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K.-H.Schulz


Pro Mitglied, Göppingen

Berlin an der Spree - Tag der dtsch. Einheit - 3. Oktober

Im Jahr 1893 hatte die Firma Siemens & Halske die Genehmigung zum Bau einer die Spree überquerenden Eisenbahnbrücke an dieser Stelle erhalten. Gleichzeitig entstanden Pläne für einen Ersatzbau der alten hölzernen Straßenbrücke. Ein „Besonderes Städtisches Brückenbaubüro“ unter Leitung des Stadtbauinspektors Georg Pinkenburg erstellte mit Unterstützung des Architekten Otto Stahn die Pläne für eine dekorative Brücke, die die frühere Torfunktion des Oberbaums zum Ausdruck bringen sollte. Bevor beide Brücken begonnen wurden, einigten sich die zuständigen Verwaltungen auf die Errichtung einer kombinierten Eisenbahn-/Straßenbrücke auf der Grundlage der vorliegenden architektonischen Entwürfe. Zwischen 1894 und 1896 entstand ein neugotisches Bauwerk, das die Holzbrücke ersetzte und auf der oberen Ebene die 1902 in Betrieb genommenen Hochbahngleise der ersten Berliner U-Bahn-Linie (heute: U-Bahnlinie U1) über die Spree führt. Unter dem Bahn-Viadukt ist ein geschützter Fußgängerüberweg nach Art eines mittelalterlichen Kreuzganges ausgeführt. Als Baumaterial für die Brückenpfeiler und Gewölbezwickel wählten die Ingenieure Beton, für alle anderen Bauteile herkömmliches mit Stahleinlagen verstärktes Mauerwerk, sodass die gesamte Spreebreite in sieben Gewölben überbrückt werden musste. Die Öffnungsbreiten betragen 7½, 16, 19, 22, 19, 16 und 7½ Meter. Der mittlere Brückenbogen wird von zwei je 34 Meter hohen Türmen geschmückt, die mit ihren auskragenden Wehrgängen dem Mitteltorturm der Stadtmauer in Prenzlau (Uckermark) und einem Torturm aus Kyritz nachempfunden sind.[2] Sie symbolisieren gleichzeitig die alte Funktion des Oberbaums als Berliner Wassertor. Ihre unterschiedlich gestalteten Turmspitzen tragen die Reliefs des Berliner Bären und des Brandenburgischen Adlers. Weitere schmückende Details der neuen Brücke waren die mit metallenen Flachreliefs, bunten glasierten Klinkern und Mosaiksteinchen gestalteten Sichtflächen, die neben Ornamenten auch die damaligen Wappen der märkischen Städte (Küstrin, Stendal, Brandenburg, Potsdam, Prenzlau, Frankfurt an der Oder, Salzwedel und Ruppin) zeigen.

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