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Othmar W. Mayer


Free Mitglied, Wien

Herbsttag (03) ...

... im Nationalpark-Neusiedlersee-Seewinkel

Graurind - Ungarisches Steppenrind, ungar. Rideg Marha

Dieses ist außer Zweifel das imposanteste Haustier Ungarns, dessen Ursprungsform der schon ausgestorbene Auerochse (Bos primigenius) ist.
Die Herkunft des Graurindes bleibt im Dunkeln der Vergangenheit verborgen. Tatsache ist aber, dass es vom Mittelalter bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts in der ungarischen Agrargeschichte eine entscheidende Rolle spielte. Im Mittelalter wurde es vor allem als Schlachtrind genutzt, das ins Ausland getrieben und verkauft wurde. Später setzte man das Graurind -durch den Einfluss der produktiveren westlichen Rassen- immer öfter als ausgezeichnetes Zugtier ein. Im Mittelalter wurden jährlich mehr als 100 000 Exemplare ins Ausland getrieben; sogar historisch bedeutende Familien, wie die Zrinyis, Thökölis und Nádasdys beschäftigten sich mit Rinderhandel.
Das ungarische Graurind wird gewöhnlich in Herden gehalten, die meist aus jeweils 150-200 Tieren bestehen. Die Stiere verweilen in separaten Herden und werden nur für die Paarungszeit in die Kuhherde gelassen. Das Graurind kann mehrere Jahre hindurch produktiv bleiben, keine Seltenheit sind 15- jährige, oder sogar ältere Kühe. Diese Rasse ist dafür geeignet, das ganze Jahr im Freien zu verbringen, nur zur Zeit des Kalbens kommen die Tiere in einen verhältnismäßig geschützten Ort.
Sogar unter solchen Bedingungen, ohne Kraftfutter und ertragsteigernde Mittel sind Graurinder imstande, hochwertiges Fleisch zu produzieren. Heute bewahren wir sie als Genreserven und kulturhistorisches Erbe und setzen sie für die Behandlung der Nationalparke ein.
Die Zucht der Graurinder wird vom Zuchtverein der Ungarischen Graurinder geleitet.

Wie in den meisten Nationalparks Europas zählen auch am Neusiedler See verschiedene Elemente der Kulturlandschaft zu den besonders schützenswerten Lebensräumen. Die offene, steppenartige Landschaft des Seewinkels ist größtenteils von menschlicher Nutzung geprägt. Großflächige Rodung der Wälder, Landnutzung durch Heumahd und vor allem durch Beweidung und später schrittweise Entwässerung haben im Lauf der Jahrhunderte das Landschaftsbild verändert.

Durch die menschliche Nutzung entstanden Lebensräume die ohne Nutzung innerhalb kurzer Zeit weitgehend verbuschen, verwalden oder verschilfen würden. Die Erhaltung bzw. Wiederherstellung dieser für Österreich einzigartigen Ökosysteme ist das Ziel des Nationalpark-Flächenmanagements.


Die Aufnahme entstand am 9. September 2014, unter Verwendung von Olympus E-M1, Olympus M 75-300 mm F 4.8-6.7,
Nationalpark-Neusiedlersee-Seewinkel

Kommentare 6

  • Edi Ogris 17. September 2014, 14:50

    Eine sehr schöne Panorama Aufnahme
    LG EDi
  • CriWa 16. September 2014, 0:37

    Was für ein hammer geniales und überaus beeindruckendes Panorama, lieber Othmar. Hervorragend.
    Wie viele Tierarten ich durch Deine vielfältigen Informationen kennenlernen darf .... danke.
    LG;
    Chris
  • Erhard Nielk 11. September 2014, 19:51

    immer wieder schön, deine naturbilder
    zu sehen und die infos sind wie immer
    sehr lehrreich. gut so***........vg erhard
  • Eifeljäger 11. September 2014, 17:24

    Ich bin überwältigt Othmar,für mich ist es ein schöner Anblick und ich sehe nirgendwo Stacheldraht. Das ist schon eine beeindruckende, große Herde. Es macht mir Freude das Bild anzuschauen.
    Gruß, Franz
  • Nscho-tschi 7 11. September 2014, 12:14

    Eine klasse Doku & Info
    lg Rosi
  • Andreas E.S. 11. September 2014, 11:35

    Mit deine Aufnahme erfahre ich zum ersten Mal, dass auch im Gebiet des Neusiedlersees Graurinder weiden. Ich kannte sie bisher nur aus Ungarn. Danke für die sehr ausführliche Erläuterung zum Graurind und die schöne Panorama-Aufnahme.
    Dir wünsche ich ein schönes Wochenende
    Freundschaftliche Grüße aus der Nordeifel
    Andreas