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Was ist neu?

Ralf der Hinterwäldler


Basic Mitglied, Nordschwarzwald

Friedhof VI - Die jungen toten Soldaten

Ehrenfriedhof in Heidelberg.

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Die jungen toten Soldaten sprechen nicht.
Aber man hört sie in stillen Häusern: wer hat sie nicht gehört?
Sie haben ein Schweigen, das spricht für sie, nachts, wenn die Uhr schlägt.
Sie sagen: Wir waren jung. Wir sind gestorben. Denkt an uns.
Sie sagen: Wir haben getan, was wir konnten, aber bevor es vorbei ist, ist es nicht getan.
Sie sagen: Wir haben unser Leben gegeben, aber bevor es vorbei ist,
kann keiner wissen, was unsere Leben gaben.
Sie sagen: Unser Tod ist nicht unser. Er ist euer; er wird bedeuten, was ihr daraus macht.
Sie sagen: Ob unser Leben und Tod für Frieden war, und für neue Hoffnung,
oder für nichts, können wir nicht sagen, denn ihr müsst es sagen.
Sie sagen: Wir lassen Euch unsere Tode. Gebt ihnen Sinn.
Wir waren jung, sagen sie. Wir sind gestorben. Denkt an uns.

Archibald MacLeish (Jg. 1892, amerikanischer Lyriker, Kriegsteilnehmer im 1. Weltkrieg)

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Kamera: Rollei 6008 Professional
Objektiv: Rollei Rolleigon 1:4 / 150 mm
Filter: -
Belichtungsmessung: Integralmessung
Blende: 16 / Zeit: 1/15 Sek.
Auslösung: Stativ / Fernauslöser / Spiegelvorauslösung
Film: Ilford Delta 100 Professional, belichtet mit 80 ASA
Entwicklung: Rotationsentwicklung, Spur HRX
Digitalisierung: Negativ gescannt mit Canon Canoscan D2400U
Bearbeitung: Verkleinert, Staubentfernung, leicht nachgeschärft, Gradationseinstellung, Rahmung, ansonsten keine Bildmanipulationen.

Kommentare 7

  • Christoph Hammann 17. April 2007, 5:17

    Und auch im Tod noch in Einheiten angetreten.
  • Michael Albat 16. April 2007, 5:41

    Weit in der Champagne im Mittsommergrün,
    dort wo zwischen Grabkreuzen Mohnblumen blühn,
    da flüstern die Gräser und wiegen sich leicht
    im Wind, der sanft über das Gräberfeld streicht.
    Auf Deinem Kreuz finde ich toter Soldat,
    Deinen Namen nicht, nur Ziffern und jemand hat
    die Zahl "Neunzehnhundertundsechzehn" gemalt,
    und Du warst nicht einmal neunzehn Jahre alt.

    Ja, auch Dich haben sie schon genauso belogen,
    so wie sie es mit uns heute immer noch tun,
    Und Du hast ihnen alles gegeben,
    Deine Kraft, Deine Jugend, Dein Leben.

    Hast Du, toter Soldat, mal ein Mädchen geliebt?
    Sicher nicht, denn nur dort, wo es Frieden gibt
    können Zärtlichkeit und Vertrauen gedeihn.
    Warst Soldat, um zu sterben, nicht um jung zu sein.
    Vielleicht dachtest Du dir: Ich falle schon bald,
    nehme mir mein Vergnügen, wie es kommt, mit Gewalt.
    Dazu warst Du entschlossen, hast Dich aber dann
    vor Dir selber geschämt, und es doch nie getan.

    Ja, auch Dich haben sie schon genauso belogen,
    so wie sie es mit uns heute immer noch tun,
    Und Du hast ihnen alles gegeben,
    Deine Kraft, Deine Jugend, Dein Leben.

    Soldat, gingst Du gläubig und gern in den Tod?
    Oder hast Du verzweifelt, verbittert, verroht
    Deinen wirklichen Feind nicht erkannt bis zum Schluss?
    Ich hoffe, es traf Dich ein sauberer Schuss!
    Oder hat ein Geschoss Dir die Glieder zerfetzt?
    Hast Du nach Deiner Mutter geschrien bis zuletzt?
    Bist Du auf Deinen Beinstümpfen weitergerannt?
    Und Dein Grab, birgt es mehr als ein Bein, eine Hand?

    Ja, auch Dich haben sie schon genauso belogen,
    so wie sie es mit uns heute immer noch tun,
    Und Du hast ihnen alles gegeben,
    Deine Kraft, Deine Jugend, Dein Leben.

    Es blieb nur das Kreuz als die einzige Spur
    von Deinem Leben, doch hör meinen Schwur
    für den Frieden zu kämpfen und wachsam zu sein.
    Fällt die Menschheit noch einmal auf Lügen herein
    dann kann es geschehn, dass bald niemand mehr lebt,
    niemand der die Milliarden von Toten begräbt.
    Doch längst finden sich mehr und mehr Menschen bereit,
    diesen Krieg zu verhindern, es ist an der Zeit.

    Ja, auch Dich haben sie schon genauso belogen,
    so wie sie es mit uns heute immer noch tun,
    Und Du hast ihnen alles gegeben,
    Deine Kraft, Deine Jugend, Dein Leben.

    Ja, auch Dich haben sie schon genauso belogen,
    so wie sie es mit uns heute immer noch tun,
    Und Du hast ihnen alles gegeben,
    Deine Kraft, Deine Jugend, Dein Leben.

    Hannes Wader & Konstantin Wecker

  • Kai Aust 15. April 2007, 9:30

    aussagekräftig. gut.
  • Dieter Cosler 15. April 2007, 9:26

    Schwierige Bilder für eine Zeit wo draußen der Frühling erwacht und die Natur explodiert!

    LG
    Dieter
  • ~Merlin~ 14. April 2007, 23:19

    Sehr stark!!!

    Gruß, Kai
  • Jad Lag 14. April 2007, 21:23

    !!!!!!!!!
  • Steffen Froehlich 14. April 2007, 19:55

    Von Weiss bis Schwarz praktisch alles vorhanden, sehr grosser Kontrast. Zu viel? (links unten am vorderen Kreuz).
    Das Bild gefaellt mir aber sehr gut. Vom Friedhof ist nicht viel zu sehen, ein paar Kreuze, einige gehen in den Schatten unter (Im Gegensatz dazu denke man mal an das - naja noch neue Denkmal im Berliner Stadtzentrum, die vielen, vielen gleichfoermigen Steine, die durch ihre Masse beeindrucken oder beeindrucken sollen).
    Aber ganz klar und deutlich ein Kreuz herausgestellt von einem Soldaten, den eigentlich niemand kennt (???)
    Sehr gut!