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conni ellner


Pro Mitglied, Koblenz

Die weiße Rose

Euch allen ein wunderschönes wochenende

*
Es gibt Augenblicke, in denen eine Rose wichtiger ist als ein Stück Brot.

*
Rainer Maria Rilke

*
Während seines ersten Aufenthaltes in Paris ging der deutsche Schriftsteller Rainer Maria Rilke(1875-1926) jeden Mittag in der
Begleitung einer jungen Französin an einer alten Bettlerin vorbei.
Stumm, starr,unbeweglich und unbeteiligt saß sie Tag für Tag auf einem Mauerstück eines öffentlichen Gartens.
Zu keinem Geber sah sie auf.
Sie bat nicht und dankte nicht.
Hatte einer ein Geldstück in ihren Handteller gelegt,
dann holte sie die Hand zu sich zurück,
ließ die Münze in ihrer Kleidertasche verschwinden und schickte die aufgetane Hand wieder von sich fort.
Während nun die Französin die Bettlerin stets mit einer ansehnlichen Gabe bedachte,
spendete Rilke keinen Sou.
"Man müßte ihrem Herzen schenken,
nicht ihrer Hand", sagte er ihr,
als sie sich über sein Verhalten wunderte.
Am nächsten Mittag trug der Dichter eine kaum erblühte weiße Rose zart, behutsam und gütig zwischen den Spitzen seiner Finger.
Über das Gesicht der Freundin lief Freudenröte.
Sie dachte:"Mir eine Rose aus der Hand Rainer Maria Rilkes!"
Doch sie bekam die Rose nicht.
Bei der Bettlerin angekommen,
stand der Dichter still und legte die weiße Rose in die geöffnete Hand der alten Frau.
Da geschah,was bisher noch nie geschehen war:
Die Bettlerin sah zum Geber empor.
Mehr noch: sie stand auf, griff nach der Hand des fremden Mannes,
küßte sie und ging mit der Dichterrose fort.
An den folgenden Tagen mied Rilke die Straße der Bettlerin.
Die Freundin hingegen konnte es nicht unterlassen,
alle Tage den gewohnten Weg zu gehen,
nur um ..wie sie sich selbst zur Entschuldigung sagte .. der Bettlerin die ihr täglich zustehende Münze zu geben.
Doch zu ihrer großen Verwunderung traf sie die Bettlerin nicht an.
Nach einer Woche hielt sie das Schweigen nicht länger aus.
Sie war entschlossen,
mit dem Dichter über die Wirkung seiner Gabe zu sprechen und zwar sobald er das nächste Mal an der Bettlerinstraße vorübergehen wollte. Aber genau in dem Augenblick, da sie ihre Frage stellen wollte,
bog Rilke in die seit einer Woche gemiedene Straße ein.
"Jetzt können wir wieder hier entlanggehen,
denn sie sitzt heute wieder an ihrem Platz."
Die Freundin war nur noch eine einzige Frage.
Der Dichter hatte recht.
Die alte Bettlerin saß wie gewohnt auf dem Mauerstück: stumm, starr, unbeweglich, unbeteiligt. Und während die Rilke-Freundin eine Münze in die ausgestreckte Hand legte, die größer war als je zuvor und die Bettlerin diese auf die übliche Weise verschwinden ließ, gab Rilke nichts.
Die Freundin aber hatte eine Frage, die sie nicht unterdrücken konnte:
"Wovon hat sie all die Tage, da niemand Geld in ihre Hand legen konnte, gelebt?"
Rainer Maria Rilke antwortete ihr: "Von der Rose!"

Kommentare 16

  • Angelo della luce 17. Februar 2011, 20:23

    Mal etwas ganz anderes Rosen in sw, so zart und weich! Finde das ist eine sehr gelungene Aufnahme!
    lg Ralf
  • weisse feder 17. Februar 2011, 11:50

    ein sehr feines, zartes bild... allerliebst anzusehen... lg. white feather
  • 008 15. Februar 2011, 22:36

    Sehen wunderschön aus deine weißen Rosen
    LG
    Burkhard
  • Guglielmo Antonini 13. Februar 2011, 23:38

    nice composition and work. Ciao, Guglielmo.
  • Hannes.L 12. Februar 2011, 9:37

    einfach sehr gut
    -kompliment- zu diesen foto........
    lg.hannes
  • Brigitte Hoffmann 12. Februar 2011, 1:40

    Nelly, nicht nur die Geschicht (die ich nicht kannte), sondern auch das Bild deiner wunderbaren Rosen hat mir sehr gefallen.
    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende.
    LG Brigitte
  • 100 Jahre GerhARTd 11. Februar 2011, 18:35

    eine sehr schöne,zarte aufnahme nelly,auch das s/w passt hier sehr gut!
  • Sigrun Pfeifer 11. Februar 2011, 16:34

    Weisse Tropfenrosen, die herrlich aussehen. Dazu eine nachdenklich machende Geschichte ! Wunderschön ! LG Sigrun
  • Klaus Zeddel 11. Februar 2011, 12:27

    Edle weiße Rosenblüten, wirken so weich und zart in dieser Bearbeitung. Dazu eine wahrlich anrührende Geschichte, eine zauberhafte Präsentation in Wort und Bild.
    LG Klaus
  • Wagner Peter Sey. 11. Februar 2011, 11:55

    Dein Bild ist wie ein wunderbares Gemälde,
    und die Geschichte sehr berührend..
    ich bin beeindruckt von Deiner
    gefühvollern Präsentation....


    danke, auch Euch ein wunderbares Wochenende...

    liebe Grüße Peter
  • Berni 55 11. Februar 2011, 11:10

    Ein wunderbares Rosenfoto
    mit ebensolchen Worten
    untermalt.
    Dir ein besonders schönes WE

    Gruß Berni
  • Rm Fotografie 11. Februar 2011, 10:31

    beim lesen bekam ich gänsehaut...sehr ergreifend und nachdenklich.....dazu deine edle fotografie, ich bin sehr begeistert liebe nelly

    liebe grüße
    ruhtmarie
  • Träumerin 7 11. Februar 2011, 10:08

    was soll ich dazu noch sagen,wunder,wunderschön!
    gabi
  • Rhapsody09 11. Februar 2011, 10:03

    Eine zauberhafte Arbeit in Wort und Bild, deine Arbeiten sind immer " besonders " u. sensibel. Kompliment ! LG Marion
  • Ebert Harald 11. Februar 2011, 10:02

    wunderschön und zart,VLG und ein schönes WE,Harald
  • Ludwig F. Ellner 11. Februar 2011, 9:56


    eine ergreifende geschichte zu deiner hübschen aufnahme.....

    lg ludwig