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Was ist neu?

Ulrich Kirschbaum


Basic Mitglied, Mittelhessen

Geht gerade noch ....

Der Spagat zwischen optimalem Aussehen einer Flechte und der Wiedergabe bestimmungsrelevanter Merkmale ist oft sehr weit. Bei dieser Bereiften Schwielenflechte (Physconia distorta) bin ich zu Beginn einer morgendlichen Wanderung vorbeigekommen - und habe sie nicht fotografiert, weil sie so feucht war, dass von der (bestimmungsrelevanten) grobkörnigen, weißen Bereifung der Lappenränder nichts zu sehen war. Als wir 5 Stunden später wieder zurückkamen, war sie oberflächlich gerade so weit abgetrocknet, dass der Reif allmählich zum Vorschein kam. Würde man noch weiter warten, gäbe es eine deutliche Farbveränderung (mit der Trockenfärbung ist sie in den Bestimmungsbüchern beschrieben). Dann jedoch wäre es auch mit der Turgeszens vorbei und sie wäre als "Hungerhaken" (Terminus Ossenbuehliensis) als Fotomotiv eher unattraktiv.
Stack aus 15 Bildern. Bildbreite: 65 mm

Kommentare 11

  • Werner Bartsch 17. Januar 2014, 8:15

    wunderschön zeigst und erklärst du diese moos-flechten-gesellschaft !
    lg .werner
  • Marianne Schön 16. Januar 2014, 20:39

    Da kann ich auch nur staunen und mich am Bild und den Erklärungen erfreuen... vielen Dank auch für deine Namenshilfe bei meinem Flechtenfoto.
    NG Marianne
  • Ulrich Schlaugk 16. Januar 2014, 18:41

    @ Ulrich,
    ich sehe, Du hast Dich mit dem Elmarit einigermaßen versöhnt. Darüber freue ich mich.
    Vielen Dank für den Online-Flechtenkurs.
    Ich hoffe, der naturnahe kommt auch zustande.
    Viele Grüße
    Ulrich
  • Maria J. 16. Januar 2014, 17:57

    Explosionsartig springt einem diese Flechte
    direkt ins Auge .. ,-)!
    Eine sehr dynamisch wirkende Aufnahme!
    Ja, "dreidimensional" ist das richtige Wort!
    Ich schließe mich dem allgemeinen Staunen
    gern an
    und grüße herzlich!
    Maria

  • Günther Breidert 16. Januar 2014, 17:37

    Es ist tatsächlich eine eher plastische Aufnahme. Was man alles mit Stack erreichen kann, ist erstaunlich. Dein Wissen über die Flechten auch.
    LG Günther
  • I. Queck 16. Januar 2014, 17:10

    Wirklich ein Prachtstück - und ein insgesamt prächtiges Bild!
    LG Ingo
  • Ulrich Kirschbaum 16. Januar 2014, 17:04

    Das mit den übrigen Arten kann ich natürlich nicht auf mir sitzen lassen: Mitten auf der Physconia befindet sich eine Schwielenflechte (Gattung Physcia) mit ihren zierlichen Lappen. Rechts oben in der Ecke erahne ich kleine Helme von Physcia adscendens (Helm-Schiwelenflechte). Die gelbe, schmallappige Blattflechte links oben, dürfte Candelaria concolor (Leuchterflechte) oder Polycaulonia (früher Xanthoria) candelaria (Leuchter-Gelbflechte) sein. Um dieses sicher sagen zu können, hätte ich einen Tropfen KOH draufgeben müssen; bei letzterer hätte sie sich rot gefärbt. Die gelbe Kruste ringsum ist Candelariella reflexa (Sorediöse Dotterflechte). Unten rechts erkennt sicher jeder die großen grauen Lappen der Sulkatflechte (Parmelia sulcata). Und die fleischgrauen Apothecien gehören zu Lecanora chlarotera (Helle Kuchenflechte). Im trockenen Zustand sehen diese verschiedenfarbig bräunlich aus; beim Exemplar oben in der Mitte kann man dies bereits erahnen, weil es schon ein wenig angetrocknet ist (morgens waren alle noch total feucht). Ziemlich weit unten links sieht man ein paar relativ breite, olivgrüne Lappen, die zu einer Melanelixia- oder Melanohalea-Art gehören und - schließlich und endlich - entdecke ich unten links (direkt über der angeschnittenen grauen Rosette der Physcia) noch zierliche, düster grünliche Läppchen von Phaeophyscia orbicularis (Kreisförmige Schwielenflechte), die sich auch unten rechts eingeschmuggelt hat.
    Ich hoffe, ich konnte Euren Wissensdurst stillen.
    @Ulrich: Wenn ich davon absehe, dass ich - neben den Stacking-Aufnahmen - von jeder Flechte noch eine Aufnahme mit einem Millimetermaß machen muss (um die Größe der Flechte abschätzen zu können), finde ich die Abbildungsleistung des Objektivs hervorragend. Die zusätzliche Aufnahme (und die anschließende Berechnung der Bildbreite) sind aber schon ziemlich lästig ... zumal einem der kleine Plastikstreifen ständig herunterfällt und oft auch ganz verschwindet.
    @Manfred: Das frühe Aufstehen hat nichts mit Wissenschaft zu tun ... sondern mit präseniler Bettflucht -:(
    mfg Ulrich
  • Frank Moser 16. Januar 2014, 16:44

    Die eine Seite des Spagates ist Dir bestens gelungen - das sieht wirklich seeehr gut aus. Besonders reizvoll finde ich die Farben, einige erinnern an Grisaille-Malerei - bis auf das Grün, aber das belebt das Bild ja erst richtig.
    Die unterschiedlichen Strukturen auf solch engem Raum sind natürlich auch sehr spannend.

    Gruß Frank.
  • Manfred Bartels 16. Januar 2014, 15:18

    Deine Ansprüche sind mal wieder überwiegend wissenschaftlicher Natur, da frag ich mich, warum du eigentlich bei feuchtem Morgentau überhaupt losgehst.
    Ich hätte sie wohl schon am Morgen fotografiert, denn als Motiv ist sie gut und schön anzusehen. Mir gefällt sie.
    LG Manfred
  • kgb51 16. Januar 2014, 14:26

    Der Ulrich Schlaugk hat es mir aus dem Mund genommen. Gerade wollte ich schreiben, dass du die anderen auch vorhandenen Flechten nicht erwähnt werden. Üblicherweise machst du das. Merkst du wie du unsere Ansprüche hochgeschraubt hast?
    Super hast du sie für uns präsentiert.
    LG Karl
  • Ulrich Schlaugk 16. Januar 2014, 13:36

    Ohne die Erläuterung würde ich von Reif nichts erkennen, sondern die hellen Stellen als überbelichtet ansehen.
    Die Flechte wirkt in ihrer hervorragenden Schärfe geradezu dreidimensional.
    Das zeigt, was das Leica Elmarit in Verbindung mit einem Stack leistet.
    Du hast versäumt, die vielen Flechten drumherum zu erklären ;-)
    Freundliche Grüße
    Ulrich

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Ordner Flechten
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Exif

Kamera Lumix G 3
Objektiv Elmarit
Blende 5.6
Belichtungszeit 1/25
Brennweite 45 mm
ISO 160