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Was ist neu?

Herbert Henderkes


World Mitglied, Berlin

Hakenschnabel im Einsatz

Mäusebussard (Buteo buteo)

Nikon, 420 mm, aufgestützt, Luderplatz.

Unter einigen an Luderplätzen aufgenommenen Greifvogelfotos - so auch bei einem meiner Bilder - stehen immer wieder Anmerkungen, die eine kritische Haltung gegenüber einer solchen Winterfütterung für Greifvögel zum Ausdruck bringen.
Sicherlich kann man die Dinge immer aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Wenn also jemand der Meinung ist, solche Futterstellen würden dazu führen, dass sich viele Greifvögel dort versammeln und dadurch - aufgrund des Futterneides und der damit verbundenen Auseinandersetzungen - Stress für die Vögel entstehen würde, so ist das auf den ersten Blick sicherlich nicht von der Hand zu weisen.

Man sollte aber eines nicht vergessen.

In harten Wintern haben es viele Greifvögel schwer, genügend Nahrung zu finden. Nicht zuletzt deshalb , weil der Mensch die Umwelt nachhaltig und leider auch für die Tierwelt sehr nachteilig verändert hat.
Dazu kommt, das der Mensch systematische Jagd betreibt, wodurch weniger Fallwild im Winter anfällt.
Hasen z. B. sind durch verschiedene menschliche Einflüsse vielerorts selten geworden. Somit haben Greifvögel auch wesentlich seltener das Glück, einen im Winter verendeten Hasen zu finden.

Wenn aber einmal ein Stück Wild im Winter verendet und von Greifvögeln entdeckt wird, so entsteht genau die gleiche Situation, wie an einem Luderplatz. Das ist ganz natürlich und hat seit Jahrtausenden funktioniert.
Also wird es auch an einer "künstlichen" Futterstelle funktionieren.

Wichtig ist für mich, dass nicht so viele Greifvögel durch die Wintereinflüsse umkommen, denn die Population vieler Greifvögel wird ja sowieso schon durch menschliche Einflüsse geschwächt. Jedes Jahr werden tausende von Bussarden, Turmfalken, Milanen und diversen Eulen an den Autobahnen überfahren. Dazu kommt, dass immer noch zahlreiche Greifvögel illegal bejagt werden - oft genug von Jägern, denen der Jagdschein niemals hätte ausgehändigt werden dürfen. Und dann gibt es noch Strommasten, Windkrafträder, die Bahn, Bleivergiftung usw., usw.....

Und es ist sicherlich besser, wenn sich diese Vögel an einem Luderplatz einfinden, der fernab einer Straße oder Bahnlinie liegt, als wenn sie sich an überfahrenen Tierkadavern sammeln und dadurch der Gefahr ausgesetzt sind, selber Opfer des Straßenverkehrs zu werden.

In meinen Augen ist ein Luderplatz eine Art von "Wiedergutmachung", die für die Menschen absolut selbstverständlich sein sollte.
Aber das ist meine persönliche Meinung.

Wichtig ist natürlich, dass vernünftig gefüttert wird, d.h. z.B. ., richtige Auswahl des Futters (keine mit Schrot oder Bleikugeln geschossenen Tiere), die Auswahl einer geeigneten Stelle, Vermeidung von Störungen.

Bin auf Eure Ansichten gespannt.

Und zum Schluß noch eine kleine Bemerkung zu der Anzahl der Aufnahmen von Luderplätzen. Wem solche Aufnahmen zu viel sind, der muß sie nicht anklicken. Ich aber schaue sie mir gern an, weil sie oft die Tiere sehr detailreich zeigen. Und in meinen Augen sind Greifvögel schön und edel genug, um sie immer wieder gern anzuschauen.

Ganz besonderen Dank an dieser Stelle noch einmal an Nina und Marian, die den Greifvögeln in ihrem Revier wirklich sehr helfen und mir zusätzlich die Möglichkeit zu solchen Aufnahmen verschafft haben.

Foto wurde aufgenommen mit Nikon d90, 300 mm.









Genug für zwei
Von Herbert Henderkes
13.2.10, 17:20
7 Anmerkungen

Kommentare 8

  • Herbert Henderkes 25. Februar 2013, 19:45

    Dieses Foto hatte ich schon einmal eingestellt.
    Damals hatte sich folgende Diskussion ergeben:

    Thomas Meinersmann, 14.02.2010 um 11:02 Uhr
    Auf jeden Fall hast du eine klasse Aufnahme gemacht.

    LG



    Fotos-Unterwegs, 14.02.2010 um 11:56 Uhr
    Hallo Daniel,
    die Greifvögel leiden bei dem Wetter ebenso Not wie das Wild, für das inzwischen fast überall Notzeit und damit Fütterungsgebot herrscht. Mäusebussarde unterliegen in Deutschland zwar dem Jagdrecht, werden aber gemäss der EU-Vogelschutzrichtlinie ganzjährig geschont. Von einer Dezimierung kann keine Rede sein.
    LG Regine



    Fotos-Unterwegs, 14.02.2010 um 11:57 Uhr
    Hallo Herbert,
    das ist wieder ein ausgezeichnetes Foto des Greifvogels.
    LG Regine



    R.Grum., 14.02.2010 um 12:05 Uhr
    Zur Aufnahme: Hammer!

    Ich persönlich teile genau Deine Meinung! Weiter so!

    Gruß Ralf



    Jürgen Plesse, 14.02.2010 um 12:15 Uhr
    Ich bin dafür und freue mich schon, wenn wir sie bald wieder über uns kreisen sehen.

    Kraftvolles Bild. Gefällt mir sehr.

    MfG
    Jürgen



    Sille B., 14.02.2010 um 13:09 Uhr
    Ich schließe mich Deiner Meinung über Luderplätze/ Futterstellen an.
    Das hast Du in Deinem Text sehr gut rüber bringen können.
    Andere Vögel werden auch gefüttert -nicht nur im Winter und dann noch falsch.
    Jedes Fotos ist ein Unikat, deshalb immer wieder gern gesehen.

    LG Sille



    Chris 59, 14.02.2010 um 13:11 Uhr
    Ganz recht. Der Mensch nimmt den Tieren immer mehr weg. Stell Dir vor , Du bist in einem Wald und hörst keine Vögel mehr.....man muß dafür sorgen, daß die Natur im Gleichgewicht bleibt, sonst steht der Mensch am Ende alleine da. Kein schöner Gedanke.
    Top Foto, Herbert.






    Lothar Schoka, 14.02.2010 um 13:37 Uhr
    Ich sehe die Sache mit der Fütterung genau wie du auch und habe darum auch einen Futterplatz eingerichtet.
    LG Lothar



    Anla, 14.02.2010 um 14:53 Uhr
    Ich kann sie auch immer wieder ansehen.,.so edle Tiere, man bekommt sie nicht so nah zu Gesicht in freier Wildbahn und die Fütterung finde ich auch gut.....ganz sicher werden sie nicht zu "dick" davon und der Streß ist wohl größer, wenn sie großen Hunger leiden !
    Gruß Anla



    Katharina Noord, 14.02.2010 um 14:59 Uhr
    Im Januar bin ich morgens mit dem Auto zur Arbeit. Ein Teil der Strecke führt über Autobahn. Plötzlich sah ich im Scheinwerferlicht einen Bussard, der sich am Kadaver eines Artgenossen zu schaffen machte - etwa 1m neben meiner Spur. Er flog nichtmals auf, als ich vorbeifuhr, sondern frass weiter.
    Ich stimme Dir zu, wir haben dafür gesorgt, dass diese Zeit sehr hart ist für diese Tiere. Ich füttere ja selbst.
    Gleichzeitig muß uns bewusst sein, dass wir mit Fütterung immer nur einem Teil der Tiere helfen können und immer die Gefahr besteht, dass diese sich dann stärker vermehren als andere Arten, so dass diese z.B. dadurch zurückgedrängt werden, dass passende Nistgelegenheiten durch die Profiteure der Winterfütterung besetzt werden. Darum sollte man immer gut nachdenken, wo, was und wen man füttert.
    lg, Katharina



    Alfons Klatt, 14.02.2010 um 16:49 Uhr
    hallo herbert, ich glaube du hast da mal wieder ein heikles aber wichtiges grundsätzliches thema -greifvogelfütterung- angesprochen. in erster linie geht es doch darum den vögeln über den winter zu helfen. als quasi gegenleistung kommen ein paar fotos auf die speicherkarte....natürlich ist es auch wichtig die fütterung rechtzeitig wieder einzustellen, wenn daß wetter aufbricht. also -pro- gruß alfons+



    Piitsch (Peter Koch ), 14.02.2010 um 18:40 Uhr
    Ich füttere bei Bedarf schon über 30 Jahre und hege, trotz eigener Hinterfragung, keinerlei Zweifel das in härteren Winter gefüttert werden muss. Die von Herbert genannten Gründe für das Füttern unterstütze ich vorbehaltlos und er hat noch nicht mal alle genannt. Eine wichtige Nahrungsquelle die ebenfalls vesiegt ist, sind die Nutztierkadaver die früher von den Bauern in Feld und Wald entsorgt wurden. Es wird immer schwieriger für die Greife, die ihnen zugedachte Rolle im natürlichen System zu erfüllen.
    Eigentlich gehts hier um 2 Themen. Füttern? Wenn ja, mit oder ohne Fotografieren ?
    Ich meine, wenn man es tut, sollte beides richtig gemacht werden und das Versorgen möglichst vieler Vögel sollte immer an erster Stelle stehen. Das heisst aber für Fotografen: möglichst wenig, besser keine Störungen. Ich habe in diesem speziellen Winter deshalb bis auf 2 Bilder gänzlich auf das fotografieren am Futterplatz verzichtet. Aber das muss jeder je nach Situation selber vor Ort entscheiden. Beim Füttern selber muss man wissen wann, was, wieviel und vor allem wo ? Man kann hier einiges falsch machen und den Vögel sehr schaden.
    Ich möchte allen die sich, mit oder ohne Kamera echt um die Vögel kümmern danken.

    Gruss Piitsch



    Ronny Brückner, 14.02.2010 um 19:30 Uhr
    Jedes Vogelhäuschen ist ja im übertragenem Sinn ein Luderplatz. Kein Mensch würde sich daran stören.
    Vögel, ob groß oder klein so über den Winter zu helfen, halte ich persönlich nicht für bedenklich.
    Wenn man dazu, ohne die Tiere zu stören, noch paar tolle Aufnahmen machen kann, schlägt doch jedes Fotografenherz höher.
    Damit dein Foto vor lauter Schreiberei nicht zu kurz kommt, es ist eine tolle Aufnahme.

    Gruß Ronny



    Michael H Klatt, 14.02.2010 um 21:06 Uhr
    Hallo Herbert
    Wie ja unschwer zu sehen ist ,wir füttern auch .Deinen Aussagen sowie auch den von Piitsch kann ich gut folgen .Was ich obendrein für wichtig halte ,ist das wenn gefüttert wird dann regemäßig .Wir füttern jetzt auf etwa 2 ha Fläche an manchmal 10 Stellen . .Heute z.b. waren über 20 Bussarde da . Wir können unseren Unterstand betreten ohne das die Greife dadurch auffliegen oder gestört werden .Bis jetzt habe ich erst einmal einen Bussard aufgenommen .Der wird zur Zeit in einer Vogelpflegestelle aufgepeppelt .Dieser Vogel war nicht etwa Opfer eines Kampfes sondern er war nur noch Haut und Knochen .Ob nun nur gefüttert wird, oder dabei auch noch fotografiert wird , merken in diese Fall nur Fotografen.
    Gruß Michael



    Piitsch (Peter Koch ), 14.02.2010 um 23:24 Uhr
    Die Situation die Michael hier bei seinen Futterplätzen beschreibt, würde ich als vorbildlich ansehen. Sicherlich richtig ist auch sein Hinweis auf die regelmässige Fütterung.
    Wichtig finde ich auch noch, das etwas über die harte Zeit gefüttert wird, um die schwächsten wieder in die Lage zu versetzen selber erfolgreich jagen zu können, sonst sterben sie am Schluss doch noch weg.

    Gruss Piitsch




    Willi Z., 17.02.2010 um 18:10 Uhr
    Dann will ich auch noch meinen Senf dazugeben. Ich selbst habe dieses Jahr erstmals einen Luderplatz angelegt. Natürlich in Absprache mit dem Grundstückeigentümer und dem Jagdpächter. Dieser beschickt den Platz von Zeit zu Zeit auch mit Fallwild oder Aufbruch. Ich halte auch eine regelmäßige Fütterung für wichtig, wobei regelmäßig bei mir 2 - 3 mal pro Woche bedeutet. Ich füttere ausschließlich Lunge, Herz und Fleischreste vom Rind, die ich direkt von unserem örtlichen Schlachter am Schlachttag bekomme. Bei einer täglichen Fütterung macht man die Greife zu sehr abhängig. Störungen am Luderplatz sollte man möglichst vermeiden. Ich setze mich deshalb auch nur direkt nach dem Ausbringen von Futter im Tarnzelt an. Ich habe noch nicht erlebt, dass die Bussarde sich durch das Fotografieren gestört fühlten. Ich achte auch darauf, dass mindestens 4 Futterstellen vorhanden sind, damit die Raufereien im Rahmen bleiben.
    LG Willi



    barelu, 23.02.2010 um 15:39 Uhr
    Ein sehr schönes Foto. Auch Tiere haben ein Recht auf Leben. Also sollte man auch die Greifvögel wie auch andere Tiere im Winter füttern.
    LG,barelu



    Markus Grzenia, 14.01.2011 um 21:36 Uhr
    Das Bild ist der Hammer!! Gefällt mir !!

    Gruß Markus^^
  • Liane Kindscher 20. Februar 2013, 20:21

    Einfach genial !!

    Lg Liane
  • Goodie Boxberg 17. Februar 2013, 17:54

    Eine tolle Szene hast du wieder bestens präsentiert.
    LG Goodie
  • Kommentar wurde vom Besitzer des Bildes ausgeblendet
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  • Hermann-Josef Telaar 17. Februar 2013, 16:48

    astrein getroffen.

    Gruß
    Hermann
  • Alfons Klatt 17. Februar 2013, 15:06

    hättest ruhig mal was frisches bieten können, sieht sehr zäh aus......dem busard ist es egal, hauptsache macht satt. gruß alfons+
  • TwightLight 17. Februar 2013, 10:35

    Fleisch ohne Fell? Was das ein Lockstück?
    Die Schärfe der Aufnahme ist klasse.