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Insulaire


Pro Mitglied, Ile de Ré

Bild zu einem meiner Märchen

- Für diejenigen, die sich ein bisschen Zeit nehmen und auch gerne lesen. -
*
Das Märchen vom König mit dem traurigen Herzen
(oder: der gute und der schlechte Diener)

Es war einmal ...
... ein König.
Dieser lebte viele viele Jahre recht zufrieden, aber mit einer
unerklärlichen Trauer im Herzen, in seinem Königreiche.
Die Regierungsgeschäfte liefen wie gewollt, das Land ward gut
bestellt, und die Untertanen fügten sich gerne darein.

Doch im Innersten seines Herzens hegte der König in zunehmendem
Maße Wünsche, die er niemandem benennen oder beschreiben konnte
und mochte, hatte er doch aus den Liedern der Minnesänger ganz
wunderliche Dinge gehört, die sein Leben, würde er diese Mysterien
sein Eigen nennen dürfen, um vieles bereichern könnten.

Nun hatte der König zwei Diener, die "Sehnsucht" und den "FalschenStolz".
Diese rief er zu sich und trug ihnen auf, im ganzen Lande und ebenso weit
über ihre Grenzen hinweg auf die Suche zu gehen, um diese in vielen oft
gehörten Liedern gepriesenen Werte und Wunder für ihn aufzufinden und
in sein Schloss zu bringen.
Er gab den Dienern Pferde, Wagen, Proviant, schickte die "Sehnsucht"
in den Süden und Westen, den "FalschenStolz" gen Osten und Norden.

Viele Monde gingen ins Land. Der König wartete voll Ungeduld auf die
Rückkehr der Diener, wobei ihn die Neugierde nachts nur wenig und
unruhig schlummern ließ, da er sich in seinen Wach- und Schlafträumen
die herrlichsten Dinge ausmalte, die ihn seine Fantasie nur wünschen ließ.

Da, eines Tages, endlich, bliesen die Fanfaren und Posaunen von allen
Türmen des Schlosses, um die Ankunft der Diener zu melden.

Zuerst schritt die "Sehnsucht" durch das große Tor. Im Klang und Rauche
von 1001 Böllerschüssen eilte der König die Treppen hinab, um sogleich die
Geschenke seines treuen Dieners in Empfang zu nehmen, die er reichlich,
sorgfältig und liebevoll verpackt auf den Wagen fand.
Diese waren "SchöneGedanken", "Toleranz", "Verständnis", "Vertrauen",
"Glück", "Offenheit", "Begeisterung", "GuteWorte", "Fröhlichkeit",
und "Liebe".

Gleich darauf betrat der "FalscheStolz" den Burghof und legte seinem
König ebenfalls 10 Geschenke zu Füßen, - "Unmut", "Ignoranz",
"Unsensibilität", "Intoleranz", "Unverständnis", "Langeweile",
"Wut", "KalteWorte", "Sturheit" und "Gleichgültigkeit".

Der König verspürte großes Glück ob all dieses Reichtums. Man hörte
ihn fortan singen und lachen. Kam er aus den Räumen, in denen all seine
Schätze lagerten, sah man auf seinem gütigen Gesicht ein Strahlen,
das allen in seiner Nähe, ja, dem ganzen Lande, zugute kam.
Eines Nachts, der König weilte in seiner Schatzkammer, bemerkte er,
dass seine Wundergeschenke lebten. Sie fingen an, zu ihm zu sprechen.
Das hatte er nicht gewollt. Sie sollten ihm gehören, jedoch keine eigenen
Gedanken oder gar Wünsche äußern.
Also hielt er sich immer weniger oft in ihrer Nähe auf, ging auf ihre Reden
nicht ein und vernachlässigte sie, wobei er sich nicht wie zuvor mit ihnen
befasste, um damit für einen schönen und guten Ausgleich zu sorgen.

So fühlten sich die Wunder mehr und mehr alleine gelassen und fingen an
untereinander zu streiten. Jede Partei wollte für sich alleine die Gunst des
Königs zurückgewinnen. ...
Als der König einige Tage später die Schatzkammer betrat, bot sich ihm
ein Bild des Schreckens.
Die Geschenke des "FalschenStolzes" hatten all die schönen Wunder der
"Sehnsucht" meuchlings überfallen, um ihre Kräfte zu zerstören. Hilflos lagen
diese ehemals leuchtenden Freudebringer zu Füßen des Königs, der nun
ihren Zauber, der dennoch tief in ihnen verborgen schlummerte, nicht mehr
sehen konnte.
Bitterlich weinend wandte sich der König ab, ließ sich in seinem Schmerz
und seiner Unwissenheit von den hämisch grinsenden Siegern über die
"Sehnucht" trösten.
Diese arrangierte sich mit dem "FalschenStolz", um die restliche Zuneignung
und die Nähe zu ihrem König nicht zu verlieren, der fortan weniger glücklich,
wie zuvor viele viele Jahre, sein Land mit einem Lächeln im Gesicht,
aber traurigem Herzen, regierte.

Und wenn er nicht gestorben ist, .... naja ...
Doch - die Sehnsucht gibt niemals auf!!
Und eines Tages werden all die guten Wunder die schlechten Gedanken besiegen
und dieser ganzen Welt Freude und Frieden schenken.

Kommentare 6

  • Tekla-Maria 22. März 2013, 6:15

    ja eines Tages!!!! das ist eine wunderbare Geschichte - bin begeistert!!! LG Tekla
  • Klacky 10. März 2013, 15:50

    Das habe ich gerne gelesen und hoffe inständig auf einen guten Ausgang des Märchens.
    Falls Hilfe gebraucht wird, ich komme rum.
    Danke!
    Gruß,
    Klacky
  • 100 Jahre GerhARTd 10. März 2013, 13:56

    ...das hast du wiedermal klasse gemacht!!!
  • Raymond M. 10. März 2013, 13:51


    ... und ich sage Eines nur :
    Literatur.
  • Baron von Feder 9. März 2013, 21:33

    Stiller Händedruck. Danke
  • Nellisimo 9. März 2013, 21:30

    Ich warte ständig auf Wunder Insu....ein feines Mär.....und Bild!
    LG nelli

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