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Was ist neu?

Juliane Herrmann


Pro Mitglied, Haselau

Gedanken

Gedanken über Großstädter in der Natur

Ostern waren viele Naherholungstouristen aus der Großstadt Hamburg hier in der Haseldorfer Marsch. Man sah es an den Nummernschildern der Autos auf den Wandererparkplätzen. Großstädter erkennt man auch daran, dass sie von der sie umgebenden Natur keine Kenntnis nehmen, vielleicht noch ein großes Schiff auf der Elbe wahrnehmen.

Die Osterspaziergänger machten gewaltigen Lärm und viele ließen ihre großen Hunde unangeleint auf dem Deich laufen, obwohl dort Schafe mit ganz kleinen Lämmern waren. Hinweisschilder "Hunde sind an kurzer Leine zu führen" wurden ignoriert. Das Ergebnis war, dass sich die Schafe an das äußerste Ende der Vordeichfläche zurückzogen und die Kinder keine niedlichen Lämmer mehr anschauen konnten. Die waren alle geflüchtet.

Es war kein einziger Vogel mehr zu sehen. Nur drei Seehunde lagen auf der Sandbank - aber die Touristen hatten nur Interesse für sich selbst. Die Seehunde haben sie nicht entdeckt. Wenn ich die Osterspaziergänger freundlich mit "Guten Tag" grüßte, warfen sie mir befremdete Blicke zu. Logisch. Großstädter. In der Großstadt grüßt man sich nicht auf Spazierwegen. Wo käme man da auch hin.

Heute Vormittag - Mittwoch nach Ostern - habe ich zwanzig Minuten ganz allein still auf dem Elbdeich bei Haselau gestanden und die Natur beobachtet:
- Eine Gruppe von gut 70 Weißwangangänsen flog flussaufwärts vorüber.
- Auf der Sandbank vor der Insel Pagensand lagen zwei Seehunde.
- Ein Kormoran flog vorüber.
- Ein Seeadler flog dicht über der Wasseroberfläche Richtung Pagensand.
- Gänsesäger schwammen und Graugänse flogen flussaufwärts.
- 16 weitere Wildgänse flogen vorüber.
- Eine Kohlmeise zwitschert in einer Weide am Ufer und ein Buntspecht hämmert gegen den Stamm einer Weide daneben.
- Eine Schafherde mit vielen kleinen Lämmern grast am Deich.
- In einem Priel direkt vor mir steht ein Graureiher.
- Zwei Minuten später hat der Graureiher etwas gefangen. Er fliegt damit ein paar Meter weiter auf eine Wiese, wendet die Beute, um sie zu verschlingen. Es sieht aus, als wenn er einen Aal erwischt hat. Der Hals des Reihers wird doppelt so dick, als er den Fisch verschlingt.
- Der Reiher fliegt zurück zum Priel, um dort auf den nächsten Fisch zu lauern.
- Ein schönes altes Holzsegelboot segelt vorüber.
- Aus der Pinnaumündung kommt ein kleines Arbeitsschiff der Wasserbehörde heraus gefahren.
- Brandgänse fliegen vorüber, drehen um und landen am Ufer.

All dies ist den lärmenden Großstädtern entgangen.

Kommentare 1

  • MarVero 12. April 2012, 16:13

    Ganz ähnliche Gedanken habe ich mir bei meinen Spaziergängen und Radtouren (am Wochenende) auch schon gemacht....
    Ich habe festgestellt, dass insbesonders am WE regelrechte Heerscharen den Deich bevölkern.. Das ist ja auch einerseits gut für die Region..es wird ja schließlich sehr viel die Werbetrommel für die Haseldorfer Marsch gerührt... Andererseits gibt es unter den Erholungssuchenden leider sehr viele mit dem von Dir beschriebenen Verhalten... Ich habe nicht nur oft genug schon freilaufende Hunde dort gesehen...auch Kinder, die die friedlich am Deich grasenden Schafe lauthals rufend regelrecht jagden habe ich gerade auch am Osterwochende beobachtet... Traurig, dass die Eltern diesem Verhalten keinen Einhalt gebieten.

    Manche Menschen wissen eben nicht, was ihnen durch ihr Verhalten entgeht....
    ...so etwas wie Deinen super abgelichteten Reiher werden die wohl nie zu Gesicht bekommen...

    Ich werde zukünftig den Deich nur noch ausserhalb der "Stoßzeiten" besuchen.

    VG Veronika