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Daraus wird Fichtenhonig

Daraus wird Fichtenhonig

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Daraus wird Fichtenhonig

Um den Zuwächsen auf den Grund zu gehen, die meine Stockwaage mir jeden Abend meldet, war ich am Sonntag im Wald bei den Bienen, wo es in den Fichten auffallend summte. Die Große Lecanie, die ich auch schon vorstellte, konnte es nicht sein, deren Entwicklung ist längst abgeschlossen. Neben einer anderen Schildlaus, der kleinen Lecanie, die ich später mal zeigen werde (es windete zu stark, um sie zu fotografieren), fand ich an den noch nicht verholzten jungen Trieben der Fichten, den sogenannten Maitrieben, Kolonien der Rotbraun Bepuderten Fichtenrindenlaus (Cinara pilicornis). So eine Kolonie stammt jeweils von einer Stammmutter ab. Die Vermehrung kann nur stattfinden, solange sich diese Triebe noch nicht vollständig gestreckt haben. Nach dem Verholzen spätestens Ende Juni (abhängig von Höhenlage und Wetter) brechen die Kolonien zusammen. In den ca. 2 Wochen des Bestehens aber können große Mengen von Honigtau entstehen, den man hier sieht. Ein starkes Volk sammelt davon mehrere kg/Tag, wenn Temperatur und Luftfeuchte dies emöglichen.

Das Foto entstand unter recht widrigen Bedingungen (Licht, Wind) mit 1 Hand Zweighalten, mit anderer Klick. Die Läuse sieht man leider nur schemenhaft im Inneren des Triebes, wo sie aufgereiht meist an der Unterseite sitzen. Wollte es aber vorstellen, da sicher viele sich wenig Vorstellungen von Honigtau machen können. Die Tropfen kann man bedenkenlos probieren. Sie schmecken zuckersüß.

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Elisabeth Hoch

Kommentare 20

  • Elisabeth Hoch 24. Juni 2005, 20:53

    @Evy: Eine Stockwaage ist eine flache Waage, auf die man ein Bienenvolk stellt. Anhand der gemessenen Zunahmen weiß der Imker, ob und wie stark es honigt, ohne seinen Bienen den ganzen Tag zugucken zu müssen. Komfortable elektronische Waagen können viele verschiedene Parameter zusätzlich messen (Tagesgang, Temperatur, Niederschlag, Luftfeuchte, Wind ...) und über Telefonkarte als verschlüsselte SMS an den Computer zuhause melden. Der Imker weiß dann, wann er seinen Bienen wieder leere Waben liefern muss oder Honig ernten oder ob er gar wegwandern muss, weil die Bienen hungern. Über ein eigenes Netzwerk tauschen die angeschlossenen Imker Informationen darüber aus.
  • Elisabeth Hoch 24. Juni 2005, 20:48

    @alle: danke.
    Die Tropfen sind tatsächlich sehr zäh,
    manchmal, wenn sie trübe oder weiß aussehen, sind sie sogar aufgrund der Zusammensetzung schon kandiert und fest. Im Grunde ist es nichts anderes als der Assimilatstrom der Fichte, der mit hohem Druck durch feine Kapillaren bis in die äußersten Triebspitzen gepumpt wird. Diesen Strom zapfen die Läuse an, entnehmen ihm Eiweißstoffe und was sie so brauchen. Der hohe Zucker-und Mineralstoffanteil ist für sie eher Abfall. Die Bienen verarbeiten den Honigtau, indem sie Enzyme und andere körpereigene Stoffe zugeben und Wasser entziehen. Die dunkle Farbe entsteht u. a. durch Oxidationsvorgänge.
  • Evy Kasper 20. Juni 2005, 17:43

    Sehr interessantes Bild und tolle Informationen.
    Was ist eigentlich eine Stockwaage und ist Fichtenhonig auch daran schuld, dass es manmal so süss im Wald duftet ?
    lge Evy
  • Susanne vom Kochertal 20. Juni 2005, 11:37

    Interessant das Zusammelspiel der der Läuse und Bienen um den nicht nur für uns so leckeren Waldhonig entstehen zu lassen.
    Von meiner Schwiegermutter weiß ich noch, das früher in schlechten Zeiten Krieg und Nachskriegszeit die Triebspitzen der Tannen und Fichten gesammelt wurden um Sirup oder falschen Honig daraus zu machen. In der Schweiz habe ich sogar diesen Sirup noch gesehen.
    Soviel ich weiß ist das bei uns heute nicht mehr erlaubt.
  • Marion Klinger 18. Juni 2005, 20:44

    Wieder einmal interessante Informationen. Den Wind sieht man der Aufnahme an. Beim ersten Hinsehen hatte ich mich gewundert, dass die Wassertropfen sich trotz des Windes so halten und so klar zu sehen sind. Aber nach deinen Infos gehe ich mal davon aus, dass sie eher nicht wässrig sondern dickflüssig sind.
    Herzliche Grüße ~~~ Marion ~~~
  • Clarissa G. 17. Juni 2005, 21:00

    Eine schöne Aufnahme mit interessanten Hintergrundwissen, dass du uns hier erläuterst. Man lernt ja nie aus!!!
    lg Clarissa
  • Kerstin G 17. Juni 2005, 20:40

    Deine Informationen sind ja mal wieder sehr interessant! Sieht irgendwie so gar nicht nach Honig aus auf dem Foto...
    LG
    Kerstin
  • kaito u. irma k. 17. Juni 2005, 20:35

    elisabeth, das war jetzt wieder ein sehr lehrreicher ausflug in deinen account!
    schön fotografiert und wieder mal ein excellenter diskurs für's stadtvolk ;-)
    lg -irma
  • Gila W. 17. Juni 2005, 19:53

    hallo Elisabeth, sehr lehrreich ist Dein Text zum Foto der Fichtennadeln. Nun weiß ich Honigschleckermaul etwas genauer wie der Waldhonig entsteht.
    Lass dich herzlich grüßen, ich werde für eine Weile adieu sagen um im Norden Deutschlands Urlaub zu genießen.
  • Dietlinde Heider 17. Juni 2005, 11:16

    Eine sehr interessante Geschichte vom Honigtau, liebe Elisabeth und ein wunderbar anschauliches Foto zur Demonstration!
    Ich habe mir über "Honigtau" noch nie Gedanken gemacht und finde es faszinierend, was die Natur da hervorbringt und wie die Bienen dieses Geschenk weiterverarbeiten. Genial!

    Liebe Wochenendgrüsschen
    Dietlinde
  • ...Evelyn... 17. Juni 2005, 10:01

    mhhhh, schickst Du mir dann ein Gläschen Honig??? LG Evelyn
  • Jürg Bünzli Wurzer 17. Juni 2005, 9:24

    Vielen Dank für die sehr fundierten Informationen. Bei Dir lernt man immer dazu! Ich selbst wusste bis anhin nicht genau was Honigtau wirklich ist und für die widrigen Umstände ist das Foto eigentlich auch sehr gut gelungen.
    LG, Jürg
  • Thomas Trüde 17. Juni 2005, 9:11

    Klasse , mal was anderes sehr schön Fotografiert .
  • Karin Mohr 17. Juni 2005, 8:29

    Das ist ja richtig spannend - vielen Dank für deine schön bebilderten Informationen zu diesem Thema!
    Gruß Karin
  • Marguerite L. 17. Juni 2005, 8:22

    Danke für die lehrreiche Info. Den Zweig mit den Tropfen und den Fäden hast du schön gesehen
    Grüessli Marguerite