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Was ist neu?

Thomas Jüngling


Pro Mitglied, Quedlinburg

Ein längst vergessener Tunnel...

...schlummert oben im Harz. Mancher Eisenbahn-Fan war ihm am Osterwochenende wohl sehr nahe, hat ihn sogar fotografiert, ohne ihn wahrzunehmen. Die Rede ist vom Bismarcktunnel an der Rübelandbahn. Er gehört zum alten Verlauf der Strecke, als die Rübelandbahn noch eine Zahnradbahn war. Damals führte die Bahn von Hüttenrode aus direkt neben der B27 durch's Kreuztal, verschwand dort im Berg und kam 187 Meter weiter in westlicher Richtung wieder zum Vorschein. Bald darauf überquerte sie auf einem Bahnübergang die heutige B27 und fuhr dann in den alten Rübelander Bahnhof ein.

Sehr bald ersann man jedoch eine neue Trassierung der Strecke, da die alte Strecke nicht ohne Zahnradbetrieb auskam und insgesamt schnell den Anforderungen nicht mehr genügte. Der Bismarcktunnel – nicht der einzige Tunnel, der verschwinden sollte – bot nicht das nötige Lichtraumprofil für moderne Güterwagen und wurde auch daher umgangen, dann 1931 stillgelegt und zugemauert. Die Strecke wurde nun oberhalb des Kreuztals verlegt, was den Neubau zweier Tunnels und des bekannten Kreuztalviaduktes erforderte. Auch der alte Bahnhof von Rübeland verlor seine Bedeutung, da die Strecke nun an ihm vorbei führt. Dieser Bereich wurde als Güterbahnhof weiter genutzt und ist bis heute erhalten – ein Stück weit sogar noch befahrbar und bis heute Standort der Lokomotive "Mammut", einer Lok der sog. Tierklasse.
In Rübeland entstand auf Höhe der Tropfsteinhöhlen ein neuer Bahnhof. Von Hüttenrode kommend durchquert der Zug nun also zunächst den Krumme-Grube-Tunnel mit 307 Metern länge, überquert sofort im Anschluss das Kruztalviadukt und mündet direkt wieder in den 90 Meter langen Nebelholztunnel. Von dort an führt die Trasse weiter zum neuen Rübelander Bahnhof, quert vorher noch die B27 auf einer Stahlbrücke.

Der zuletzt genannte Nebelholztunnel befindet sich im Berg genau über dem hier gezeigten Bismarcktunnel. Es ist sogar so, dass die erste Stütze des Kreuztalviaduktes direkt am Portal auf der anderen Seite steht. Die Brücke wird oft fotografiert. Aber wer nimmt das zugemauerte Portal darunter wahr? Maximal die Wanderer, die auf der alten Trasse unterwegs sind – der Eisenbahn-Tourist auf der Durchreise wird's nicht bemerken!

Ein Vergleichsbild...
Ein Vergleichsbild...
Thomas Jüngling
Das Licht am Ende des Tunnels...
Das Licht am Ende des Tunnels...
Thomas Jüngling


Erst vor wenigen Tagen wurde am Lokschuppen im alten Bahnhof Rübeland sogar die "Bergkönigin" 95 027 mit Wasser versorgt und machte dann wieder mächtig Dampf.
Zu Besuch bei Oma...
Zu Besuch bei Oma...
Thomas Jüngling


Aufnahme vom 03.04.2013 mit Canon EOS 1100D im manuellen Modus. Leider war das Licht mal wieder sehr schlecht und kaum Farbe im Spiel, daher wurde sie Sättigung nachträglich etwas erhöht.

Kommentare 2

  • makna 4. April 2013, 8:19


    Respekt - das ist ja eine eisenbahnhistorisch interessante Tour, die Du unternommen hast und uns hier beschreibst !!!

    Das Mauerwerk sieht sogar neuer aus als von 1931, aber dass diese Trasse und der Tunnel überhaupt noch existieren, grenzt an ein Wunder ... nach 82 Jahren!

    Ich hab' natürlich schon weiter geklickt, und werde also auch bei den anderen Motiven noch was dazu schreiben ;-)

    Jedenfalls: Danke für diese Geschichts-Tour mit den aufschlußreichen Erläuterungen!

    BG makna
  • Dieter Jüngling 3. April 2013, 22:29

    Schön, dass du ihn gefunden hast und hier zeigst.
    Nur in wenigen Büchern wird er beschrieben und gezeigt.
    Schön aufgenommen.
    Gruß Vati

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Ordner Rübelandbahn
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Lizenz

Exif

Kamera Canon EOS 1100D
Objektiv Canon EF-S 18-55mm f/3.5-5.6 IS II
Blende 6.3
Belichtungszeit 1/160
Brennweite 18.0 mm
ISO 200