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smokeonthewater


World Mitglied, Berlin

Das Marschall-Ney-Haus zu Kaja

Persönliche Nachlese zu "200 Jahre Völkerschlacht bei Leipzig 1813–2013"

Im November 2013 traf ich meine Kameraden aus der Leipziger Militärdruckerei, in der ich 1981–1983 meinen Wehrdienst ableistete.
Wir übernachteten im barocken Marschall-Ney-Haus, in dem ein Kamerad wohnt und das kleine Museum betreut.
Während der 200-Jahre-Völkerschlacht-Feier im Oktober 2013 hatten französische Schlachtendarsteller in diesem Haus übernachtet.

Der Saarländer Michel Ney (1769–1815) war 1805 von Napoleon zum Maréchal de France ernannt worden, als "der Tapferste der Tapferen".
Vor der Schlacht von Großgörschen (2. Mai 1813) richtete Ney in diesem Haus sein Hauptquartier ein.
Diese Schlacht ging als die erste Schlacht der Befreiungskriege nach Napoleons Niederlage im Russlandfeldzug 1812 in die Geschichte ein.

Nach Napoleons Fehleinschätzung der Lage musste Ney seine vier Stellungen gegen die preußischen und russischen Truppen zurückerobern.
Als Blücher seine Reserve einsetzte, gelang es den Preußen, Neys Hauptquartier und zwei Orte zu erobern.
Mit Hilfe weiterer französischer Truppen behauptete Ney das Dorf Großgörschen und ging damit als Sieger hervor.

Tsar Alexander I. von Russland und König Friedrich Wilhelm III. von Preußen traten daraufhin den Rückzug an.
Am Abend lernte Wilhelm die russische Sitte kennen, nach dem Zapfenstreich ein Gebet zu zelebrieren, was ihn sehr beeindruckte.
So bekam der Zapfenstreich zunächst in Preußen und heute auch in der Bundeswehr eine zeremonielle Bedeutung.

Zwei prominente Opfer mussten die Preußen beklagen: Prinz Leopold von Hessen-Homburg und General Scharnhorst (starb 6 Wochen später).

Am 18. Oktober 1813 erlitt Napoleon ganz in der Nähe in der Völkerschlacht bei Leipzig seine entscheidende Niederlage in den Befreiungskriegen.
Nach der vernichtenden Schlacht von Waterloo (18. Juni 1815) weigerte sich Ney, wie Napoleon in die Verbannung zu gehen.
So wurde Ney wegen Hochverrats zum Tode verurteilt und am 7. Dezember 1815 im Pariser Jardin du Luxembourg erschossen.

Den Feuerbefehl gab Ney selbst, sich das Hemd zerreißend – seine Worte lernt in Frankreich noch heute jedes Kind im Geschichtsunterricht:
"Soldaten, wenn ich den Feuerbefehl gebe, schießt auf mein Herz. Wartet auf den Befehl. Es wird der letzte sein, den ich euch gebe.
Ich protestiere gegen meine Verurteilung. Ich habe in hundert Schlachten für Frankreich gekämpft, aber nicht eine gegen es. – Soldaten, schießt!"

Kommentare 6

  • smokeonthewater 27. Februar 2014, 22:04

    @Andreas: Als DDR-Schüler hatte ich den denkbar armseligsten Geschichtsunterricht: "Rotlichtbestrahlung" trifft es am besten. Vielleicht deshalb habe ich später meinen Wissensdurst in Eigeninitiative umso intensiver gestillt. Die Dinge um uns herum – nicht nur Geschichte, auch Natur, Technik, Kunst und Religion – sind es wert, dass man sich damit beschäftigt.
  • Andreas E.S. 27. Februar 2014, 18:40

    Von deinen ausführlichen Recherchen können sich viele Journalisten eine Scheibe abschneiden. Leider hatte ich einen ziemlich schlechten Geschichtsunterricht, der nur bis zum Mittelalter reichte. Mir ist vieles völlig fremd.
    LG Andreas
  • Foto-Nomade 26. Februar 2014, 7:45

    Nach dem "Geschichtsunterricht" sieht man das Haus mit anderen Augen an, Dieter.
    Einen schöneren Ort zum "Klassentrerffen" konnte es nicht geben.
    ~
    Danke zu
    Es war aber auch ein herrliches Licht
    Es war aber auch ein herrliches Licht
    Foto-Nomade

    ~
  • Strato Caster 25. Februar 2014, 17:33

    Sehr interessant. Tolle Aufnahme. LG Thilo
  • Kommentar wurde vom Besitzer des Bildes ausgeblendet
  • Foto-Nomade 25. Februar 2014, 6:06

    Nach dem "Geschichtsunterricht" sieht man das Haus mit anderen Augen an, Dieter.
    Einen schöneren Ort zum "Klassentrerffen" konnte es nicht geben.
    ~
    Danke zu
    Mond in Wolken
    Mond in Wolken
    Foto-Nomade

    Und so kommt ein Krater zum anderen.
    Das Datum 11.09. ist Geburtstag bei uns in der Familie.
    ~

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