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Ulrich J. Kind


Pro Mitglied, Riedbach/Krs.Haßberge (Ufr.) - Bayern

Großbrand vernichtete Schreinerei (1)

Da steht man an dritter Stelle des Alarmierungsplans für die Unfallberichterstattung der Regionalzeitung und gerade am Rosenmontag gegen 23.30 Uhr kommt die Telefonmeldung, dass ein Großbrand in einer Schreinerei ausgebrochen ist. Nachdem ich keinen Tropfen Alkohol an Fasenacht trinke, war es kein Problem für mich mitten in der Nacht zum Brandort zu fahren. So ist es halt wenn man als "Freier Mitarbeiter" für die Tageszeitung fotografiert und das noch unter erschwerten Umständen: Erst einmal war es "Saukalt". Das Löschwasser lag wie ein feiner Nebel in der Luft und sorgte für regelrechtes "Glatteis" das dann Eimerweise mit Streusalz bekämpft wurde. Die feinen Wassertröpfchen in der Luft sowie die Reflektionsstreifen der Einsatzklamotten der Feuerwehrler grüßten freundlich zurück beim Blitzen. Nach einer guten Stunde hatte ich meine 12 Bildmotive (von 60 Aufnahmen) so gut es ging eingesammelt und war dann wieder zurück. Nachfolgend der Pressebericht wie er in der Mainpostausgabe für den Landkreis Haßberge zu lesen war.
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Ein Großbrand hat in der Nacht auf Faschingsdienstag ganz Hellingen aufgeschreckt: Der Treppenbau- und Zimmereibetrieb Schreppel stand in Flammen. Die Polizei schätzt den angerichteten Schaden auf mindestens 750 000 Euro. Das Feuer vernichtete einen Teil der Fertigungsräume des Familienbetriebs komplett. Das direkt angrenzende Wohnhaus wurde laut Polizei erheblich in Mitleidenschaft gezogen und ist derzeit unbewohnbar. Die Feuerwehr verhinderte, dass das Haus – ebenso wie eine angebaute Produktionshalle – ebenfalls niederbrannte. Minustemperaturen erschwerten die Löscharbeiten, teils gefror das Löschwasser auf der Straße.

Zwei vorbeifahrende Autofahrer und ein Nachbar hatten kurz vor 23 Uhr das Feuer in der Schreinerei am westlichen Ortsrand von Hellingen bemerkt und Polizei und Feuerwehr verständigt. Auch der Rettungsdienst rückte aus.
Der Brand war im eingeschossigen Teil der Schreinerei, zwischen dem Wohnhaus und der größeren Produktionshalle, ausgebrochen, berichtet am Dienstagmittag Willi Hölzer, stellvertretender Kommandant der Feuerwehr Hellingen. Seit zwölf Stunden ist er zu diesem Zeitpunkt am Brandort. Bis zum frühen Dienstagnachmittag hielten knapp 20 Einsatzkräfte aus Königsberg und Hellingen Brandwache. Sie mussten immer wieder Glutnester beseitigen. An den verkohlten Balken der ausgebrannten Betriebsräume hatten sich Eiszapfen gebildet, so Zeugen der massiven Löscharbeiten in der Nacht. Vom ausgebrannten Teil der Schreinerei blieben nur die Außenmauern stehen.

Der Feuerschein war in der Brandnacht weithin sichtbar. Den Einsatz der sechs Feuerwehren aus Hellingen, Königsberg (Freiwillige und Werksfeuerwehr Fränkische), Hofheim, Haßfurt und Zeil leitete Kreisbrandrat Ralf Dressel. Er wohnt in Königsberg und hatte eine kurze Anfahrt zum Brandort. „Von Königsberg aus sah ich schon den Feuerschein über Hellingen“, schildert er. Als er an der Schreinerei eintraf, stand ein Teil des Dachstuhls der Schreinerei bereits in Flammen.
Da Polizei und Nachbarn der Feuerwehr mitteilten, dass sich im Wohnhaus keine Menschen befänden, konnten sich die Wehrleute darauf konzentrieren, die Flammen einzudämmen. Sie stoppten diese, bevor sie das Haus voll erfassten, sagt Dressel. Eine Stunde nach ihrem Eintreffen hatten die Einsatzkräfte das Feuer unter Kontrolle, teilt die Polizei mit.
Hierzu kamen auch die Hofheimer Drehleiter und 24 Feuerwehrleute unter schwerem Atemschutz zum Einsatz. Funkenflug und starke Rauchentwicklung erschwerten die Löscharbeiten.
Ein großer Vorteil für die Löschwasserversorgung war laut des Einsatzleiters das Löschwasserbassin am Ortsrand Richtung Königsberg. Von dort aus wurde eine 400 Meter lange Schlauchleitung zum Brandort verlegt. Hydranten allein reichten bei einem Großbrand nicht aus, um den Löschwasserbedarf zu decken, erklärt der Kreisbrandrat.

Michael Schreppel, der mit seinem Bruder das vom Brand betroffene Familienunternehmen als Zweimannbetrieb führt, ist am Dienstagmittag anzumerken, wie sehr ihn die Ereignisse der Nacht mitgenommen haben. Als der Brand ausgebrochen ist, war er nach eigenen Angaben nicht daheim; er wohnt im Haus neben der Schreinerei, das jetzt unbewohnbar ist. Rauch und Ruß seien ins Haus gezogen, erklärt er gegenüber dieser Zeitung. Glück im Unglück: Flammen drangen nicht ins Haus vor.
Wie brisant die Situation nachts gewesen sein muss, zeigt ein Blick auf die Fassade. Durch die enorme Hitze, die von der brennenden Schreinerei ausging, sind Teile der mit Kunststofflamellen verkleideten Hauswand verformt oder geschmolzen. Eine Tür im ersten Stock, die in die abgebrannten Werkräume geführt hat, ist stark verkohlt.
Die Inhaber der Schreinerei berichten vom kompletten Maschinenpark, der im ausgebrannten Teil des Betriebs in Flammen aufging, darunter eine wertvolle CNC-Maschine und Sägen. Eine zweite CNC-Maschine in der vom Feuer nicht betroffenen Fertigungshalle sei vom Löschwasser beschädigt worden, sagt Schreppel.
Wodurch der Brand ausgelöst wurde, war am Dienstag laut Polizei noch unklar. Die Ermittlungen der Schweinfurter Kripo würden durch den hohen Zerstörungsgrad erschwert, hieß es. Zudem sei das Gebäude einsturzgefährdet und könne nicht betreten werden.
Von Michael Mößlein, Ulrich Kind und Gerold Snater.


Kommentare 3

  • O.K.50 6. März 2013, 21:30

    Danke für die Info......zur Erläuterung: Treppenbau ist von Alters her ein Zimmermannshandwerk, obwohl es natürlich heutzutage auch viele Schreinereien praktizieren.

    Übrigens: Meine Ex-Firma ist in meiner 20jährigen Tätigkeit dort ebenfalls 2x abgebrannt (1x durch Brandstiftung) ich weiß also wie tragisch sowas ist.

    VG
  • Ulrich J. Kind 6. März 2013, 21:27

    @Othmar, zur Aufklärung, der Vater hatte die Zimmerei als Schreinerei erweitert und die Söhne spezialisierten sich auf den Holztreppenbau!
    Gerade die teuersten Maschinen (CNC) befanden sich im Bereich des Brandherdes und der Schaden ist nach drei Wochen aktuell auf 1 Mill. Euro geschätzt!
    Die Versicherung macht wie immer in solchen Fällen eine gründliche wie auch schleppende Bearbeitung des Sachschadens. Der Brandort ist bis heute noch nicht aufgeräumt weil die Sachverständigen der Versicherung mit der Ursachenforschung noch nicht fertig sind.
    Den Brandermittlern der Polizei nach ist der Auslöser möglicherweise in der elektrischen Installation im Dachbereich zu suchen. Der Brandeinwirkung sei wegen des Holzmaterials in der Halle so gewaltig, das keine aussagekräftigen Brandspuren feststellbar sind!
    VG Uli
  • O.K.50 6. März 2013, 21:13

    Respekt für die Reportage und Respekt für Deine Enthaltsamkeit - gerade an Fasching.

    Ein Bild mitten aus dem Leben, leider aus den unschönen Zeiten.

    Im Übrigen habe ich den Eindruck, dass es sich nicht vordringlich um eine Schreinerei, sondern um eine Zimmerei handelt (als ehemaliger Zimmermann lege ich auf den kleinen Unterschied Wert ;-)))

    VG

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