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Falkenberg und meine Meinung 9

Falkenberg und meine Meinung 9

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Bernd Kauschmann


World Mitglied, Elsterwerda

Falkenberg und meine Meinung 9

Wir sind hier ein Fotoforum,
aber eingehend auf bisherige Anmerkungen und Meinungen erlaube ich mir, meine grundsätzlichen Gedanken zu äußern.

Beim Anblick des Geländes und der darauf befindlichen Fahrzeuge wohnen zwei Seelen in meiner Brust.
Wir haben hier ein wunderbares Areal, um daraus ein nahezu perfektes Eisenbahnmuseum zu gestalten. Von Nachteil ist, dass auch Weichen zur kompletten Nutzung aller Gleise außerhalb auf kaum noch genutztem DB-Gelände liegen.
Die vorhandenen Fahrzeuge sind in ihrer Vielfalt und Anzahl ein nahezu einmaliger Schatz.
Natürlich habe auch ich bei diesem Anblick Wünsche und Träume, jedoch ist es eine Verkennung der Situation und vermessen, daraus Ansprüche und Forderungen abzuleiten.
Wir haben es hier nicht mit einem Ausbesserungswerk und Werkarbeitern rund um die Uhr zu tun, dem gleichzeitig Arbeitskräfte zur Erhaltung der gesamten, umfangreichen Infrastruktur des ehemaligen Bw zur Verfügung stehen.
Was allein die betriebsfähige Aufarbeitung und Erhaltung einer Lok, oder gar eines Zuges erfordert, ist scheinbar Vielen immer noch nicht bewußt. Auch nur einen Bruchteil von dem aufzuarbeiten, was hier steht und sei es auch nur äußerlich, erfordert schon viel Zeit und Kraft. Ganz davon abgesehen , dass die Substanz mancher Fahrzeuge es von vornherein nicht mehr sinnvoll erscheinen lässt und nicht mehr dazu taugte. Deshalb stand auch erst einmal die Rettung vor der Verschrottung im Vordergrund.
Beim Betrachten der Fahrzeuge ist aber auch offensichtlich, wieviel Nutzen diese teilweise ausgeschlachteten Loks schon gebracht haben.
Dabei kann ich mich zum Verhältnis der Vereine untereinander nicht äußern und kenne deren Handelsbeziehungen nicht.
Abgesehen davon, auf welche, schon organisierte Art und Weise auch immer man sich hier bedient hat, wurde doch ein umfangreiches Ersatzteillager geschaffen.
Ich halte mir immer vor Augen, dass diese Loks, egal in welchem Zustand, unter anderen Umständen nicht mehr existieren würden!
Ich persönlich finde es auch gut, dass trotzdem in diesem Jahr der Fahrzeugpark erweitert wurde und würde mich über Jeden freuen, der mehr als gute Ratschläge und ironische Beiträge dazu liefert.
Natürlich wäre eine bessere Information zu allen Vorgängen wünschenswert um den umlaufenden Gerüchten Einhalt zu gebieten.
Ich fühle mich nicht dazu berufen, aber vielleicht findet sich Jemand, der im Sinne aller vielschichtig Interessierten konkrete Antworten erfragen kann an Stelle allgemeiner, nichts bringender Diskussionen.
Dazu noch die Bemerkung, dass eine regelmäßige Besuchszeit angedacht ist, sich daraus aber weitere Probleme ergeben. Bis zur Schaffung der neuen Verhältnisse war der Besuch auf eigene Gefahr.
Jetzt würden andere Gesetze greifen.

Über eure Meinungen würde ich mich freuen, vielleicht hilft's...

Falkenberg 11
Falkenberg 11
Bernd Kauschmann

Kommentare 7

  • AnRei 1. November 2007, 22:20

    die problematik der erhaltung und der wiederherstellung von Fahrzeugen und deren dazugehörigen technik und unterhaltung der gebäude kenne ich zu genüge durch meine eigene tätigkeit in einem verein und ich ziehe vor allen den hut die diese arbeit und mühe auf sich nehmen...

    vg andré
  • Christian Kruse 30. Oktober 2007, 14:47

    @Anja,
    super Kommentiert.
    @allen andern und natürlich Bernd auch, ihr habt vollkommen recht.
    Entusiast zu sein reicht heute nicht mehr.
    lg christian
  • Anja Pfeifer 29. Oktober 2007, 9:18

    Falkenberg ist sicherlich ein Thema, das die Gemüter erhitzt und die Meinungen spaltet. Auch ich merke, daß ich beim betachten dieser Bilder sehr emotional reagiere ...

    Ich beschäftige mich erst seit ca 2 Jahren mit dem Thema Dampflok, aber eins habe selbst ich nach meinen ersten Fragen zum Thema "man müsste doch ...." sehr schnell gelernt: Kaum ein Besitzer - egal ob Privat oder ein Verein - kann es sich leisten "mal eben so" eine Dampflok betriebsfähig (oder auch nur museal) zu erhalten. Es sind immense Kosten damit verbunden, die kaum einer "nur" durch das Anbieten von Fahrten wieder hereinbekommt - und auch Dank ungezählter freiwilliger Helfer höchstens senken kann. Fahrzeuge, die im Freien stehen, egal ob betriebsfähig oder nicht, werden vom Wetter angegriffen und rosten unweigerlich (und wie ich immer wieder an einem bestimmten Fahrzeug sehen kann, ab einem bestimmten Zeitpunkt auch sehr schnell). Adäquate Unterstellmöglichkeiten, sofern überhaupt der richtige Platz dafür vorhanden ist, kosten Geld, welches dann wieder an anderer Stelle fehlt ... Ein richtiges Museum noch viel mehr ...

    Alleine mir sind an den zwei Standorten in Falkenberg ca 40 Dampfloks bekannt, die zu 90% dem gleichen Besitzer zugeschrieben werden. Teilweise waren diese Fahrzeuge bis zum Ende der Dampfzeit bei der DR in Betrieb, teilweise schon außer Betrieb gestellt. Ich bin froh, daß sich dort jetzt etwas zu tun scheint, und ich hoffe sehr, daß die Bemühungen von Erfolg gekrönt sind.
    Was ich nicht verstehe - wieso dauert es fast 15 Jahre, bis die Fahrzeuge durch einen Zaun vor Diebstahl geschützt werden? Warum hat ein sicherlich enthusiastischer Sammler an jetzt "nur noch" zwei Standorten fast 80 Dampfloks stehen (in Hermeskeil stehen ebenfalls fast 40 Dampfloks, darunter viele 44er und eine preußische 58.1), den grössten Teil davon im Freien und es passiert viele viele Jahre nichts? Abgesehen von den Arbeiten, die ein paar Leute gemacht haben - und die Angesichts dieser Mengen leider nur ein Tropfen auf den heissen Stein sein kann?

    Es ist Schade, das z.B. kaum bekannt ist, daß das Gelände in Falkenberg, wie Bernd ja schreibt und auch auf einem Teil seiner Bilder zu sehen ist, von den erhaltenen Einrichtungen her fast ein perfektes Museum darstellen könnte. Schade, daß nicht bekannt wurde, ob schon früher versucht wurde da ernsthaft etwas zu unternehmen ... Schade, daß kaum etwas über die Fahrzeuge bekannt ist, außer den Bildern, wie wir sie alle kennen.

    Ich hoffe sehr, daß der Zaun ein Symbol für eine Wendung in Falkenberg ist, und das dieses Gelände und dieser Teil einer in ihrer Größe zumindest in Deutschland wohl einmaligen Fahrzeugsammlung wirklich einer besseren Zukunft entgegensehen :-)

    Ein paar Fragen noch an den Fotografen:
    Hattet ihr vorher um eine Aufnahmegenehmigung angefragt, oder habt ihr es auf gut Glück versucht? Hast Du noch mehr Aufnahmen von den alten BW Einrichtungen? Deine wenigen Aufnahmen davon lassen auf ein sehr schönes Gelände schliessen.

    Und auch ich Danke Dir für diese interessante Serie mit Aufnahmen, die einen Zustand dokumentieren und auch andere Eindrücke und Blicke zeigen :-). Und ich würde mich über mehr SEHR freuen :-)

    LG Anja, die sich für den fürchterlich langen Text entschuldigt .... :-(
  • KA Mera 29. Oktober 2007, 8:15

    Das, was geschrieben wurde ist alles richtig.

    FÜr mich ist es eine echte Überraschung, das an den Loks ÜBERHAUPT gearbeitet wird!!

    Was ich bisher wusste: Herr Falz Senior hat die Loks gekauft, Schwierigkeiten gehabt, sie instand zu setzten (was Sinn macht, siehe Kosten & Zeit) und ist darüber verstorben. Falz Junior hat kein Interesse ander Sammlung.

    So habe ich es gehört - und so ist es offensichtlich falsch....

    Gerne würde ich die Aufgabe übernehmen, dies zu dokumentieren - habe Falz angeschrieben.

    Keine Antwort...

    Und das ist dann auch wieder merkwürdig, oder?
  • Ralf Göhl 28. Oktober 2007, 17:22

    Nun möchte ich nicht viel dazu schreiben, denn ich kann mich den von Steffen aufgeführten nur anschließen.
    Es ist heut zu Tage nicht mehr einfach eine Lok oder anderes Eisenbahnmaterial zu erhalten, aus vielseitigen Gründen.
    Dennoch, es ist nichts unmöglich, so wünsche all denen die sich vorgenommen haben in der Richtung etwas auf die Beine zu stellen viel Erfolg.

    Ralf
  • Steffen°Conrad 28. Oktober 2007, 16:24

    Du triffst des Pudels Kern.
    Die Aufarbeitung, ihre tägliche Unterhaltung für den Museumsbetrieb, selbst die geschützte Unterstellung erfordern Unmengen an Geld, Arbeitsstunden, den Papierkrieg mit Behörden und auch der DB,
    außer den Arbeiten und Kosten, die für Außenanlagen und alles andere erforderliche nötig sind.
    Das alles reizt eigentlich ehrenamtliche Vereine voll aus, auf staatliche Stelen oder grad die DB ist dabei nur ein Bruchteil dieser Erfordernisse zu bekommen, nicht selten finden diese neue Probleme für vorhandene Lösungen...
    Die Freiabstellung schmerzt sicher vielen, wie Du bin ich der Meinung, das bevor große Brote gebacken werden können, kleine Brötchen an der Reihe sind, sprich, die Erhaltung der Loks vor dem Schneidbrenner und damit Ihre Zusammenfassung an einem Ort,
    nicht jede wird wieder leben, aber "Organe" für eine ihrer Schwestern spenden können...
    Die Bilder von Dir, mit denen Du aufgearbeitete Loks präsentierst, sprechen diese Sprache!

    In dem Sinne
    Steffen
  • Klaus Kieslich 28. Oktober 2007, 16:12

    Wenn ich mir die Maschinen im Schuppen ansehe,sind sie rein äusserlich scheinbar noch top .
    Das wäre doch auch was für Meiningen...
    Gruß Klaus