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Matthias von Schramm


World Mitglied, Hamburg

Frauenfussball 1

Clarisse 5. Juli 2011 Hamburg Eimsbüttel

Frauenfußball

Pulverdampf und Krähenfüße, vielgliedrig auf dem Rasen und in Vorstädten auf Sand. Haben wir in den Gassen gegen Gossen und Mülltonnen geschossen, gibt es jetzt schicke Trikotagen zu kaufen, mit Damenschnitt. Die Damen haben das runde Leder übernommen. Sie haben der Menschheit die fünfziger Jahre Gruß - Hüte weggeblasen. Sie haben Berti Vogts lächerlich gemacht, Berti Vogts dieses „Heul doch Mädchen“ , sensibler Terrier dem man nicht auf den Schwanz treten darf.

Früher waren Frauen die Fußballgegnerinnen mit Fleischsalatarmen in der Küche. Heute kochen sie eine chemische Viererkette aus taktischem Sachverstand und heißen Inka, Babett, Fatmire, Kim und Celia und dribbeln einen auf einer Briefmarke aus. Lächeln, fächeln, tricksen und schwitzen dabei kaum.

Die Nation schaut zu. Weltmeisterschaft in Männerstadien. Die Machonalisten schweigen kleinlaut. Das Weibergewabbel ist unter der Grasnarbe verschwunden, als es noch Schnitzel und Kartoffelsalat (beides in Eimern) am Spielfeldrand gab.

Pulverdampf und Krähenfüße, aber keine Hexen. Bezopfte Rennblondinen, am Ball flinker als mit den Behänden. Sehen gar nicht lesbisch aus, sondern zahnweiß, sportlich und Joghurtwerbungstauglich. Da guckt der Berti, der alte Trauersack. Solche Fußballweiber hätte er früher gerne selbst trainiert, als er noch jung war und gerne mit Jogi am Geschlechtssekret geschnüffelt hätte. Heute aber, Frau Neid und Frau Ballweg, Namen die man sich erst einmal verdienen muss mit Ulltrafrisuren, unmodern und sportlich, selbst bewusst gegen Strich, Trend oder Christina Aguilera. Nein, die kleine Frau Ballweg aus Buchen – Hainstadt ist eine echte Frau. In jeder Pressekonferenz im 74er hellblau, in der Trainingsjacke von Heinz Flohe und mit seiner Trendfrisur.

Fußball ist unser Schminkset. Haare und Zähne verpackt in sympathische weltoffene Sportstudiotauglichkeit.

Krähenfüße, die schwarze Sonne unter dem Industriealltag. Unter dem Staub, 11 moderne Nichtnurhausfrauen treten gegen den Ball. Marta, die laufende kleine Tänzerin, die aus dem Gott Pele gepellt wurde. Ein Gesicht wie eine brasilianische Paellawächterin, eine Torbilanz wie einst Gerd Müller.

Weltmeisterschaft, Pulverdampf und Krähenfüße.

5. Juli 2011



Clarisse - April 2011 - 2
Clarisse - April 2011 - 2
Matthias von Schramm

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