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Free Mitglied, Lüneburg

Engel im Regen

Ich bin glücklich, Dich gefunden zu haben.

Das ganze Leben lang hangelt man sich von Glücksmoment zu Glücksmoment. Meist sind diese Momente, in einer Masse aus Pech geborgen und es ist schwierig an sie zu gelangen. Und gerade diese Mühe macht das Glück noch schöner und strahlender. Schweiß ist eine schöne Glasur.
Jeder Glücksmoment macht selbstbewusster, man fädelt sie an eine Schnur und trägt sie stolz um den Hals. Der erste Kuss hängt da neben der geschafften Prüfung. Ein ganz besonderer Theaterbesuch neben einer wiedergefundenen Freundschaft. Man streichelt mit seinen Gedanken gerne diese Perlen.
Diese Halskette kann nur ein tragisches Ereignis sprengen. Manchmal macht ein solches Erlebnis alles andere zunichte. Es können viele Glücksperlen an dieser Kette hängen. Irgendwo kann man sie zerschneiden.
Watet man gerade durch ein mühsames Meer und der Glücksmoment leuchtet schon am Ende des dunklen Feldes, fällt auf einmal ein Sterbefall vom Himmel, das Licht des Moments erstirbt und es ist dunkler als zuvor. Eine Mauer schließt sich um einen und der Weg zu neuen Glücksmomenten ist verwehrt. Das zerschneidet die Kette.
Da kann nur ein Wunder helfen. Vater aller Glücksmomente. Anhänger an der Kette, der den meisten Menschen nie begegnet. Wunder fliegen in den Wolken und selten landen sie einmal. Es müssen gute Winde wehen, damit ein Wunder in solche Mauern fliegt. Wunder bestehen aus Zufall, Liebe und Verwunderung.
Den Zufall kann man nicht bestimmen. Die Liebe kann sich in einem entwickeln. Nur ein geöffnetes Herz erlebt Wunder. Und die Verwunderung geht den meisten Menschen mit dem Erwachsenenalter verloren. Es ist die liebliche Naivität, die jene Dinge von außen betrachtet. Offener Mund und große Augen. Etwas nicht verstehen und dazu stehen.
Nur diese große Kraft kann die Mauern brechen. Sie entzwei strahlen und neuen Mut schenken. Auf dem grauen Feld erstrahlen nach und nach neue Glückslichter, die man ansteuern kann.
Ein Licht säuselt davon, dass es dir gefallen könnte eine Familie zu gründen. Es zeigt Dir Bilder von einer Frau, die zärtlich Deinen Kopf streichelt und lachenden Kinderaugen, die Erklärung erbetteln.
Ein wenig daneben blinkt ein anderer Glücksmoment. Es ist nicht so strahlend, wie das erste Licht, aber auch dieses blinkende Licht zieht Dich an. Es ist der Aufstieg. Geld und Erfolg. Eine höhere Position in der Firma.
Wie man geht und welchen Weg man nimmt, sollte gut überlegt sein, denn manche Lichter gehen einfach aus und es ist äußerst schwer, ein erloschenes Feuer dazu zu bringen, wieder zu brennen. Meist ist es unmöglich.
Manchmal regnet es Pech vom Himmel und der überdeckt dann für einige Zeit die Lichtpunkte. Dann irrt man für einige Zeit umher und findet kein Glück. Man muss mehr suchen und seine Hände in den dunklen Matsch stecken. Die Momente ertasten und manchmal erkennt man dann erst das es Glück war, wenn sich von ganz alleine eine Perle an die Halskette fädelt. Dann schaut man an sich herunter und erkennt; „Ach ja, das war schön“.
Die erste Perle, an der Kette, die jeder Mensch besitzt entstand bei der Geburt. Sie war schon geformt, als wir den Mutterschutz verließen.
Die Kette wird vollendet mit dem Tod. Ein Lichtblick im Feld aus Pech und den vereinzelten Glücksmomenten. Der Tod weht einen in den Himmel. Genau dahin, wo die Wunder sind. Die dunkle Weite ist dann verschwunden. Vollbehangene Menschen wissen dies, alle anderen klammern sich an ihr Leben.
Und zwischen Geburt und Tod sammeln wir weiter Glücksmomente. Nehmen dafür manchmal viel in Kauf. Andere liegen auf dem Weg und wenn wir ganz viel Glück haben, weht vom Himmel ein Wunder und gibt ein Teil Kraft, die man dann nach dem Tode besitzt.

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