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Yang Fang


Free Mitglied, Schöneck

Dilemma mit den "wahren Farben"

Was ist anzustreben, Reproduktion der "wahren Farben" oder Wiederhabe der gegebenen Lichtstimmung? Darüber wurde letzte Zeit vor allem im VC oft diskutiert.

Für das erste Ziel war dieses Schnappschußportrait einer netten Ladenbesitzerin aus Korfu offenbar "missglückt", denn der Weißabgleich meiner Digitalkamera (Sony F717) war durch das an einer farbigen Wand reflektierte Sonnenlicht überfordert (für den manuellen Weißabgleich hatte ich natürlich keine Zeit gehabt). Auf der anderen Seite wurde oft so argumentiert, dass es "legitim" sei, dass ein "verfärbtes" Foto die gegebene Lichtstimmung wiedergebe. Die einfachste und beliebteste Methode, von diesem Dilemma wegzukommen, ist die Farbeumwandlung, typischerweise in SW. Im rechten Bild ist mir jedoch halbwegs gelungen, den Hautton in PS durch manuelle Level-Einstellung wiederherzustellen, während die Standardfunktion Auto-Level zu einem unbrauchbaren Resultat geführt hat.


Links: Original
Mitte: nach PS Auto Level
Rechts: nach PS manual Level mit (weißen) Zähnen als Referenzfarbe

Kommentare 24

  • Benjamin Tharin 23. August 2003, 21:03

    ^^
    nicht wirklich. ich drucke ca. 5-10% meiner Aufnahmen schlussendlich also bereits selektierten und die kommen logicherweise 10 mal besser rüber als auf dem bildschirm ich halte das für eine tatsache :)
  • Gerhard Linial 23. August 2003, 12:50

    @Benjamin:
    Spricht da etwa der Druckerkollege?
  • Benjamin Tharin 23. August 2003, 11:58

    Gerhard
    Völlig richtig gesehen. Nur lässt sich ein RGB farbwert umrechnen genauso wie sich ein CMYK wert umrechnen lässt. uNd dass niemand den gleichen Hautton hat ist mir auch klar. Das nennt man eine Range. Zumindest bei uns. Und egal wie du's machst, es sieht ok aus solange du in dieser Range bist, wenn du noch genau weisst wies wirklich ausgesehen hat dann ist das problem ja klar.
    Und ich persönlich halte digitale fotos für langweilig. Erst wenn sie gedruckt werden (und nicht mit dem Hobbydrucker vom Hobbyfotografen) und zwar auf hochglanz, dann kriegt das foto seine tiefe...
  • Gerhard Linial 23. August 2003, 9:51

    @Benjamin:
    Mit Faustregeln ist es so wie mit Statistiken. Sie mögen vielleicht übergeordnet eine gewisse Richtschnur bilden, aber im Einzelfall stimmen sie selten. Wer hat denn schon DEN mitteleuropäischen Hautton?
    Im übrigen ist der Farbraum CYMK für die Weiterverarbeitung in Printmedien vorgesehen. Wir Hobbyfotografen bewegen uns doch im RGB-Farbraum.
    vG,
    Gerhard
  • Benjamin Tharin 23. August 2003, 2:45

    Es gibt Faustregeln für die CMYK anteile für einen Mitteleuropäischen hautton :))) *g* das macht die ganze diskussion müssig. :)
    Kennt das vielleicht auch noch jemand anders ? :)
  • Yang Fang 17. August 2003, 12:41

    Siegfried,
    Du hast doch gesehen, daß dieser einzige Satz, der "objektiv" klang, mit "Übrigens" anfing und den Schlüsselwort "Lichtquelle" enthielt, während 98% meiner Messages in diesem Thread (inkl. die Bildbeschreibung) die Bemühung aufwiesen, die Sache mit der Farben zu relativieren. Es ist nicht wahr, daß ich versucht hätte, "diese Objektivität im Zusammenhang mit den ‚richtigen Farben' in der Fotografie zu interpretieren", denn in der fotografischen Praxis, wie Du später erwähnt hast, ist hauptsächlich das an farbigen Objekten reflektierte Licht von irgend einer Lichtlichtquelle oder gemischten Lichtquellen primär wichtig.

    vG,
    yang
  • Siegfried B. 16. August 2003, 23:16

    Hallo Yang,

    ich finde Du suchst nach einer Objektivität, die es gar nicht geben kann:
    > Übrigens, die Farben der Lichtquellen selber sind
    > physikalisch durch die jeweiligen Wellenlängen
    > bzw. Frequenzen eindeutig definiert.
    Die Aussage ist zwar richtig, bringt aber überhaupt nichts in dem Zusammenhang. Eine objektive Farbe mit definierter Wellenlänge gibt es doch in physikalischen Experimenten, z.B. wenn Du direkt das Licht eines Laser einer bestimmten Wellenlänge siehst, u.ä. (Sogar in dem Fall ist es komplett unbekannt, wie unterschiedliche Menschen diese Farbe wahrnehmen.)

    In realen Situationen haben wir es aber immer mit Sonnenlicht oder künstlichem Licht unklarer Farbtemperatur zu tun, das vom Objekt reflektiert wird und dann mit dem Film oder dem Chip wechselwirkt.
    Da bleibt nicht mehr viel Objektivität übrig.

    Deshalb würde ich die Objektivität aussen vor lassen und sagen, erlaubt ist was gefällt.

    gruss Siegfried
  • Gerhard Linial 16. August 2003, 22:14

    Yang,
    wenn eine Aufnahme "natürlich" präsentiert werden soll, habe ich keine Probleme mit leichten Abweichungen gegenüber der Farbigkeit bei der Aufnahme, solange der natürliche Eindruck gewahrt bleibt.
    Wenn aber ein Bild mit Farbstich als ultimativer Kick der künstlerischen Freiheit präsentiert wird, dann habe ich Probleme, das zu verstehen.
    Alles in allem aber glaube ich, dass wir uns etwa auf der gleichen Wellenlänge befinden.
    vG, Gerhard
  • Yang Fang 16. August 2003, 11:58

    Qingwei,
    "Direkte Kameraaufnahme" ist strenggenommen nur im Fall der Diaaufnahme von Bedeutung. Bei der Vergrößerung des Negatives kann man immer Tricks verwenden, was gerne als "legitim" angesehen wird. Für die Aufnahmen der Digitalkameras ist die Grenze zwischen "direkt" und "nachträglich" in der Tat nicht mehr so scharf, denn viele PS-Funktionalitäten wurden bereits in Digitalkameras eingebaut, wie z.B. Farbsättigung, Verfärbung (SW, Sepia, etc), Schärfung, usw. Auf meiner Kamera kann man sogar die Schüße "on board" neu bescheiden. Das Grundprinzip des RAW-Formats ist sowieso für die nachträgliche Farbbestimmung gedacht.

    Ich habe kein Problem mit der EBV-Nachbearbeitung zur Korrektur oder Verbesserung/Veränderung mit dem Effekt, den man mit der Kamera bzw. speziellen Objektiven auch erzielen kann. Aber, ich mag solche Versuche nicht, ein schlechter Originalschuß durch "überdosierte" EBV als "geniales" Foto zu verkaufen. Die Beispiel dafür gibt es auf der FC bzw. im VC genug.

    Gerhard,
    wieder sehr schön formuliert. Deswegen haben solche Bilder mit enormen "Abweichungen" viele überhaupt nicht gestört:



    vG,
    yang
  • Gerhard Linial 16. August 2003, 1:04

    nochmals zu "wahre Farben":
    Wirkliche Übereinstimmung der Farben zwischen Original und Foto wird lediglich in der Reprofotografie verlangt. Und in dem Zweig ist der ganze Workflow abgestimmt.
    In unserem Hobby sind wir doch auf unsere Farberinnerung angewiesen und die lässt teilweise erhebliche Abweichungen zu.
    Gruß, Gerhard
  • Qingwei Chen 16. August 2003, 0:39

    Das heißt aber nicht, dass man bei Fotografieren nicht mehr aufpassen muß:-) Das Ergebnis gibt es sehr zu bedenen, welche Bilder hier in FC noch Ergebniss direkt Kameraaufnahme sind:-)

    LG Qingwei
  • Yang Fang 15. August 2003, 22:26

    Bi De,
    die Auto's machen in der Regel eine motivunabhängige "Optimierung". Kein Wunder, daß sie in der Praxis oft Nichts taugen.
    Auto Weißabgleich hatte ich wahrscheinlich auf meiner Kamera gehabt. Dies kann ich im nachhinein leider nicht nachlesen (keine EXIF-Eintragung).

    Hansjoery,
    ich habe PS auch nicht systematisch gelernt, bekomme von Zeit zu Zeit ein Paar Tipps von meinem Sohn.:-))

    vG,
    yang
  • Hansjoerg S. 15. August 2003, 21:30

    Tolle Idee und super Doku
    Du kennst dich aus, das sieht man
    Leider bin ich noch nicht so weit
    Gruss
    Hansjörg
  • Yang Fang 15. August 2003, 16:30

    Danke für Deine brilliante Ausführung, Gerhard!

    Ja, im allgemeinen gibt es "wahre Farben" oder "richtige Farben" nicht. Alles ist eine Definitionssache. Deswegen stand dieser Begriff bei mir in Klammer. Allerdings nehmen unsere Augen die Farben unter der Lichttemperatur um 5000° mehr oder wenig als "natürlich" wahr. Ohne solche eine Annahme würde die Bemühung der Film- und Digitalkamerahersteller, "richtige Farben" zu erzielen, keinen Sinn machen.

    Übrigens, die Farben der Lichtquellen selber sind physikalisch durch die jeweiligen Wellenlängen bzw. Frequenzen eindeutig definiert.

    vG,
    yang
  • Gerhard Linial 15. August 2003, 16:19

    "wahre Farben", gibt's die überhaupt?
    Die zur Aufnahme vorherrschende Lichtart, Das eingesetzte Speichermedium (Chip, Dia- oder Negativfilm) die Übernahme in die EBV, der Monitor, eventuelle Bearbeitung mittels EBV oder Labortechnik, Drucker, Tinte und Papier, alle haben Einfluss auf das, was später als Bild herauskommt.
    Ich finde, es ist wichtig, wie man die Farben "wahrnimmt" und wie man sie dem Betrachter rüberbringt. und da scheint mir das rechte Bild durchaus akzeptabel.
    Gruß, Gerhard