Diese Website verwendet Cookies, um verschiedene Funktionalitäten bereitzustellen, Anzeigen zu personalisieren und Zugriffe zu analysieren. Durch die Nutzung dieser Website erklärst Du Dich damit einverstanden, dass Cookies verwendet werden. Weitere Informationen  OK

Was ist neu?
Galmei-Landschaft

Galmei-Landschaft

370 15

Rainer und Antje


World Mitglied, Bremen und Nordwohlde

Galmei-Landschaft

Am Nordrand der Deutschen Mittelgebirgsschwelle sind an vielen Stellen erzhaltige Gesteine in Oberflächennähe gelangt. Eisenerzvorkommen waren die Grundlage für die zahlreichen Hütten, Eisenhämmer und Schmieden in der Eifel, im Siegerland oder im Sauerland. Weniger häufig waren Vorkommen von Schwermetallerzen. Besonders selten sind Stellen, wo diese Erze so nahe an der Oberfläche liegen, dass sie die darüber wachsende Vegetation bestimmen.

Eine solche Stelle ist der Schlangenberg bei Aachen-Breinig. Hier ist der Boden durch Zink- und Bleiverbindungen so stark vergiftet, dass sich hier nur wenige spezielle Pflanzenarten halten können. Zum geringeren Teil handelt es sich bei den Erzen um Sulfide (Verbindungen mit Schwefel), zum größeren Teil um Carbonatverbindungen, vor allem um das Zinkcarbonat "Galmei", das der Vegetation den Namen gegeben hat.

Die Galmei-Vegetation ist ein Relikt aus der letzten Eiszeit, das überleben konnte, weil keine anderen Arten, besonders keine Bäume, auf Schwermetallböden existieren können. Eingekeilt zwischen den von Norden und von den Alpen herkommenden Gletschern, wuchs in dem dazwischenliegenden, eisfreien Bereich von Deutschland eine tundrenartige Vegetation, von der uns der Galmeirasen eine letzte Vorstellung vermittelt. Nach der Eiszeit wurden alle normalen Böden wieder von Wald besiedelt; nur an wenigen Sonderstandorten konnte sich die eiszeitliche Vegetation erhalten. Wenn sie sich nicht auf solchen Sonderstandorten halten konnten, sind die meisten dieser Arten den Gletschern nach Norden oder in Richtung Alpen nachgefolgt. Deshalb findet man heute die nächsten Verwandten der Galmei-Pflanzen in Skandinavien respektive in den Alpen oder anderen mitteleuropäischen Gebirgen.

Wahrzeichen der Galmeirasen ist das Galmei-Veilchen (Viola lutea ssp. calaminaria), ein naher Verwandter des Gelben Stiefmütterchens der Vogesen und des Sudeten-Stiefmütterchens. Es kommt ausschließlich in den Galmeirasen des Aachener Dreiländerecks vor.

(Textauszug aus: http://www.schmitzens-botanikseite.de/galmei2.htm)

Kommentare 15

Schlagwörter

Informationen

Sektion
Ordner Collagen
Klicks 370
Veröffentlicht
Sprache
Lizenz