Diese Website verwendet Cookies, um verschiedene Funktionalitäten bereitzustellen, Anzeigen zu personalisieren und Zugriffe zu analysieren. Durch die Nutzung dieser Website erklärst Du Dich damit einverstanden, dass Cookies verwendet werden. Weitere Informationen  OK

Was ist neu?
DUNKEL ERINNERT - Vernissage

DUNKEL ERINNERT - Vernissage

528 0

Kata Maler


Free Mitglied, Bremen

DUNKEL ERINNERT - Vernissage

19. Oktober - 14. Dezember 2012 - DUNKEL ERINNERT

Bilder von Steffen Osvath

Vernissage am 19. Oktober 2012 um 20 Uhr



„Vor Ort“ zu stehen – am Ort der fotobearbeiteten, düsteren und ziergerahmten Bilder von Steffen Osvath zu stehen ist ein zunächst schwer ertragbares Erlebnis. Denn Bild für Bild scheint sich der Betrachter in einem Tiefseetauchboot zu befinden, scheint er Knirschgeräusche seines am felsigen Grund entlang schrammenden Kiels zu hören. Das erfordert Aufnahmebereitschaft und Kraft – eine Anstrengung, die sich lohnen könnte.Nicht jedem ist es problemlos möglich, sich einzufinden in die Kulturleistung der kollektiv vollzogenen Umdeutung und Übermalung des Menschgegebenen Urgrauens hin zu einem blauen Segeltörn.

Osvath jobbt in Recyclinghöfen. Auch aufgerissene Fotoschachteln mit Bildern abgeschlossner Lebensläufe gleiten am Fließband vorbei: abgelichtete Personen einer Geburtstagsfeier, eines Urlaubs im Schwarzwald, stehend auf einem Bootssteg, lehnend an einem Brückengeländer, mit Zuckertüte, im Karnevalkostüm, ein betagtes Ehepaar am Abendtisch gegenübersitzend, Zeitung lesend – man kennt das:

Ihres Bezugs entrissene, wahllos gewordene Fotos haben ihre Distanz schaffende Vertrautheit verloren; das bedeutet: weil die personale Wiedererkennung ausbleibt, wird unvermittelt die allgemeine Nacktheit des einzelnen Seins erkannt. Auf „direktem Umweg“ sieht sich der Betrachter jetzt jäh gespiegelt, indes auf transpersonaler Ebene. Unter solcher Neuvertrautheit ringt er jetzt um seine Identität. Tief am Grunde schrammt der Kiel. Das ist die Unbehaglichkeit, auch Unerträglichkeit, die sich vor den Bildern von Osvath einstellt. Die den Großdrucken zu Grunde liegenden, ausgewählten Fotos werden zuvor bearbeitet. Das geschieht zum Teil intensiv, spontan und „aus dem Bauch heraus“. Sie sind dann „schön“, wie Osvath kurzbündig erklärt. In der Tat, es mag einem nicht selten vorkommen, dass er dieser oder jener, spontan oder in Pose, abgelichteten Person Würde gibt. Nicht eine vor(an)gestellte Würde wäre es, sondern jene, die sich einstellt, wenn selbst das Groteske in der Bedingtheit des Menschen angenommen und herausgearbeitet wird. Wenn Osvath seine Bilder schön nennt, dann resultiert das Schöne aus der Wahrheit. Das ist nun ein ursprüngliches Anliegen der Kunst. Ihm stellt sich Steffen Osvath. Die ihm eigene Sprache zielt in bester Tradition aufs Ganze.

Prof. Wolhart Hähnel

http://www.outofmymind.de

Kommentare 0

Informationen

Sektion
Ordner Extern O.A.
Klicks 528
Veröffentlicht
Sprache
Lizenz

Exif

Kamera Canon EOS 600D
Objektiv Canon EF 24-70mm f/2.8L
Blende 2.8
Belichtungszeit 1/50
Brennweite 24.0 mm
ISO 200