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Thomas Ripplinger


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Fieberklee oder Bitterklee (Menyanthes trifoliata)..

Der Fieberklee oder Bitterklee (Menyanthes trifoliata) ist die einzige Pflanzenart der monotypischen Gattung Menyanthes in der Familie der Fieberkleegewächse (Menyanthaceae). Diese Sumpf- oder Wasserpflanze ist auf der Nordhalbkugel der Erde weit verbreitet.Der Fieberklee ist als Wasserpflanze ein Wasserwurzler oder eine Sumpfpflanze. Er weist folgende Anpassungen an den Sumpfstandort auf: Stängel und Blattstiele sind hohl und dienen der Durchlüftung am sauerstoffarmen Sumpfstandort und dem Auftrieb. Der Gehalt an Gerbstoffen beträgt bis zu 7 %, was der Fäulnisbildung entgegenwirkt.
Blütenbiologisch handelt es sich um homogame „Große Trichterblumen“. Die Fransen der Kronblätter sind morphologisch haarförmige Emergenzen, die als Sperrhaare für kleine Insekten dienen und zugleich die Schauwirkung erhöhen. Es liegt oder Heterostylie vor. Die Nektarabsonderung erfolgt am Grunde der Fruchtknoten. Die Blüten reagieren auf Berührungs- und Temperaturreize. Bestäuber sind Hummeln und andere Bienen. Die Kapselfrüchte wirken als Windstreuer. Die Samen unterliegen der Schwimmausbreitung.
Der Fieberklee ist eine Pionierpflanze, die in Flachwasser vordringt, zur Verlandung beiträgt und so den Lebensraum für andere Arten bereitet, von denen er schließlich verdrängt wird. Als häufige Begleiter sind Braun-Segge (Carex nigra), Sumpf-Blutauge (Potentilla palustris), Sumpf-Veilchen (Viola palustris) und Schmalblättriges Wollgras (Eriophorum angustifolium) anzutreffen.Als Heildroge dienen die getrockneten Laubblätter der blühenden Pflanze.
Wirkstoffe sind: Bitter schmeckende Secoiridoidglykoside wie Dihydrofoliamenthin und Iridoidglykoside wie Loganin; Monoterpenalkaloide wie Gentianin entstehen wohl erst bei der Aufarbeitung der Droge; Flavonoide Cumarine, Phenolcarbonsäuren und Gerbstoffe.
Als Bittermittel fördert die Droge die Speichel- und Magensaftsekretion, und sie wird dementsprechend bei Appetitlosigkeit und Verdauungsstörungen sowie Völlegefühl sowie bei Blähungen eingesetzt. Auch in bitteren Kräuterlikören und Schnäpsen sind Auszüge gelegentlich enthalten. Fieberkleeblätter werden überwiegend in Teemischungen verwendet.
Die früher übliche Einnahme gegen Fieber kann auf Grund der Inhaltsstoffe nicht nachvollzogen werden.
Heutige Zubereitungsvorschriften sind im Homöopathischen Arzneibuch (HAB) aufgeführt. Im 19. Jh. wurde der frisch ausgepresste Saft der „eben zur Blüte aufbrechenden ganzen Pflanze“ mit der gleichen Menge Weingeist gemischt.Der Fieberklee ist auf der Nordhalbkugel der Erde weit verbreitet. Vom Flachland bis in subalpine Höhenstufen wächst er in Feuchtgebieten terrestrisch und halb untergetaucht schwimmend ins Flachwasser hinein. Typische Standorte sind Quellsümpfe von Flüssen, Bruchwälder, Zwischenmoore und die Ränder von Hochmooren.
Da viele dieser natürlichen Standorte jedoch trockengelegt wurden, gelten die Pflanzen in Deutschland als gefährdet, stehen gemäß Bundesartenschutzverordnung unter Schutz und dürfen nicht ohne Genehmigung aus der Natur entnommen werden.Alle Pflanzenteile sind kaum giftig. Hauptwirkstoffe sind Alkaloide wie Gentianin.
Als Auswirkung können unangenehme Kopfschmerzen auftreten. Große Dosen können Erbrechen und Durchfall bewirken, was aber nur bei Missbrauch des alten Volksheilmittels zu erwarten ist.

Foto vom 15.05.2012
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