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Yves Avalon


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Esch / Alzette Belval Plaza

Esch/Alzette Belval Plaza Shopping Center Mit dem Hochofen A + B der Hochofen C ist derzeit in China.

Zwischen Baggern und Baukränen im neuen Stadtviertel Esch-Belval wird derzeit auch kräftig an der Restaurierung der zwei Hochöfen gearbeitet. Gegen das Konzept erheben sich allerdings auch kritische Stimmen. Ehemalige Stahlarbeiter bemängeln, dass die Wahrzeichen von Belval inmitten der dichten Bebauung kaum noch zur Geltung kommen.

Das Konzept zum Erhalt der zwei Hochöfen A und B versucht das Unmögliche: Auf der einen Seite steht der neue Stadtteil mit seinen Uni-Studenten und hochqualifizierten Finanzprofis für die Wissensgesellschaft. Nur ein paar Schritte weiter zeugen die rostigen Gerippe der Hochöfen von einer Zeit, als die Stahlarbeiter ihr Brot mit harter, gefährlicher Arbeit verdienten.

Zwei Welten, die in Belval unmittelbar aufeinander stoßen. - Zu eng, findet der Freundschaftskreis der Hochöfen, der sich für den vollständigen Erhalt des Industriedenkmals stark macht. Der "Amicale des Hauts-Fourneaux" geht die dichte Bebauung in direkter Nachbarschaft der Hochöfen A und B zu weit. "Für 25 Millionen Euro streichen wir die Hochöfen an. Warum rücken wir dann die Gebäude so nah heran?", fragt Roby Gales, Präsident der "Amicale". Seiner Ansicht nach besteht dazu keine Notwendigkeit, denn in Belval wäre genug Platz.

Derzeit entsteht unmittelbar neben dem Hochofen B, der nur von außen zu besichtigen sein wird, die "Maison de l'innovation" für das Forschungszentrum CRP Henri Tudor. Deshalb hat der Fonds Belval die Arbeiten am Hochofen B vorgezogen: Er bekam einen neuen Anstrich aus teils grauem, teils transparenten Lack. "Dadurch verzögert sich die Renovierung des Hochofen A. Eigentlich war die Eröffnung schon für Ende 2012 geplant", bemängelt Roby Gales.
Start-up-Unternehmen schauen direkt auf die Blechkonstruktion

Doch auch von den Gegnern der Hochöfen erhebt sich Widerspruch. So sind die Mitarbeiter der Start-up-Unternehmen im benachbarten "Incubateur d'entreprises" dem Vernehmen nach nicht begeistert von der Aussicht auf die rostbraune Industrieruine. Roby Gales zeigt sich einsichtig: "Ich verstehe das auch. Was haben diese Leute davon, dass sie jeden Tag auf die Blechkonstruktion schauen."

Er und sein Verein kämpfen dafür, dass soviel wie möglich von den 1965 und 1970 dicht gemachten Produktionsanlagen erhalten bleibt. Vor allem wollen die Hochofen-Freunde nicht hinnehmen, dass auch der Rest des "Highway", einer Hochstraße auf Stahlträgern sechs Meter über dem Boden, abgerissen wird. "Darauf könnten zum Beispiel Besucher zwischen den zwei Hochöfen hin- und hergehen. Oder die Studenten darauf vom Bahnhof zur Uni laufen", schlägt Gales vor.
Führungen durch die Hochöfen

Beim Fonds Belval räumt man Verzögerungen der Restaurierungsarbeiten ein und verweist auf die Wirtschaftskrise, durch die der Staat auf die Kostenbremse gedrückt hat. Hochofen A hat zumindest ein neues Dach bekommen, sagt Antoinette Lorang vom Fonds Belval. In diesem Jahr gingen die Arbeiten am Hochofen A weiter und der obere Teil von Hochofen B werde eingerüstet.

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