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Roland Lubiger


World Mitglied, Dresden

Hausfassade der Toraja-Bergland-Sulawesi-Indonesien

14. Juli 2009

Die immer nach Norden hin ausgerichtete Hauptfassade unter dem steil ansteigenden First ist mit geschnitzten und bemalten Ornamenten - meist rein geometrischen Mustern, aber auch stilisierten Menschen- und Tiermotiven - überreich verziert. Auch in der Art dieser Ornamentik spiegelt sich der soziale Stand der Hausbesitzer wider. Die vorherrschenden Farben haben ebenfalls einen symbolischen Charakter: Rot als die Farbe des Blutes und Weiß als die von Fleisch und Skelett symbolisieren das Leben, Schwarz steht für den Tod und Gelb für Sonne und Mond sowie für den Segen der Götter.

Die Anlage eines Tongkonan folgt immer einer strengen Ausrichtung von Nord nach Süd. Nach der Toraja-Kosmologie ist der Norden die Sphäre des Lebens, der Süden die des Todes. Als Wohnsitz einer einflussreichen Adelssippe bildet ein Tongkonan stets den Mittelpunkt der sozialen und religiösen Aktivitäten einer Dorfgemeinschaft.

Die Häuser von Angehörigen der unteren Schichten unterscheiden sich von den Sippenhäusern der Noblen durch eine wesentlich bescheidenere Bauweise und eine schlichtere Ausstattung.

In größeren Dörfern erhebt sich gegenüber der Reihe der Wohnbauten die der Reisscheuern (Alang). Auch die Dächer dieser reich ornamentierten Gebäude, die auf Rundpfählen ruhen und deren Vorderfronten nach Süden ausgerichtet sein müssen, wölben sich nach oben wie Bug und Heck eines Schiffes. Bei den Vorratsspeichern kommt in der Gestaltung der Schmuckornamente sowie in der Größe, Zahl und Höhe der tragenden Holzpfähle ebenfalls eine soziale Differenzierung der Besitzer zum Ausdruck.

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