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Was ist neu?

Helmut - Winkel


Pro Mitglied, Freudenberg

Geboren und aufgewachsen (beschriftet)

Ich bitte die mangelnde Bildqualität zu entschuldigen. Scan von altem Abzug...



Aus dem Bildband: F r e u d e n b e r g

(1979, von Hans-Jürgen Klappert)





AUFNAHME VOR 1954

WER MÖCHTE, KANN DIE BILDER

MITEINANDER VERGLEICHEN

Geboren und aufgewachsen
Geboren und aufgewachsen
Helmut - Winkel


Geboren und aufgewachsen (color.)
Geboren und aufgewachsen (color.)
Helmut - Winkel


Mein erster Schultag
Mein erster Schultag
Helmut - Winkel




...bin ich im Weibe - bzw. Asdorftal - so
benannt nach dem Bach - etwa 2 km südlich
von Freudenberg. Der Bach erstreckt sich
über 20 km und mündet kurz vor Betzdorf
in die Sieg.

So sah es noch 1954 aus, als ich 7 Jahre alt
war und zur Schule kam. Meine Großeltern be-
saßen über dem Haus einen großen Gemüse -
und Obstgarten und einige Felder. Wir hatten
Ziegen, die mein Bruder und ich auch schon mal
hüten mussten.

Außerdem hielten meine Großeltern meist ein bis
zwei Schweine und etwa zwanzig Hühner. Selbst-
verständlich war auch stets ein Schäferhund und
mehrere Katzen im Haus. Zu dieser Zeit hatten
ja viele Familien noch Landwirtschaft - für den Eigenbedarf.

Praktisch haben alle männlichen Erwachsenen aus
meiner Familie in einer der Firmen, die dort zu
sehen sind, gearbeitet.

Ich selbst war später auch 16 Jahre als Schweißer
in der Stahlflaschenfabrik Fa. Wilh.Siebel beschäf-
tigt. Und mein Bruder hat auch mal ein paar Jahre
dort gearbeitet.
Mein Stiefvater war als Schweißexperte bei
der Fa. Landruf und der Großvater und Onkel
waren von 1954 - 61 in der Filzfabrik beschäf-
tigt, bis diese durch ein Großfeuer vernichtet
wurde.

In dieser Zeit, im Alter von 7 bis 14 Jahren -
mein Bruder war ein Jahr jünger - haben wir
dem Onkel, dem Opa und auch meinem Stief-
vater oft in sogenannten "Henkelmännern"
- das sind Blechbehälter zum Transport
von warmen Mahlzeiten - das Essen
gebracht.

Das war für uns Kinder dann immer hoch-
interessant!! Alle Maschinen in der Filzfa-
brik wurden über Keilriemen durch Dampf-
druck eines großen Dampfdruckkessels
betrieben. Und der Kesselwärter versorgte
die beiden großen Öfen mit Hilfe einer rie-
sigen Kohlenschaufel stets mit Brennstoff
- und zwar mit Eierkohlen.

Das war immer total spannend, wenn er die schwe-
ren gusseisernen Türen der Öfen öffnete und dann
sieben, acht Schaufeln Kohlen in den laut donnern-
den Feuerschlund hineinwarf. Aber ganz gleich wo-
hin man in der Fabrik ging, alles war für uns
Jungen faszinierend.

Wir haben uns übrigens, solange wir uns in der
Firma aufhielten, immer sehr "anständig" betra-
gen, obwohl wir ja ansonsten in dem Alter viel
Unsinn im Kopf hatten und dementsprechen-
des auch anstellten.

Aber hätten wir uns dort auch nur einmal dane-
benbenommen, hätte man uns sicher fortan
den Zutritt verweigert. Und das wollten wir na-
türlich vermeiden.

Unser Opa und auch der Onkel waren doch stets
sehr verwundert und schmunzelten vielsagend,
wenn wir von den Arbeitern in ihrer Gegenwart
zum Beispiel mit den Worten gelobt wurden:

" I h r seid aber s e h r wohlerzogene Jungen." ( :-)))

Kommentare 17

  • aspectus 25. November 2010, 22:32

    Früher hat man ganz selbstverständlich neben diesen großen Fabrikansammlungen gewohnt, das wäre heute unvorstellbar.
    Schön, dass du auch die Osterhasentreppe in die Dokumentation eingefügt hast!!!!
    LG Renate
  • Hans-Olaf FLÜGEL 7. Oktober 2010, 21:20

    Das sind Geschichten, wie aus einer anderen Welt - wer sie nicht selbst mitgemacht hat.
    In der heutigen Zeit für die jungen Leute kaum vorstellbar.
    Aber sehr schön, wie Du alles beschrieben hast.
    Schreib doch mal Deine Memoiren, da kommt bestimmt einiges zusammen. Titel: ?
    LG von
    olli
  • Fritzla 4. Mai 2010, 21:42

    Dass ssind ja wunderbare Fotos, ja Schätze aus Deiner Kindheit, die Du hier so geordnet zusammwengestellt hast, beispielhaft!
  • Trautel R. 21. Februar 2010, 12:24

    voller interesse habe ich den begleitenden text zu der aufnahme gelesen. vieles in deiner beschreibung erinnert mich an meine eigene kindheit in dem alter.
    hier schneit es schgon wieder und ich hatte gehofft, dass der winter vorüber ist.
    noch angenehme restsonntagsstunden wünscht dir trautel
  • Margot Bock 5. Februar 2010, 20:33

    Wie viele der gezeigten Firmen werden heute noch bestehen und welche sind der Globalisierung zum Opfer gefallen? Du hast es jedenfalls schön dokumentiert. LG Margot
  • Raimund A. Schulz 23. Juni 2009, 21:11

    Das ist dieses tolle Foto, dass die Vergangenheit lebendig werden lässt. Ich bin wirklich begeistert. Eine schöne Heimat hast du - welche das Foto sehr eindrucksvoll darstellt. .

    LG Raimund
  • ilona enz 14. Februar 2009, 0:28

    Sehr schöne Geschichte von dein Leben. Toll, das du auch Fotos von deine Kindheit besitzt.LG Ilona
  • Michael Kläger 13. April 2007, 9:28

    Das ist ein historisches Bilddokument von großer Aussagekraft: leben, arbeiten und wohnen an einem Ort. Die globalisierte Welt verlangt "Flexibilität" - man muss bereit sein täglich weit zu fahren.
    LG Michael
  • Helmut - Winkel 12. April 2007, 0:40

    Vielen Dank für all Eure netten Anmerkungen.
    @Joachim Pfeifer
    Nein nein, Joachim, die Fabriken möcht ich mir niemals wegdenken!
    Da würde ich ja was aus meinem Leben herausreißen! Hast Du nicht meine Textbeschreibung gelesen? Wir sind mit ihnen - den Fabriken - und die mit uns gewachsen. Und Feld, Flur und Wald hatten wir Kinder doch auch mehr als reichlich! Vielleicht kommst Du ja mal ins Siegerland. Es ist immer noch mit die waldreichste Region in ganz Deutschland.
    LG Helmut
  • Joachim Pfeifer 11. April 2007, 23:48

    Ein schönes Zeitdokument mit einer eindrucksvollen Geschichte. Wenn man sich die Fabriken wegdenkt, dann war das ja ein wirklich malerisches Fleckchen, so am Hang im Tal gelegen. Was kann man sich in seiner Kindheit schöneres vorstellen. Zum Glück bin ich auch auf dem Lande (schwäbische Alb) groß geworden.
    Die Bildqualität ist der Zeit angemessen und passt.
    lg
    Joachim
  • Fritzla 10. April 2007, 23:02

    Wie das andere Foto, Helmut, nur sehr lange Erklärungen.
    So sehr ich Deíne Erklärungen schätze, lieber Helmut, so schwierig ist das Lesen am Computer für meine Augen.
    Ich habe schon manche Erklärung ausgedruckt, aber der Ausdruck ist mini, so dass es ohne Vergrößerungsglas nicht geht.
    LG Fritzl
  • Steffen Kuehn 10. April 2007, 17:53

    Hoch interessante Zeitgeschichte. Schön Deine Erleuterungen und der Text. Ich mag solche Geschichten. Habe als Kind immer gern meiner Großmutter zugehört, wenn sie von Früher berichtete.
    vG; Steffen
  • Herbert Collet 10. April 2007, 17:40

    eine interessante geschichte und ein interessantes zeitdokument
    lg herbert
  • Claire Werk 10. April 2007, 17:33

    Sehr schöne Geschichte, dass mit der Fabrik wo die ganze Familie irgendwann mal gearbeitet hat kenn´ ich ;-)
    LG Claire
  • Helmut - Winkel 10. April 2007, 11:19

    Herzlichen Dank für Eure Anmerkungen.
    @ Qrt
    Man kannte ja nichts anderes, aber das hielt sich in Grenzen, soweit ich mich erinnere. Nur wenn die schwarzen Qualmwolken aus dem hohen Schornstein der Filzfabrik herüberzogen - au weia! Und wenn das z. B. Montagmittag passierte, wenn meine Mutter oder Oma gerade weiße Wäsche auf der Leine hatten, dann konnte die gerade noch mal gewaschen werden.
    LG Helmut