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Matthias Galinsky


Free Mitglied, Pfarrkirchen

Die Kegelbahn

Kaspar und Magdalena Frischeisen haben 1904 bei Ihrem Wirtsanwesen in Egglkofen (Landkreis Mühldorf) eine Kegelbahn errichtet. Nahe der Ortsmitte, wo sich Kirchenvorplatz, Auffahrt zum Schloss, der neue Bahnhof und zwei Wirtshäuser zusammenfanden, war die Kegelbahn mit ihrem Salettl und dem kleinen vorgelagerten Biergarten ein beliebter Treffpunkt für Bürger und Bauern.

Die Erhaltung des zuletzt verfallenden Bauwerks ist einer Initiative Egglkofener Schüler zu verdanken. Sie haben im Jahr 2001 Landratsamt Mühldorf und Freilichtmuseum Massing auf dieses Denkmal aufmerksam gemacht. Dokumentation, Erforschung und Übertragung wurden gefördert von der Sparkasse Eggenfelden und der Landesstelle nichtstaatliche Museen.

Der Bau von Kegelbahnen war schon vor 1900 von den städtischen Wirtshäusern über die Vororte aufs Land gekommen. Bauanträge und Neubauten sind seitdem auch in vielen Orten Niederbayerns belegt. Die Egglkofener Kegelbahn ist ein besonders schön gestaltetes Exemplar. Der Abbund des Holzbaus ist als Hängewerk ausgebildet. Der ingenieurmäßige Abbund ist zeittypisch. Er ist an oberbayerischen Pensionen, an vorstädtischen Villen, an Bahnhöfen, Forsthäusern und öffentlichen Bauten dieser Zeit häufig anzutreffen. Musterbauten waren schon vor der Erbauungszeit der Egglkofener Kegelbahn vor allem von Amtsingenieuren in Musterbüchern bekannt gemacht worden. Schlankheit und Sparsamkeit des tragenden Gefüges setzten sich deutlich von der kräftigen Ausführung traditioneller Zimmermannsarbeit ab. Dadurch war Raum geschaffen für die damals beliebten historistischen Zierformen.

Von Beginn an war die Kegelbahn aus Egglkofen mit einer grünen Fassung versehen, ursprünglich sind auch die bunt verglasten Giebelfenster.

Auf einer traditionellen Kegelbahn wird mit lochlosen Kugeln verschiedener Größe geschoben. Buchenholz war gebräuchlich für Kegelkugeln, wer es sich aber leisten konnte, erwarb Kugeln aus hartem, schwerem Pockholz vom tropischen Guajakbaum.

Bahn und Kegel der Museumsbahn, außerdem der Rollkasten für die Kugeln sind nach Befund, alten Vorbildern und schriftlichen Quellen rekonstruiert. Wichtig ist der Hartholzladen, auf dem die Kugel aufgesetzt und angeschoben wird. Die Kugeln hat ein Kegelbub aus der Fanggrube geholt und in den Rollkasten gelegt, der sie in leichtem Gefälle bis zur Kegelgesellschaft zurückführte. Er hat auch nach jedem Spiel die Kegel auf die am Boden markierten Stellen aufgerichtet. Ein Ansitz für den Kegelbuben, der sich nach dem Aufstellen der Kegel in Sicherheit bringen muss, ist bei der Kegelbahn des Museums nicht rekonstruiert, weil neben der Brüstung genug Platz für ihn ist. Zeitweise war aber an der Westseite des Bauwerks ein kleines Ansitzhäuschen angebaut. Bei der sogenannten Kugelbereitschaft, dem Auffang am Ende des Rollkastens ist auch der Platz der Anschreibtafel.

Im Museum ist das weitgehend originale Holzgefüge durch Stahlstützen verstärkt. Die Beleuchtung wurde historischen Vorgaben nachempfunden, für die heutigen Gewohnheiten aber mit etwas mehr Lichtangebot ausgestattet.

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Kategorie Motive
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Kamera NEX-5R
Objektiv ---
Blende 7.1
Belichtungszeit 1/100
Brennweite 20.0 mm
ISO 100