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Ralf Göhl


Pro Mitglied

Die heruntergekommene aus einen anderen Blickwinkel ( 4 )

Eine heruntergekommene Diva gibt sich zu erkennen ( 3 )
Eine heruntergekommene Diva gibt sich zu erkennen ( 3 )
Ralf Göhl

Es war nicht leicht aus der Serie das passendes Foto zu finden für die Geschichte, so glaube ich es wäre unhöflich dieses Foto hier zu unterschlagen.

So schräg von vorn gibt es einen Einblick wie versteckt wir doch dort hinten im Rangierbezirk 4 waren. Immer noch senden wir unsere fast unauffälligen Rauchzeichen gen Himmel um nicht groß aufzufallen.

Besser auf diesen Foto zu sehen, der Berg Holz mit dem unsere Lok Rauchen durfte. Nicht so teuflisch schwarz Qualmen wie es die Fotografen so lieben.
Hinter den Haufen von Holz, der zum Feierabend an Größe verloren hatte, können wir ein wenig von dem Gebäude sehen um das wir uns die große Mühe machten.
Zu erkennen das geheizt wird sieht man an der leichten Undichtigkeit zwischen der Heizkupplung und dem Dampfanschluß, aus der unser wertvoller blütenweißer Dampf quillt.

Sonderschicht, also keine normale Schicht da läuft alles ein wenig anders. Über die Arbeit dabei habe ich einiges verraten, neben der Arbeit kommt das leibliche Wohl. Was in unseren Fall keine Probleme aufkommen läßt da die Betriebsküche nur einige Schritte weit weg war.
Bestens versorgt für 0,55 Ost Mark nur, gab es schließlich genug zu futtern. Zwei Wahlessen mit Vorsuppe sogar, dabei hat jeder die Wahl es zu essen oder seien zu lassen. Anstandshalber muß ich sagen damit war die Betriebsküche noch lange nicht aus gereizt.

Rangierbezirk 4, - wurde schon mal erwähnt, ein hoch interessanter Bezirk in den es viel zu erhaschen gab.
So betätigte sich einer von uns immer als „Horch und Gug“. In eben diesen Bezirk wo es von der Apfelsine, frisch Fisch über Dachpappe, Zement mitunter alles zur rechten Zeit irgendwie zu erwerben gab.
Wenn’s seien mußte diente unsere Lok sogar als Transportmittel dazu.

Vorerst reicht der kleine Schnupperkurs über das Treiben der Reichsbahner.
Nächsten Freitag dann, werden wir über den einst ansehnlichen Saalfelder Ablaufberg zum Schichtende einwechseln.

Ralf

Kommentare 6

  • Sandhöfer 3. November 2007, 15:23

    Ein sehr interessantes Bild und eine noch interessantere Geschichte dazu.Beides ein Zeitdokument- DDR inside.
    Wir haben das immer nur am Rande mitbekommen bei Besuchen oder Fototouren.
    Die 514 steht doch jetzt glaube ich in Speyer/Pfalz im Museum ?
    Gruß Ettore
  • Ralf Göhl 3. November 2007, 10:57

    "Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im Reichsbahnland"
    "Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im Reichsbahnland"
    Ralf Göhl

    Danke,- es erfreut mich natürlich sehr das so viele aufmerksam mit großen Interesse verfolgen was ich da Freitags aus meiner Reichsbahn Zeit alles wieder ausgrabe.
    Es sind ja nicht nur die Anmerkungen die mir Spaß bereiten in Ihrer Vielseitigkeit.
    Da gibt es auch noch die hohe Zahl von Klicks, nicht zu vergessen die Mails an mich.
    Erfreulich wie ich feststellen konnte das viele jüngere darunter sind die sich wißbegierig für die vergangene Zeit interessieren.

    Nun kurz zu den Anmerkungen:
    @Steffen, - bei Dir merke ich das Du noch gut vertraut bist mit den Geschehnissen von damals.
    Gefängniswagen, - Du den hatten wir hin und wieder sogar hinter der Lok. Ja die Gefangenen wurden noch mit der Eisenbahn durch die Republik gekarrt.
    @Erich,- Du hast es erkannt was mit einer Lok in ihren Leben alles so geschehen kann.
    Laß mich nur mal machen ich bin ja noch lange nicht fertig mir der 01 514 ;-)
    @Achim-Kübo, - ja auch hier kann ich nur sagen, meine erste Geliebte 01.5 die 01 533 ist ein gutes Beispiel dafür. Sollte Anja mal an die Lok rann kommen, Detailaufnahmen mit den Nummern nicht vergessen.
    Ansonsten, trifft der letzte Satz bei Erich zu.
    @Berd, - da gibt es von mir nichts hinzu zu fügen.
    Nun hatte ich mir ja extra die 01 514 raus gepickt, also wartet bitte mal ab was da noch kommt.
    @Werner, - Erfurt P war der Stolz unserer Rbd Erfurt, dort waren sie beheimatet die 01.5 um nach den Westen zu fahren.
    Wenn wir mit der 41er durch Erfurt fuhren ging immer ein neidischer Blick zu den Loks hin.
    Die schwer Arbeit an den Loks ist nicht vergessen bei Dir.
    @Hans, - so war es nun einmal.
    Ich habe Bilder von Heizloks im Westen gesehen die sahen nicht besser aus.
    @Anja, - es ist mir nicht verborgen geblieben das gerade Dir meine Erzählungen mit Bild besonders gefallen.
    @Thom@s, - für Dich trifft das zu, die späte Geburt, so bekommst Du jetzt einen Einblick.
    Zu der Frage: Die Heizlok Bww war „wild“ besetzt durch den Personallokleiter. Wir hatten aber auch noch das Heizprovisorium das wurde Plan besetzt aber nur mit Heizern.
    @Rolf D. – um so erfreulicher wenn Du als einer aus den anderen Teil Deutschlands Dich dafür überhaupt interessierst, dadurch mitbekommst wie es hinter den Kulissen wirklich ausgesehen hat.
    Sicher wird bei soviel Interesse noch einiges für Dich dabei seien ;-)
    @Stefan L. - ja das stimmt, wie sollte es anders seien, mit der 514 hatte ich auch das Vergnügen.
    Abwarten, kommt alle noch. Ein paar Fotos sind noch in der Kiste.

    Ein erholsames Wochenende wünscht allen Ralf



  • Christian Kruse 3. November 2007, 9:07

    Sie sieht jetzt besser aus, als auf dem Bild.
    Die Geschichte gibt ein tollen Einblick, aber einwenig kenn ich das. Meine Oma hat im Hafen von Stralsund gearbeitet, und als Kind war es immer komisch wenn immer fremde Leute zu ihr kamen und fragten, "hast du was neues". Was das bedeutete wurde mir dann später klar. Auch die sogenannten Horch & Guk kamen und fragten.
    lg christian
  • Thomas Jüngling 2. November 2007, 21:21

    Wieder eine ansehnliche Doku. Ich bin zwar NOCH gebürtiger DDR-Bürger, aber von alledem hab' ich nichts mehr mitbekommen. Umso schöner, dass man so etwas hier nachlesen und bildlich erleben kann.

    War man auf so einer Heizlok eigentlich permanent eingesetzt, oder wechselten sich die Personale da ab?

    Gruß Thomas
  • Klaus Kieslich 2. November 2007, 18:34

    Da möchte ich mich Anja gleich anschliessen....zumal ich als gelernter Ossi Deine Schilderungen bestätigen kann,obwohl es hier im Berliner Raum nicht ganz so schlimm war,wie in der tieftsten DDR !
    gruß Klaus
  • Anja Pfeifer 2. November 2007, 18:24

    Die Geschichte ist ja wieder faszinierend, die Kleinigkeiten in den Nebensätzen wie das "Wahl"essen oder das Sondertransportmittel ... Eine andere Zeit in einer - für jemanden wie mich - anderen Welt.
    Ich mag auch die Sichtweise die rüber kommt - du verteufelst nix, du verherrlichst nix, sondern du tupfst ein bischen hier und da - ganz locker, und doch zeigst du beide Seiten der Medallie durch die Kombination von wort und Bild und gibst uns einen kleinen Einblick in das alltägliche Leben "damals da drüben". Vielen Dank dafür :-)

    Alle Liebe

    Anja