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Peter Weiss01


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Das Objekt

Ich habe keine Lust, Objekt irgendeiner Anschauung zu sein.

Ich bin ein Mensch und mag nicht nur angeschaut werden. Ich bin nicht Teil einer Landschaft, bin nicht der Videoclip zu irgendwelchen Mp3s, die aus irgendwelchen Ohrstöpseln quellen.

Ich finde es obszön, jemanden, dem ich zufällig ungeschickt ins Blickfeld gerate, aufzuschrecken, nur weil meine Bewegung jetzt unerwartet ist und unpassend zu dem grad laufenden Song. Was kann ich denn dafür, dass der dabei ist, die Rhythmen und Farben der Welt vor seinen Augen passend zum Sound in seinen Ohren zu montieren!!

Ich bin entschiedener Anti-Ästhet, weil die ästhetische Distanz uns gleichgültig gemacht hat, weil wir uns nur noch als Projektoren unserer Fantasien begreifen und grade mal dazu taugen, fremde Fantasien als Comicfiguren auszustaffieren.

Ich werde jetzt mit einer ultra-hellen Taschenlampe in ein Museum gehen und dort die Lichtinstallationen zerstören einfach dadurch, dass ich meine Taschenlampe anmache!!

Denn ich bin entschiedener Anti-Ästhet!

Kommentare 3

  • Tom G. Maier 28. Oktober 2005, 18:51

    seltsame diskussion- warum macht ästhetik
    gleichgültig? ich versuche in meinen fotos eine eigene schönheit bzw. ästhetik zu vermitteln, bin deswegen aber noch lange nicht gleichgültig-im gegenteil.

    cheers tom
  • Peter Weiss01 3. September 2005, 15:01

    Blöde Polemik, Klein Geist. Was daran ist, willst du wissen? Das kann ich Dir sagen. Das ist der Ton, mit dem dieses 'back to the roots' vorgetragen wird. Das ist der Ton schwiemeliger Besserwisserei. Die Quell-Priester leiten aus selbst-erfundenen Ursprüngen irgendwelche moralischen oder sonst wie sentimentalen Werte (Naivität, Kinder, Paradies, Affen, was auch immer) ab, mit denen sie dann andere kuonieren. "Wenn wir usprünglichen wären, dann wäre alles besser!"

    Also ich mag weder so gucken wie Kinder, noch mich so benehmen wie Affen, noch glaube ich an das Terrorattentat des Urknalls. Ursprünge sind für mich gleichgültige Anlässe, deren Entfaltungspotential man eh erst bestimmen kann, wenn man die reife Frucht kennt. Und aus der reifen Frucht dann die Ursprünge zu rekonstruieren, das halte ich für müßig und tautologisch, weil es eigentlich - selbst wenn man mit den 'Ursprüngen' seine Sehnsucht nach einer besseren Welt verbindet - nichts anderes ist als die Festschreibung des status quo.

    Und außerdem sind mir die Ursprungspriester bei aler Kinder-Affen-Rührseligkeit zu dogmatisch!

    Also noch einmal: Nicht die Urspünge selbst reizen mich, sondern die Besserwissereien der Ursprungspriester!
  • Peter Weiss01 31. August 2005, 12:32

    @ Klein-Geist: Ich scheiße auf das Ursprüngliche!! Und zwar gequirlt durch ein Sieb!! Es gibt doch kaum eine größere Volksverdummung als die Ideologie von irgendeinem Ursprung!

    Am Anfang war das Wort, so fängt der ganze Sums an, am Anfang war also Text, der von uns rückprojezierte Text! Wobei das ja auch wieder postmoderne Scheiße ist. Den Anfang kennen wir gar nicht! Weder den des Universums, noch den des Lebens, noch den des Menschen und auch nicht den unserer Wahrnehmung und unseres Denkens!

    @ Screan: Ja eben, da hast Du ganz recht! Ich mag aber nicht ohne Leib sein. Deshalb kotzt mich der ganze Ästhetik-Müll auch so an. Wie gesagt, ich hab kein Bock mehr drauf, nur Bild, Schein, Reflexion eines anderen zu sein!! Und ich denke, dass die Kunst diese Krise der Gleichgültigkeit - auch eine Krise der Übersättigung an Kulturwerten, auch eine Krise des Bildes als bloßes Funktionsorgan eines Textes, auch eine Krise der verhetzten Zeit etc. - und der unzulässigen Abstraktion des Scheins von der lebendigen Leiblichkeit eines Wesens dadurch wird aufheben können, indem sie auf die eigene Leiblichkeit als Bild, auf die sperrige Eigenwertigkeit des Bildes insistiert.

    Die FC ist in dieser Hinsicht Gift!!