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Susanne Giegerich


Pro Mitglied, Düsseldorf

die einsamkeit

die einsamkeit ist wie ein regen.
sie steigt vom meer den abenden entgegen;
von ebenen, die fern sind und entlegen,
geht sie zum himmel, der sie immer hat.
und erst vom himmel fällt sie auf die stadt.

regnet hernieder in den zwitterstunden,
wenn sich nach morgen wenden alle gassen
und wenn die leiber, welche nichts gefunden,
enttäuscht und traurig voneinander lassen;
und wenn die menschen, die einander hassen,
in einem bett zusammen schalfen müssen:

dann geht die einsamkeit mit den flüssen...

.rainer maria rilke.

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