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Hutterer-Grabstein in Hebron, Labrador

Der Friedhof ist verfallen, denn der Ort wurde schon vor 50 Jahren verlassen. Tote, deren Namen auf den Steinen noch lesbar sind, haben Glück - Touristen befreien die Schriftzüge gelegentlich vom Unkraut. Auch einige Deutsche liegen hier begraben, aber die Namen sind nicht mehr zu entziffern. Dieser Junge wurde nur 14 Jahre alt. Sein aufwendiger Grabstein zeigt, wie schwer der Verlust für die Eltern gewesen sein muss - möglicherweise ein Einzelkind, vielleicht eine schlimme Krankheit, vielleicht ein Unfall. Wer weiß - auch diese Trauer ist längst gestorben, und so stellt sich beim Betrachter nur vages Mitgefühl ein.

Labradors Küste wurde Ende des 18. Jahrhunderts von Mitgliedern der Herrnhuter Brüdergemeinde besiedelt, einer täuferisch-protestantischen Glaubensgemeinschaft, die auf das 15. Jahrhundert in Böhmen zurückgeht - englische Bezeichnung Moravian Church. Gründer war der Tiroler Jakob Hutter.

Die streng religiösen Hutterer ließen sich auch im unwirtlichen Labrador nieder, um zu missionieren, ihr Eifer galt den Inuit (Eskimos). Hebron war eine von mehreren Missionsstationen an der Küste Labradors - der Ort wurde 1830 gegründet, 1959 verließen ihn die letzten Bewohner. Das Leben der Siedler muss extrem hart gewesen sein.

Nur wenige wissen, dass in Kanada und in den USA immer noch ca. eine halbe Million Hutterer leben, zumeist sehr abgeschieden auf sogenannten Bruderhöfen. Ihr Alltag ist arbeitsreich, dabei traditionell und religiös ausgerichtet. Sie haben ihre Sprache bis heute weitgehend beibehalten - das "Hutterische", eine merkwürdige Mischung aus Deutsch und Englisch, zum Beispiel heißt Labrador auf hutterisch Labberdor, Ottawa heißt Addawa und gutes Essen ist "food that schmecks."

Kommentare 1

  • Rekiina 3. Juli 2013, 21:29

    Habe grade eine Reportage über Hutterer gesehen und freue mich, hier in der fc etwas zum Thema zu finden.
    Lieben Gruß. Regina

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