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Was ist neu?

Fran Scott


Pro Mitglied, viel zu gern in Schottland

Experience my Scotland LXIX: Linlithgow Palace

Für das Jahr 1124, also die Regierungszeit Davids I., ist in Linlithgow ein erstes, leicht befestigtes Gut im königlichen Besitz verbürgt, das von Davids Nachfolgern für Aufenthalte genutzt wurde, denn Malcolm IV. von Scottland und Wilhelm I. siegelten dort Urkunden. Dieses erste feste Haus nahm der englische König Eduard I. während seines Eroberungskriegs in Schottland ein und ließ es 1301/1302 zu einer Burg ausbauen sowie weiter befestigen. Linlithgow lag strategisch günstig zwischen Edinburgh und Stirling und war somit ein idealer Standort für eine militärische Basis, welche die Versorgung der englischen Truppen garantierte. Diese erste Burg Edwards war durch einen tiefen, künstlich angelegten Graben vom übrigen Teil des Ortes getrennt und wurde the Peel of Linlithgow genannt.
Nach der gewonnenen Schlacht von Bannockburn gelang es einigen Dorfbewohnern unter der Führung eines Bauern namens William Bunncok die Burg zu erstürmen und den Engländern zu entreißen. Robert the Bruce ließ sie in der Folgezeit schleifen, sodass die Anlage bis etwa 1350 eine Ruine war. Dann ließ sie David II. wiederaufbauen, um sie als zeitweilige Residenz zu nutzen. Nach seinem Tod versammelten sich dort die drei Stände Schottlands und wählten Robert II. zu ihrem neuen König. Er und sein Sohn Robert III. investierten viel Geld in den Unterhalt der Burg, die jedoch 1424 durch ein großes Feuer, das auch einen Großteil der Stadt und die St. Michael’s Church in Mitleidenschaft zog, zerstört wurde.
König Jakob I. – erst kurz zuvor aus seiner langen Gefangenschaft in England zurückgekehrt – nahm dies zum Anlass, um ab 1425 einen Neubau errichten zu lassen. Dabei handelte es sich um den heutigen Ostflügel der Anlage mit einem reichdekorierten Portal und um einen kurzen, sich anschließenden Südflügel. Mit dem Tod des Königs 1437 kamen die Arbeiten vorerst zum Erliegen. Bis dahin hatte Jakob I. rund 7.000 Pfund in Linlithgow Palace investiert, was immerhin ein Zehntel aller königlichen Einkünfte ausgemacht hatte.
Unter Jakob IV. wurde die Anlage vollendet. Er verlängerte den Westflügel und gab ihr durch den Bau des Nordtrakts ihre heutige Gestalt einer geschlossenen Vierflügelanlage, deren Ecktürme ein Geschoss höher waren als die Trakte zwischen ihnen. Die neu errichteten Gebäudeteile dienten fortan als königliche Gemächer. Die ehemaligen Wohnräume im Südflügel ließ Jakob IV. um 1492 zu einer Kapelle umgestalten. Die rege Bautätigkeit des Königs in Linlithgow reihte sich nahtlos in zahlreiche weitere Bauunternehmungen Jakobs V. ein. In Edinburgh ließ er die Great Hall errichten und Rothesay Castle umgestalten. Zum Zeitpunkt seiner Hochzeit 1503 mit Margaret Tudor, der Tochter des englischen Königs Heinrich VII., müssen die Bauarbeiten in Linlithgow mehrheitlich abgeschlossen gewesen sein, denn er machte den Palast seiner Braut zum Geschenk.
Jakob V ließ in der Mitte des Innenhofs einen dreistöckigen, reich skulptierten Brunnen setzen, dessen Dekoration ein Zeichen der Macht, aber auch der Kultiviertheit und Güte des Königs sein sollte.
Das Gebäude begann jedoch schnell zu verfallen. Doch vom Königshaus wurde nichts unternommen, dem Verfall des Gebäudes Einhalt zu gebieten. Als Jakob VI. 1603 zudem als Jakob I. den englischen Thron bestieg und der Hof fast vollständig nach London umzog, verlor Linlithgow seinen Status als eine der Hauptresidenzen der schottischen Könige. Die Anlage wurde fortan zwar noch von einem Vogt verwaltet, aber für Aufenthalte des Hofs nur noch ganz selten genutzt. Am 6. September 1607 stürzte zwischen drei und vier Uhr morgens ein Großteil des Nordflügels ein, und es sollte elf Jahre dauern, ehe der König – anlässlich seines einzigen Besuchs in Schottland – 1617 einen Wiederaufbau anordnete. Die Bauarbeiten begannen 1618 und dauerten sechs Jahre. Leitender Steinmetz vor Ort war William Wallace (nicht DER Wallace), unter dessen Aufsicht eine der „schönsten Renaissancefassaden Schottlands“ erbaut wurde. Trotzdem nutzte das schottische Königshaus Linlithgow nicht mehr. Karl I. von England war der letzte König, der dort übernachtete (1. Juli 1633).
1668 wurde die Anlage als mehrheitlich ruinös beschrieben, trotzdem machte Bonnie Prince Charlie dort im Jahr 1745 kurz Station. Britische Truppen unter der Führung des Generals Henry Hawley fanden nach der verlorenen Schlacht von Falkirk im Januar 1746 in der Anlage Zuflucht. Um sich aufzuwärmen und ihre nassen Kleider zu trocknen, machten die Soldaten Feuer, das auf das Gebäude übergriff und es am Morgen des 1. Februars 1746 in einem großen Brand zerstörte. Der Magistrat der Stadt fühlte sich nicht dafür verantwortlich, das Feuer zu bekämpfen, und so kam es zu Plünderungen der Anlage durch die Bevölkerung, die mitnahm, was noch nicht durch die Flammen zerstört war. Seit diesem Unglück ist Linlithgow Palace eine unbewohnte Ruine, die nie wieder zu Wohnzwecken genutzt wurde.

Liebe Grüße
Eure Fran

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Kommentare 6

  • Duddle Scott 10. November 2013, 12:36

    Tolles Bild - tolle Zeitreise.
    Danke dafür!
    LG Duddle
  • wombat`s view 10. November 2013, 11:58

    kann ich dich auf meiner nächsten
    scotlantour als reiseführerin buchen ???? :-)))
    einfach hammer !!
    LG Guido
  • Under.ground 10. November 2013, 8:01

    Beeindruckende Architektur ....

    einen schönen Sonntag
    wünscht der Ralf
  • Piet der Bär 9. November 2013, 15:08

    Hier sieht man welche Außmaße dieses Schloß hatte. Beeindruckend. Tolle Aufnahme.
    LG Piet
  • Ebert Harald 9. November 2013, 14:07

    sehr interessante Info, tolle Architektur, VLG Harald
  • Joachim Irelandeddie 9. November 2013, 11:48

    Eine beeindruckende und bewegte Geschicht hat dieser Palast hinter sich, deine Guten Informationen lesen sich sehr interessant! Eine gute Teilansicht dieser beeindruckenden Anlage zeigst du uns hier!

    lg eddie

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Kategorie Reise
Ordner Scotland Tour 2013
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