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In der Altstadt von Sana´a

In der Altstadt von Sana´a

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Ulrike Härke


World Mitglied, Hannover

In der Altstadt von Sana´a

Ich war grade, allen Unkenrufen zum Trotz, zum 5. Mal im Jemen.

Dieses Land ist laut, dreckig, staubig, korrupt, voller komisch gekleideter, Qat kauender Männer und brauner Frauenaugen, die einen mal verstohlen, mal ganz offensiv aus einem schwarzen Gewand ansehen. Vor vier Uhr morgens weckt der Muezzin und es gibt keinen Wein. Die sanitären Anlagen sind mehr als abenteuerlich und meist ist man froh, wenn man gewisse Dinge in der freien Natur erledigen kann. Das Land ist das Chaos pur. Das wird mir bei jedem Besuch deutlicher.
Der Jemen hat mich trotzdem - oder vielleicht gerade deshalb - irgendwie gepackt. Die Menschen sind einfach lieb und so unglaublich Gast freundlich. Das Land ist mir trotz aller Andersartigkeit unglaublich vertraut. Ich bin fast drei Jahre nicht dort gewesen und es kam mir vor als wäre es gestern gewesen. Ich habe schon einige Länder gesehen, aber keines davon war so anders als der Jemen. Ein Märchen in all seiner oft traurigen Gegenwart. Die Menschen sind arm, die Regierung ist korrupt, Al Kaida hat sich im Land eingenistet, der Tourismus ist fast gänzlich zum Erliegen gekommen, bzw. wandelt sich. Inzwischen trifft man, besonders auf Socotra, Menschen aus östlichen Ländern. Viele Russen, Slowenen, Litauer etc. sind im Land. Europäische Touristen fast gar nicht. Wir waren die einzigen Deutschen im Yemenia Flug von Frankfurt nach Sana´a. In Rom stiegen immerhin noch ca. 15 Italiener zu. Es ist jetzt die Hauptreisezeit im Land.
Die Stimmung im Land war wie immer. Wir waren auf dem Festland dieses Mal nur noch in Menacha. Ich habe mich nicht eine Sekunde unsicher oder bedroht gefühlt. Es gab auch nicht mehr Kontrollen als sonst. Auch von den Paketbomben war nichts zu spüren. Wir haben es zufällig im Fernsehen gehört.
Auch wenn ich im Moment nicht mit dem Auto durchs ganze Land reisen würde, Sana´a, die nahen Bergregionen und Socotra sowieso, würde ich sofort wieder besuchen. Und das ohne eine Spur von Angst. Im Gegenteil - ich kenne keine andere Großstadt, in der ich mich alleine und ohne jegliche Sorge um Hab und Gut so unbeschwert bewegen kann.

Ich werde immer wieder dort hinreisen.

Kommentare 2

  • Edgar B. 26. November 2010, 8:11

    Dein Mut ist bewundernswert.
    Das Fotografieren von Menschen(Portraits) ist aber wohl etwas schwierig, oder?
    Dieses Foto sieht eher nach dörflicher Gegend aus als in einer Altstadt.
    LG
    @gar
  • Reisedia 26. November 2010, 1:11

    Ein interessantes Motiv. Für uns Fotografen geben fremde Kulturen viel her. Dennoch, den Yemen würde ich zur Zeit nicht besuchen.

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