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Was ist neu?
. . . begraben auf santorin [2] . . . in häusern, kirchen gleich . . .

. . . begraben auf santorin [2] . . . in häusern, kirchen gleich . . .

Sabine Kuhn


Pro Mitglied, Herne

. . . begraben auf santorin [2] . . . in häusern, kirchen gleich . . .

Ode to Santorini (Ausschnitt)

“…Queen of the heartbeats, and wings of the Aegean,
With words that convert the infinite
With fire, lava, smoke,
you discovered the great lines of your destiny. …”

Odysseas Elytis
[* 2. November 1911 in Iraklio auf Kreta; † 18. März 1996 in Athen]
war ein griechischer Dichter, Widerstandskämpfer, Hörfunk-Programmleiter, Literatur-
nobelpreisträger (1979) und Künstler.



Mit diesem Photo setze ich meine kleine Serie über Friedhöfe auf Santorin und Kreta/
Griechenland und deren Grabstättengestaltung fort. Auf Santorin gibt es übrigens
475 Kirchen und Kapellen!!!

. . . begraben auf santorin [1] . . . mit spielenden delphinen . . .
. . . begraben auf santorin [1] . . . mit spielenden delphinen . . .
Sabine Kuhn

. . . begraben auf santorin [8] . . .
. . . begraben auf santorin [8] . . .
Sabine Kuhn




Diese Aufnahme zeigt ebenfalls eine traditionelle Ausgestaltung griechischer Grabstätten
auf der Insel Santorin. Dem Grabhaus aus Natursteinen im Vordergrund ist der Bau
einer Kirche mit Kuppeldach in traditionellem Hellblau sowie einem Kreuz aufgesetzt,
davor ruht ein Lavastein; möglicherweise handelt es sich dabei um
den „eigentliche“ Grabstein (eine Beschriftung war nicht erkennbar) oder um
eine Gelegenheit zum Niederknien. Die „Gucklöcher“ des Grabhauses sind aus rotem Glas
durchsichtig gestaltet.

Das Grab im Hintergrund ist komplett aus schwarzem Lavastein gearbeitet,
die unteren Segmente sind Weiß und die Kuppel ist wiederum in typischem Blau
bemalt. Vor der im Boden eingelassenen, beschrifteten „Grabplatte“ sind kleine Lavasteine
abgelegt oder platziert (evtl. Mitbringsel von Angehörigen, ähnlich wie Steine,
die symbolisch als Gruß auf jüdischen Grabmalen niedergelegt werden), und das Kreuz
darauf wirkt arg überdimensioniert.

Neben den beiden in Weiß aufgesetzten Kreuzen in der Ausformung als Kleeblattkreuze
(auch: Kleekreuz – oder von den 3 Kreissegmenten abgeleitet: Dreiblattkreuz –genannt,
weil die Enden mit einem Kleeblatt verziert sind; in Varianten Lazarus- und
Brabanter Kreuz) findet sich ebenso ein Kreuz in der uns bekannten,
lateinischen Form (auch Passionskreuz genannt) frontal gesehen rechts oben auf
diesem Bild, wobei im Stein die Struktur des Holzes nachempfunden wurde.

Das lateinische (= typisch christliche Hoch-)Kreuz symbolisiert zum einen den Opfertod
Jesu Christi, zum anderen die Verbundenheit des Menschen mit der Erde,
seinen Mitmenschen sowie mit dem Göttlichen. Das Kleeblattkreuz ist Symbol
für die Verbindung von Christuskreuz und Dreifaltigkeit.

Das so genannte „Griechische Kreuz“ hingegen (auch: gekürztes Kreuz) leitet sich
aus dem Balkenkreuz ab und wird aus vier gleich langen Kreuzarmen gebildet.




Abgesehen vom christlichen Symbolgehalt, gab es das Kreuz-Zeichen an sich jedoch
wesentlich früher (die ältesten Funde datieren in der Steinzeit). Es gilt als uraltes
Symbol, vielleicht als das älteste überhaupt. Vermutet wird darin die bewusste Verwendung
als eine Art religiöse Weltformel. Zudem wird die horizontale Linie als die Erde,
die vertikale Linie als der Himmel gedeutet, wobei die Verbindung der beiden Linien
zu einem Kreuz symbolisch für die gleichmäßige Verbundenheit von Himmel und Erde steht.


Die Zahl VIER stellt das Symbol des Kreuzes mit vier Ecken dar und
gilt als eine „heilige Zahl“.
Man denke an die vier Elemente (Feuer, Wasser, Erde, Luft) als Grund-
bestandteile allen Seins. Das Kreuz steht zudem für die vier Himmels-
richtungen (im alten Ägypten hieß es, vier Säulen stützen das Himmels-
gewölbe), die vier Jahreszeiten, die vier Evangelien, die vier apokalyptischen Reiter,
die vier Evangelisten, die vier Flüsse des Hades.
Die Buddhisten glauben an die Vier Edlen Wahrheiten (deren Symbol das Rad bzw.
ein Kreuz ist).

Die Vier galt im Mittelalter als die Zahl des Irdischen, im Gegensatz zur Drei,
der Zahl Gottes und der Trinität. Aus der rechnerischen Verbindung dieser beiden
Zahlen ergeben sich weitere, im Christentum heilige Zahlen: Sieben und Zwölf.

In der Zahlensymbolik allgemein steht das Kreuz aber auch für Tod und Leid,
was in Ostasien, da die Vier klanglich dem chinesischen Wort für Tode ähnelt,
auf eine Unglückszahl hinweist.




Das HEUTE in der christlichen Kirche gebräuchliche Hochkreuz ist als konfessions-
bezogenes Symbol allerdings erst ab dem 4. Jahrhundert (die Zeit Kaiser
Konstantin des Großen, 324–337 n. Chr.) nachweisbar.

Zuvor galt als ursprüngliches Symbol für das Christentum das so genannte Staurogramm
(das Übereinanderlegen der griech. Buchstaben Tau und Rho zu einer Art Henkelkreuz;
mit Henkel oben rechts) oder das Christusmonogramm XP.
(Zusammengestellt aus: wikipedia)


Ikonographisch bilden die Anfangsbuchstaben der griech. Bezeichnung „Iesus Christos
Theou Yios Soter“ = „Jesus Christus Gottes Sohn, der Heiland“ (I-Ch-Th-Y-S)
das griech. Wort „ichthys“ = FISCH.
Die Darstellung eines „Fisches“ und des Wortes „ichthys“ haben im Urchristentum
die Bedeutung als geheime Erkennungszeichen der verfolgten Christen und als Symbol
für Jesus Christus zu stehen.





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Kommentare 8

  • weisse feder 28. Februar 2011, 22:19

    ein bild, wo ich länger hinschauen muss, wie ein kleines kind, weil es hier viel zu entdecken gibt.. lg. weisse feder
  • Sabine Kuhn 28. Februar 2011, 18:41

    D@nke lieber Jens,
    also ich bekomme das Photo einmal komplett auf den Screen, ohne zu scrollen, wenn ich die F11-Taste betätige. Das ist der Grund für meine Grössenvorgabe!!!
    Und ja: ich lese sehr sehr viel, oftmals parallel in mehreren Büchern oder im web auf verschiedenen Seiten, und trage dann die einzelnen Mosaikstücke zusammen, bis sich ein relativ komplettes Bild bzgl. der Aussage für mich ergibt; immer vorausgesetzt, ich kann mir die Zeit dafür nehmen.
    Und mal ehrlich: Kirchenbänke sind auch nicht so besonders bequem beim Knien ;-))
    Lieben Gruss,
    Sabine
  • Schoengeist 28. Februar 2011, 17:57

    Woher Du das alles weißt, es erstaunt mich immer wieder. Deine Fotos (hier leider etwas klein angekommen) dazu komplettieren den Text und runden ihn ab. Auch hier ist wieder die Farbenfreude zu erkennen, die sich dem ganzen Hellen als Tupfer aufsetzt. Tatsächlich kann der Lavastein zum Knien gedacht sein, für bequem halte ich ihn nicht, aber vielleicht ist das so gewollt.

    Fotos ohne großes Trara, so, wie es ist.

    LG
    Jens
  • Sabine Kuhn 27. Februar 2011, 11:56

    @ll: lieben Dank für Eure freundlichen Anmerkungen,
    über die ich mich natürlich sehr freue ;-))
    Dies ist eher dokumentierende Fotografie, die der Devise "andere Länder, andere Sitten" folgt, und viele dieser "typischen Gestaltungsweisen" habe ich in dieser Form bislang nirgendwo anders gesehen.
    Wenn man den Blick über bebaute Flächen auf der Insel schweifen lässt, finden sich dort obenauf immer viele, viele Kreuze, und die Friedhofskapellen sind zudem meistens noch außerhalb der Siedlungen am Ortsein-/ausgang oder auch mitten in den Bergen errichtet, umgeben von einem Kirchhof, auf dem die Bestattungen stattfinden. Anders als bei uns, werden die Verstorbenen in oder unter der Erde in Beton- oder Marmorausschachtungen oder -Hochgräbern beigesetzt, nicht direkt in Erde wie bei uns üblich. Leider sind die Ruhestätten oft so eng zueinander gelegt, nahtlos, dass ich auf keinem dieser Friedhöfe je eine Bank o. Ä. sah. Das "Treppchen" rechts im Bild gehört bereits wieder zu einem nebenliegenden Hochgrab.
    Ich wünsche Euch einen angenehmen weiteren Sonntag,
    Sabine
  • visionsandpictures 27. Februar 2011, 11:11

    Im ersten Moment dachte ich: Santorin im Winter.
    Bei 475 Kirchen und Kappellen stellt sich die Frage: Wo haben die wohl alle Platz ?
    Eine interessante Friedhofskultur.
  • Ars moriendi 26. Februar 2011, 18:44

    Phenomenal zu sehen, wie unterschiedlich doch die Grabkultur auf unserer Welt ist.
    Ich verfolge deine Bilder - Serie mit Neugier.
    So finde ich dieses Bild herrlich.
  • Maren Arndt 26. Februar 2011, 18:33

    Friedhöfe, die ein bisschen Fröhlichkeit aussstrahlen, auch wenn man dort Abschied nehmen muss von seinen Lieben, die mag ich...
    Das Leben geht weiter ..
    Um den Tod kommt niemand herum ..
    Sollte ich es mal nach Santorin schaffen, was ich mir sehr wünsche, werde ich den Friedhof sicherlich besuchen. Dank Dir.
    Und komme mitten aus dem Leben, vom Samba Carneval in Bremen...
    Bunt, laut, schrill...
    Liebe Grüße in den Westen
    MAren
  • Harry B.P. Jaeger 26. Februar 2011, 13:29

    ich lasse mich schockgefrieren ;-)
    ist umweltfreundlicher .....

    lg Harry