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K.-H.Schulz


Pro Mitglied, Göppingen

Hattusa -Anatolische Bergwelt

1834 besuchte der französische Reisende Charles Texier das zentral-anatolische Hochland und entdeckte die Ruinen der alten Hauptstadt, allerdings ohne dass er die vorgefundenen Ruinen richtig zuordnen konnte. Er dokumentierte und skizzierte aber neben den offensichtlichen Ruinen des Stadtareals auch das nahe gelegene Felsheiligtum Yazılıkaya, das durch seine Darstellungen von Gottheiten (sog. Götterprozession) weltberühmt wurde. Nach Texier besuchten in den folgenden Jahrzehnten weitere Forschungsreisende das Stadtgebiet, darunter u.a. der Engländer William John Hamilton, der Franzose Ernest Chantre, der die ersten Photographien machte, der deutsche Architekt Carl Humann, Heinrich Barth und nochmals Humann und Otto Puchstein.
Hugo Winckler, ein Berliner Assyriologe und Keilschriftforscher, begann 1906 im Auftrag der Deutschen Orient-Gesellschaft, eine Grabung, um zu überprüfen, ob es sich bei den Ruinen um die Hethiterhauptstadt Hattuša handelte. Zusammen mit dem türkischen Archäologen Theodor Makridi Bey fand er in der ersten Grabungskampagne 1906 den Beleg dafür. In weiteren Grabungskampagnen 1907 sowie 1911/12 wurden an die zehntausend Tontafelfragmente geborgen. Nach dem Ersten Weltkrieg ruhten die Grabungen für mehr als ein Jahrzehnt und wurden erst 1931 unter der Leitung von Kurt Bittel wieder aufgenommen.
Reste eines Turms auf dem Felsen Yenicekale
Winckler sowie auch später Bittel stießen auf die Tontafel-Archive der hethitischen Könige, die u. a. die internationale Korrespondenz und Verwaltung enthielten. Nach kurzer Grabungszeit hielt Winckler den in Akkadisch verfassten Friedensvertrag zwischen Ägypten und Hatti in der Hand, der zwischen Hattušili III. und Ramses II. geschlossen worden war – der erste bekannt gewordene und bedeutende Friedensvertrag der Weltgeschichte, den wir besitzen. Bittels Nachfolger wurde 1978 Peter Neve, diesem folgte 1994 Jürgen Seeher als Leiter der Ausgrabungen. Die Grabungsleitung wurde 2006 von Andreas Schachner übernommen

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