Diese Website verwendet Cookies, um verschiedene Funktionalitäten bereitzustellen, Anzeigen zu personalisieren und Zugriffe zu analysieren. Durch die Nutzung dieser Website erklärst Du Dich damit einverstanden, dass Cookies verwendet werden. Weitere Informationen  OK

Was ist neu?
größerer palestinensischer Obst- und Gemüseladen in Nazareth

größerer palestinensischer Obst- und Gemüseladen in Nazareth

Dirk-Christian


Pro Mitglied

größerer palestinensischer Obst- und Gemüseladen in Nazareth

Es wurde bereits rasch dunkel nach Sonnenuntergang, als wir von der Verkündigungskirche in Nazareth wieder herab durch den immer noch sehr geschäftigen Ort kamen, so dass ich dieses Foto mit Blitz machen musste. Sonst wären gewiss der Laden nicht so gut ausgeleuchtet gewesen und die beiden palestinensischen Menschen im Inneren nicht so gut zu erkennen gewesen.

In der Verkündigungskirche von Nazareth ist jene Grotte zu besuchen, zu bepilgern und zu bsichtigen, in der die Jungfrau Maria von einem Erzengel aufgesucht und über ihre bevorstehende Schwangerschaft mit einem ganz besonderen Kind in Kenntnis gesetzt wurde. Mit der Präentation dieses vermeintlich historischen Ortes habe ich meine Schwierigkeiten, meine Bedenken, nicht als Ort der Erinnerung oder des symbolhaften Gedenkens jener neutestamentlichen Geschichte, sondern als geographisch präzise Bezeichnung eben jenes Ortes. Warum maße ich mir eine solche kritische Sichtweise an ?

Aus historisch-kritischer Sicht, einer Teildisziplin der Theologie, handelt es sich bei beiden Kindheitsgeschichten Jesu im Matthäus- wie im Lukasevangelium um Texte, die von den Verfasserschaften der Evangelien erst verfasst und vorangestellt wurden, nachdem der weitere Evangelientext fertiggestellt war. Zu diesen Geschichten gibt es auch keine Parallelstelle bei Markus, so dass es sich bei diesen Geschichten um sogenanntes "Sondergut" handelt. Die Verfasser (palestinische Judenchristen (Mat.) und hellenistisch geprägte Christen (LK)) sind also keine Zeitzeugen. Ihre Intention war auf keinen Fall eine historische Berichterstattung der (übrigens völlig verschiedenen) Ereignisse um die Jesu Geburt, sondern eine theologische Einordnung der Bedeutung Jesu in die Lebenswelt der Gemeinde, für die sie ihre Evangelientexte geschrieben haben. Es soll von Jesus e r z ä h l t werden (z.B. lässt die Matthäusverfasserschaft Jesus in einer Genelogie auf das Haus König Davids zurückführen und ihn nach dem Kindermord zu Bethlehem nach Ägypten fliehen und wieder zurückkehren wie einst das Volk Israel).
Der im Geiste der Aufklärung denkende Leser unserer Zeit kann in der Regel darauf vertrauen, dass in Zeitung oder Tagesschau eine Information eine real geschehene Situation mit überprüfbarer Ortsangabe widergegeben wird. Einen Evangelientext durch eben diese Brille zu lesen und verstehen zu wollen, wird der ursprünglichen Intention der Verfasserschaften un ihrer Zeit niemals gerecht. Vor diesem Hintergrund ist die Ortsbenennung, das Darüberbauen einer beeindruckenden Kirche mit großzügigen Mitteln der katholoschen Kirche mit Vorsicht zu genießen. Hier darf symbolisch an jene Verkündigungsgeschichte gedacht werden, aber nicht die Grotte als realer Ort verstanden werden "Maria stand dort links und der Engel stand dort, wo die Säule steht", so habe ich es gehört.

Vergleichbare Bedenken habe ich übrigens auch mit dem Ort der sog. Geburtsgrotte in der Geburtskirche zu Bethlehem, die täglich von tausenden Gläubigen aufgesucht wird, die dafür sehr, sehr lang anstehen müssen.

Hatte im Vorfeld der Reise immer die Befürchtung, dass die Bereisung Israels vergleichbar werden könnte mit einem "Märchenwald" zu biblischen Geschichten an vermeindlichen Originalorten. Dass Jesus in Galiläa rund um den See Genesareth gelebt, gewirkt und gepredigt hat und in Jerusalem ans Kreuz geschlagen wurde, ist historisch belegt und stellt nimand nicht infrage. Die Person sowie die Lehre Jesu als Vorbild für wahres Menschsein finde ich uneingeschränkt absolut groß- und einzigartig. Problematisch finde ich dieses Übergangsfeld des Umgehens mit vermeindlichen Originalorten gegenüber Gläubigen, die auf ihrer Reise nach Jerusalem gern jener Lehre und Geschichte Jesu begegnen dürfen, aber bitte wissenschaftlich einwandfrei und nicht vergleichbar mit einem "Märchenwalderleben" ...

Kommentare 4

  • Joachim Kretschmer 21. November 2013, 17:08

    . . sehr interessant, Deine Ansicht . . . aber in sich auch Widersprüche bergend . . . Viele Grüße, Joachim.
  • Andrea Frey 3. November 2013, 19:44

    Sehr Farbenfroh!
    LG Andrea
  • Theo Stadtmüller 30. Oktober 2013, 14:06


    Farbenfroh.
    Liebe Grüße und Dir einen schönen Tag
    Theo
  • deha 30. Oktober 2013, 4:56

    Welche herrlich bunte Vielfalt. Toll festgehalten. VG, Detlef

Schlagwörter

Informationen

Kategorie Reise
Ordner Israel / Palestina
Klicks 739
Veröffentlicht
Lizenz

Exif

Kamera NIKON D7000
Objektiv ---
Blende 4
Belichtungszeit 1/40
Brennweite 15.0 mm
ISO 400