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Was ist neu?

Ursula Elise


Pro Mitglied, Hamburg

Christophorus (2) St. Georgen Wismar

Karl-Henning Seemann 1991-2006, dieser Kirche seiner Heimatstadt 2007 geschenkt.

An dieser Stelle im Türbogenfeld (Tympanon) steht traditionell oft Christus als Weltenrichter. Dieses so genannt "Jüngsten Gerichts" soll sich der Kirchenbesucher beim Betreten des Gotteshauses bewusst sein.

Dieser Tradition wird hier nicht gefolgt. Nicht Christus, sondern der Christusträger steht hier in der Mitte, trägt ein Kind durch das Wasser, irgendein Kind, das der Rettung bedarf und umgeben ist von vielen Kindern, die auch gerettet werden müssten.

Oder der Künstler selbst:

"Im Tympanon hebt sich der Christophorus mit dem Kind in dem Maße vollplastisch aus der Fläche, wie die Masse der Hunger- und Straßenkinder um ihn herum im Flachrelief verschwimmt, auch hier mit Andeutungen von Wasser und Wellen.
Das Kind erscheint im Scheitel des Tympanonbogens an dem Platz, den im Mittelalter, z.B. an den Kirchenportalen der burgundischen Romanik, der Weltenrichter einnimmt.
Das Bibelwort „Was ihr getan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan“ (Matthäus 25,40) habe ich so ausgelegt, dass, wer heute ein solches Kind rettet, in ihm den Auferstandenen wie vor dem Jüngsten Gericht sehen kann.
Den Menschen, die heute ihr Leben verlassenen Kindern widmen, wollte ich hier ein Denkmal setzen.
Den Namensheiligen Georg habe ich auf den quadratischen Türgriffen mit seinem Spiegelbild, dem inneren Ungetüm, konfrontiert.

So habe ich, um es mit Dietrich Bonhoeffers Worten zu sagen, versucht, biblische Begriffe weltlich zu interpretieren. Maßgebend war dabei das, was mich selbst unmittelbar etwas angeht und was diese subjektive Deutung glaubwürdig und überzeugend vermittelt, unabhängig davon, ob dieses großartige Baudenkmal wieder als Kirche seiner sakralen Bestimmung oder überwiegend kulturellen Aufgaben und Veranstaltungen dienen soll."

Diese Darstellung ist von schrecklicher Aktualität.

Auch von Seemann:

Karl Henning Seemann (geb. 1934) Kreuzigungsszene in Löchgau
Karl Henning Seemann (geb. 1934) Kreuzigungsszene in Löchgau
Ursula Elise

Kommentare 2

  • Ursula Elise 15. Oktober 2013, 16:32

    Ja, aber nur wenn einer genau hinsieht und die Erklärungstafel neben dieser Tür liest.
    Doch, manche tun das. Wenige sind aufmerksam. (Und das bezieht sich nicht mehr nur auf gelesene oder nicht gelesene Erklärungstafeln.)
  • smokeonthewater 14. Oktober 2013, 17:52

    Der Künstler hat sich was dabei gedacht. Die biblisch verpackte weltliche Botschaft kommt sicher auch ohne Erläuterung an.
    LG Dieter

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Kamera Canon EOS 1100D
Objektiv Canon EF-S 18-55mm f/3.5-5.6 IS II
Blende 5.6
Belichtungszeit 1/60
Brennweite 41.0 mm
ISO 500