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Was ist neu?

Trine Gutjahr


World Mitglied, Augsburg

Eine kleine Weihnachtsgeschichte

Ein Baum voller Weihnachtssterne nahe Coffee Bay in der Transkei.

Möge Euch jeder einzelne Weihnachtsstern Glück bringen!

Und Euere Aufmerksamkeit auf die unten stehende Geschichte lenken.


Eine kleine Weihnachtsgeschichte

Liebe Buddies, liebe FClerInnen,
ehe ich mich in den Urlaub verabschiede, um meine Familie in der Transkei zu besuchen, will ich Euch eine kleine selbst erlebte „Weihnachtsgeschichte“ erzählen.

Hier kommt sie:

Auf den zweiten Blick - Unterwegs in Südafrika

Wir fuhren 2002 mit einem Mietwagen drei Wochen lang von Kapstadt die Ostküste hoch bis Durban. Es sollte ein ganz normaler Urlaub werden.

Auf den ersten Blick sieht man die Armut kaum. Man umfährt sie auf gut ausgebauten Straßen. Viel eher fällt einem auf: Südafrika ist ein Dienstleistungsland. An jeder Tankstelle, in jedem Supermarkt, in jedem Haushalt. Bettler sieht man in jeder deutschen Stadt bedeutend mehr. Dafür wird das Auto, wenn es parkt, auch rund um die Uhr bewacht. Dafür gibt man gerne ein paar Rand. Für uns sind das ohnehin nur ein paar Cent.

Man ist zunächst viel mehr beeindruckt von der Hilfsbereitschaft und der unbeschreiblichen Liebenswürdigkeit der Menschen. Natürlich ist man auch zutiefst beeindruckt von der wunderschönen Natur. Man sagt nicht umsonst „Südafrika ist die ganze Welt in einem Land“.

Man muß sich schon mehr Zeit nehmen und sich vom Hausmädchen nicht nur bedienen lassen. So erfahren wir beispielsweise, daß sie eigentlich gar nicht Sally heißt. Das ist nur ihr „weisser Name“ weil der halt sehr viel leichter zu merken und auszusprechen ist. Sally heißt eigentlich Noluvo Nodlabi. Sie wohnt auch nur hier um zu arbeiten. Ihre Familie und ihre Tochter sieht sie kaum. Die wohnen viel zu weit weg, in einer kleinen Stadt, deren Name man auch nicht so leicht aussprechen kann. Noluvo wohnt nicht in Pennington, wo wir wohnen, sondern in Lusikisiki. Den Namen richtig auszusprechen ist für europäische Zungen kaum machbar.

Sehr viel später erfährt man dann auch, daß Noluvo hier für 500 Rand (100 Rand sind ungefähr 10 Euro – Umrechnung Stand 2002!) im Monat arbeitet und daß der gesetzliche Mindestlohn eigentlich 800 Rand ist. Aber für 800 Rand gibt es keine Arbeit. Einen freien Tag hat Noluvo eigentlich auch nicht. Das ist Verhandlungssache. Wenn sie einen guten Grund dafür vorbringen kann und wenn sie es nicht übertreibt. Vielleicht zwei Tage im Monat?

Noluvo hat einen Traum

Noch viel später vertraut uns Noluvo ihren Traum an. Sie will Krankenschwester werden. Sie weiß auch schon wo und was das kostet. Dafür spart sie eisern. Neugierig fragen wir nach, wie viel sie denn schon gespart hat und wie viel die Ausbildung kosten wird. 1000 Rand hat sie beisammen, doch die Ausbildung wird 5.500 Rand kosten. Das wird noch lange ein Traum bleiben.

Das sagen wir ihr natürlich nicht. Aber später, unter uns, denken wir nach. 4.500 Rand zu sparen, wenn man nur 500 Rand im Monat verdient, wie soll das gehen? Eigentlich sind das – für uns – nur 450 Euro. Wir sind uns einig. Das Elend der Welt können wir nicht schultern. Aber hier können wir einem Menschen wirklich helfen.

Zwei Tage später fahren wir mit Noluvo in die Schule. Fünf Tage später ist der Vertrag unterzeichnet. Zwei Wochen später wird Noluvos Traum wahr. Sie beginnt ihre Ausbildung zur Krankenschwester.

Warum wir diese Geschichte erzählen? Eigentlich wollten wir sie für uns behalten. Aber Noluvo ist nicht alleine.

Wie halfen wir?

Die Unterstützung für Noluvo kam uns letztendlich doch teurer als zunächst erwartet. Mit der einjährigen Grundausbildung für 5.500 Rand wäre Noluvo Hilfsschwester geworden. Wir entschlossen uns dazu, die Kosten für eine zweijährige Ausbildung zur Krankenschwester zu übernehmen. Mit allen Nebenkosten, beispielsweise für Lehrbücher, Uniform, Unterkunft und Verpflegung, waren das an die 15.000 Rand pro Jahr. Trotzdem, wenn wir das umrechnen, dann sind das etwa 1.500 Euro (Umrechnungskurs Stand 2002!), verteilt auf zwei Personen. Das ist für uns noch tragbar. Dafür hatten wir, wenn wir nur mal kalt dagegen rechnen, einen wunderschönen und unvergleichbar billigen Urlaub in Südafrika.

Eigentlich gaben wir nur den Vorteil, den wir dort hatten, an das Land zurück. Noluvo wird ihrer Tochter einen unvergleichbar besseren Start ins Leben ermöglichen können und als Krankenschwester auch etwas für die Menschen in Südafrika tun können. Um die relativ teuren Bankgebühren zu sparen, überwiesen wir keine monatlichen Beträge. Wir gaben das Geld Freunden mit, die nach Südafrika fliegen. Dort wurde das Geld gebührenfrei direkt auf das Konto eingezahlt.

Wie könnt ihr helfen?

Ob ihr nach Südafrika fliegt oder sonst wo hin: Lebt bewußt. Nehmt den Menschen wahr, der euch dort begegnet. Erwidert die Liebenswürdigkeit, die euch zuteil wird, wenn ihr euch auf den Menschen einlasst. Vielleicht findet auch ihr einen Menschen, dem ihr helfen könnt.

Mit dieser kleinen Geschichte wünsche ich euch allen wunderschöne Feiertage und für das Neue Jahr alles erdenklich Gute!

Peter

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Trine Gutjahr



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Kommentare 13

  • Heidi Habedank 6. Januar 2007, 15:17

    Danke es ist wirklich eine sehr tolle Geschichte und ich werde mich im nächsten (irgendwann mal?) Südafrika-Urlaub bestimmt daran erinnern. DANKE Peter!
    Dein Foto weckt Erinnerungen an Kenia. Eine Farm ca. 4 Autostunden nördlich von Nairobi zwischen Aberdare und Mount Kenia.
    Gruß Heidi
  • Marion Hanson 28. Dezember 2006, 22:11

    Eine wirklich anrührende Geschichte, die auch nachdenklich macht und zum Überlegen anregt, wo man vielleicht direkt "etwas Gutes" tun kann. Dein Beispiel zeigt, dass Hilfe nicht nur nötig ist, sondern auch noch ein wunderschönes Echo bringen kann.
    Dank Deiner damaligen Initiative hattest Du sicher im Kreise Deiner Lieben in SA ein schönes Weihnachtsfest.
    LG Marion.
  • Celia N. 24. Dezember 2006, 14:18

    Lieber Peter,
    vielen Dank für Deine Anmerkung und Deine netten Wünsche.
    Ich möchte Dir und Deiner Familie ein wunderschönes Weihnachtsfest wünschen !
    Liebe Grüße
    Celia

  • Ulla S. 23. Dezember 2006, 14:02

    Ich wünsche Dir und den menschen die Dir lieb und wichtig sind alles Liebe und Gute für die Festtage sowie ein erfülltes und sorgenfreies neues Jahr.
    mfG Ulla
    Männer sind doch Engel ......
    Männer sind doch Engel ......
    Ulla S.



  • Helmut Gutjahr 19. Dezember 2006, 16:57

    Respekt, ein Namensfetter mit großem Herzen. Wie selten in unserer Welt.
    LG Helmut
  • Tine N. 15. Dezember 2006, 21:37

    Eine schöne Aufnahme und eine wunderschöne und beeindruckende Geschichte.
    Man merkt, wieviel Dir die Menschen bedeuten.
    Und einen hast Du ganz besonders glücklich gemacht.
    Eine schöne Zeit im Kreise Deiner Familie.
    LG Tine
  • Petra Sommerlad 13. Dezember 2006, 23:42

    Das ist eine der schönsten Weihnachtsgeschichten, weil sie einfach wirklich einem Menschen geholfen hat, wiederum anderen Menschen helfen zu können und etwas aus sich zu machen. Dazu hast Du noch obendrein eine richtige Zweifamilie dazu bekommen. Das ist einfach wunderschön!!L GPEtra
  • Aus Spass an der Freude 13. Dezember 2006, 8:52

    Ein brennendes Plädoyer für die Menschen Deiner "Zweitheimat" Südafrika. Du sprichst mir mit so vielem aus der Seele.
    Lieben Gruß und nochmals gute Reise - geniesse es, so lange es geht! Bei mir ist es mit dem Traum Südafrika erst einmal vorbei.
    Anita H.
  • Reinhard... 13. Dezember 2006, 8:18

    Hallo Peter,
    ne schöne Gesichte die man nicht nur zu Weihnachten leben sollte. Ich nehme mir den Sinn dieser auf meine Reise mit und wünsche dir nochmals eine schöne Reise!

    LG
  • Marguerite L. 12. Dezember 2006, 23:06

    Peter, danke für die ganz besondere Weihnachtsgeschichte, die zum denken und zum handeln anregt.
    Ich wünsche Dir eine wunderschöne Zeit mit Deiner Familie in Südafrika!
    Liebe Grüsse von Marguerite
  • DiEn 12. Dezember 2006, 21:16

    Ich wünsche euch auch ein paar wunderschöne Feiertage !
    Eine sehr schöne Geschichte und ich finde es sehr lobenswert was ihr für Noluvo getan habe, es ist sehr schön das sie jetzt eine besser
    Zukunft für sich und ihre Familie hat und durch euch ihren Traum erfüllen konnte !!
    LG Diana
  • Sandra U. Ralf J. 12. Dezember 2006, 21:12

    Eine wunderschöne Aufnahme.
    Und als wir uns Deine Geschichte durchlasen, bekamen wir ein wenig feuchte Augen.
    Sind wirklich gerührt und beeindruckt von Eurer Hilfsbereitschaft.
    Schön das es noch Menschen wie Euch gibt !
    Und das meinen wir aus vollem Herzen.
    Wir wünschen Euch einen schönen Urlaub allles Gute.
    Bis Bald
    LG Sandra und Ralf
  • B. Edmund 12. Dezember 2006, 20:54

    Was gibt es für ein schöneres Weihnachtsgeschenk, als einen Menschen glücklich zu machen ... das habt Ihr hier getan und einen Traum wahr gemacht.
    Dir und Deiner Family auch schöne Weihnachtsfeiertage und Guten Start ins Neue Jahr.
    Gruß Edi

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