Kathedrale ist auch ein Symbol der deutsch-französischen Beziehungen: Vor dem Hintergrund der Zerstörung im Ersten Weltkrieg war sie am 8. Juli 1962 Ort einer Messe, an der Staatspräsident Charles de Gaulle und Bundeskanzler Konrad Adenauer während eines Staatsbesuchs demonstrativ teilnahmen.[5] Anlässlich der 50. Jubiläums dieser Messe fand dort am 8. Juli 2012 eine Begegnung von Staatspräsident François Hollande und Bundeskanzlerin Angela Merkel statt.[6]

http://de.wikipedia.org/wiki/Kathedrale_von_Reims




Kathedrale von Bayeux - Westportal
Kathedrale von Bayeux - Westportal
Horst Schulmayer

Kommentare 17