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Kurt Hurrle


World Mitglied, Rosbach

Hol's der Teufel

Der Urtyp der Schulgleiter-Familie ist wohl der Gleiter "Hol's der Teufel", konstruiert 1923 von Alexander Lippisch. Über seine Entstehungsgeschichte schreibt Fritz Stamer in seinen Erinnerungen "Zwölf Jahre Wasserkuppe" folgendes:

Es wurde wieder einsamer auf der Wasserkuppe. Nur Dr. Allasch und Bergwyk wollten mit uns überwintern (1922/23). Wir hatten noch eine Maschine hinzubekommen - Hangwind. Lippisch hatte sie entworfen, und die Schweden hatten eifrig daran mitgebaut. Sie schlugen sich bei der ungewohnten Beschäftigung des Nagelns häufig auf die Finger. "Djavlar - anamma" fluchten sie dann, und sie fluchten den ganzen Tag. Wir haben die Maschine dann so getauft. "Hol's der Teufel" oder so ähnlich hieße das, hatten uns die Schweden auf Befragen mitgeteilt. In Gesellschaft schwedischer Damen haben wir dann bald darauf ein peinliches Schweigen mit unseren schwedischen Kenntnissen verursacht. Dieser Kernfluch hieße übersetzt unaussprechlich anders, wurde uns jetzt gestanden, doch wie - das wissen wir leider immer noch nicht, so dass wir auch auf Nachfrage keine Auskunft geben können. Die Maschine aber, die wir nun vorsichtshalber "Hol's der Teufel" nannten, flog ausgezeichnet, segelte bei wenig Wind, war einfach und billig und leicht zu bauen. Sie wurde zur Stammesmutter einer ganzen Gruppe ähnlicher Maschinen. Wir glaubten in ihr ein Übungsflugzeug geschaffen zu haben.

Der "Hols der Teufel" ist einer der Urväter des Schulgleiters SG 38, von Alexander Lippisch 1923 konstruiert und als erstes Produkt von Alexander Schleicher ab 1927 gebaut. Nichtsdestotrotz sind erstaunlicherweise die Flugleistungen des "Teufels" erheblich besser als die des 10 Jahre später in großer Stückzahl gebauten und bekannteren SG 38.

Das Oldtimerflugzeug Hol's der Teufel OK-A415:

Das wieder auferstandene Gleitflugzeug der tschechischen Fliegerfreunde Leník, Krejcí und den Maleschka's ist mit Verstrebungen wie die meisten "Teufel" gebaut wurden. Erste Exemplare des "Teufels" hatten allerdings wie der SG 38 noch einen Spannturm und Seilverspannungen. Der Erstflug der Replika fand nach über 3000 Baustunden im Mai 2004 statt.

Kommentare 2

  • Stefan Ru 27. September 2009, 7:48

    Das war mir neu, dass der SG38 einen Vorgänger hatte.
    Aufwändiger verkleidet ist der Teufel schon, klar dass er da besser fliegt. Als billiger und robuster Gleiter für die ersten Hüpfer konstruiert, waren super Flugleistungen aber sicher kein Designziel für den SG38. Der sollte auch rauhe Landungen überstehen können. Beachtlich ist das Fehlen jeglicher V-Form in der Fläche, der SG38 dürfte von daher etwas eigenstabiler sein.

  • Friedrich Geretshauser 25. September 2009, 12:06

    Hallo Kurt, ganz große Gratulation zu dem verbal-visuellen Gesamtwerk!
    Es dürfte vermutlich eine der ganz wenigen Präsentationen sein, die so interessant wie begeisternd diesen Meilenstein in der Frühgeschichte des Segelfluges dokumentiert.
    Mit dem besten Gruß, den ich habe! Fritz

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