Diese Website verwendet Cookies, um verschiedene Funktionalitäten bereitzustellen, Anzeigen zu personalisieren und Zugriffe zu analysieren. Durch die Nutzung dieser Website erklärst Du Dich damit einverstanden, dass Cookies verwendet werden. Weitere Informationen  OK

Was ist neu?
feinsinnige Verachtung

feinsinnige Verachtung

290 5

Ursula Elise


Pro Mitglied, Hamburg

feinsinnige Verachtung

Die beiden Bilder sind Vorder- und Rückseite. Die Rückseite ist ein ausgeschnittener Teil einer Thora-Rolle, ausgeschnitten und wohl gestohlen. Und jemand hat ein Bild einer Frau darauf gemalt.
Zu sehen in der ehemaligen Synagoge in Mühlhausen, die noch für Veranstaltungen, aber sonst nur als Museum genutzt wird.

Kommentare 5

  • Werner Nielsen 27. Februar 2017, 1:51

    es macht mich traurig, betroffen und hilflos
    daran zu denken das so etwas stattgefunden hat
    andere Worte fallen mir dazu nicht ein
  • smokeonthewater 8. August 2013, 17:57

    Hallo Ursula,
    finde ich toll, dass Du nachhakst im Museum. Die Entstehung eines solchen Zeitdokuments ist sicher einzigartig und verdient Aufklärung.
    "Wirren der Judenverfolgung" fand ich so ungeeignet nicht. Brandschatzung, Deportation, Flucht waren für die Betroffenen Chaos und Wirrnis. So manche religiöse und private Güter lagen in den verlassenen Wohnungen und Gebäudem einfach herrenlos herum, jeder konnte ungestraft plündern.
    LG Dieter
  • Ursula Elise 8. August 2013, 15:30

    Hallo Dieter,
    für deine Überlegungen zu diesem Foto danke ich dir sehr - etwas derart ist leider sehr selten in diesem Forum.
    Ich habe eben in der Synagoge Mühlhausen angerufen, um noch einmal genau zu fragen. Die Dame, die uns Anfang Juli geführt hat, ist aber jetzt in Urlaub; die, mit der ich sprach, wusste es nicht, und unter einer anderen Nummer nahm niemand ab. Dies nur, damit du siehst, dass ich versucht habe, mich zu kümmern.
    Was ich aber jetzt sagen kann: eine Tora ist ja eine SchriftROLLE. Wenn daraus ein 'Blatt' existiert, muss es herausgeschnitten worden sein, und das musste selbst einem dumpfen SA-Mann als gewollte Beschädigung klar gewesen sein. "Wirren der Judenverfolgung"? - kommt mir zu locker-leichthinnig vor als Ausdruck.
    Trotzdem hast du sicherlich Recht mit Überlegungen, was auch gewesen sein könnte.- Dass Geschichte mit diesem Ausstellungsstück "passend gemacht" worden wäre, den Eindruck hatte ich nicht. Aber Genaueres weiß ich eben leider nicht mehr.
    Gruß Ursula
  • smokeonthewater 6. August 2013, 22:12

    Ich würde das nicht grundsätzlich als Verachtung bewerten. Auch mit dem eigenen Erbe sind die Christen in dieser Weise umgegangen. Nach der Erfindung des Buchdrucks bzw. nach Einführung der fünften Notenzeile haben die Mönche in den Klöstern ihre mittelalterlichen Pergamenthandschriften nur noch als profane Bucheinbände verwendet.

    Sicher erscheint es respektlos, eine Tora zu bemalen. Aber man sollte auch nach den Umständen fragen. War die Tora vielleicht durch die Wirren der Judenverfolgung "funktionslos" geworden? Hat der Maler die Tora vielleicht aus einem Schutthaufen gezogen? Wie problematisch war in diesen Jahren die Beschaffung guten Papiers zum Malen? Jemand, der ein solches Porträt malt, dürfte aufgeklärt genug gewesen sein, um zu wissen, was er tut. Wenn die Gestapo ein bemaltes Torastück gefunden hätte, wären die Konsequenzen ähnlich gewesen wie beim Auffinden einer kompletten Tora. Eine Tora stehlen, um zu bemalen – ich weiß nicht, ob kunstsinnige Menschen so weit gehen würden.

    Ich kenne die Geschichte dieses Kunstwerks nicht und auch nicht das Museum, aber manchmal wird Geschichte auch "passend gemacht".

    LG Dieter
  • Hans Mentzschel 6. August 2013, 19:47

    Sehr interessante Dokumentation - schade, dass auf dem Frauenportrait ganze Sitzreihen als Reflexe auftauchen!
    Dabei ist das ja eine schöne und ernste Frau...
    LG Hans Me