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Bärbl


Pro Mitglied

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-Museum Brandhorst-
München


Langsam stirbt,

wer die Leidenschaft vermeidet,
wer Schwarz dem Weiß und das Tüpfelchen auf dem „i„ bevorzugt,
anstatt einer Vielfalt von Emotionen,
eben solche, die die Augen glänzen lassen,
solche die ein Gähnen in ein Lächeln verwandeln,
solche die das Herz
in Gegenwart eines Fehlers und Gefühlen hoch schlagen lassen.

Langsam stirbt,
wer den Tisch nicht umstülpt,
wenn er sich unglücklich auf seiner Arbeit fühlt,
wer um einen Traum zu verfolgen
die Sicherheit für Unsicherheit nicht riskiert,
wer sich nicht einmal in seinem Leben die Freiheit nimmt,
sich vernünftigen Ratschlägen zu entziehen.

Langsam stirbt,
wer nicht reist,
wer nicht liest,
wer keine Musik hört,
wer nicht das Edle in sich selbst findet.

Langsam stirbt,
wer die Liebe zu sich selbst zerstört;
wer sich nicht helfen lässt.
Langsam stirbt,
wer die Tage damit verbringt,
über sein Unglück
oder über den ununterbrochenen Regen zu klagen.

Langsam stirbt,
wer ein Projekt abschreibt, bevor er es beginnt;
wer keine Fragen stellt zu Argumenten, die er nicht kennt;
wer nicht antwortet, wenn man ihn nach etwas fragt, das er weiß.

Vermeiden wir den Tod in kleinen Raten,
in dem wir uns immer erinnern,
dass leben eine viel größere Anstrengung bedarf,
als nur die einfache Tatsache zu atmen.

Nur die unauslöschliche Geduld
wird zu einer wunderbaren Glückseligkeit führen.

-Pablo Neruda-

Kommentare 10

  • Uschi Pechloff 7. November 2012, 14:56

    Er tut mir leid! Soviel langweilige Kunst, man kann schon Pech haben am Arbeitsplatz.
    Aber ein starkes Bild. LG Uschi
  • - pierrick - 9. Oktober 2012, 19:37

    +++
  • Michael Jo. 30. September 2012, 20:53

    ' Gänsehaut'-Prosa ist treffend !

    Rätsele noch: hattest Du zuerst das Gedicht im Kopf
    und dann das passende Motiv dazu entdeckt,
    oder war es umgekehrt .. ?

    kalter Schauer über den Rücken,
    beim länger Verweilen hier;
    Bildaussage und Text .. !
    - und der Museumswärter im Sog der Fluchtlinien ..,
    so wird ein Bild gemacht .., Respekt !

    lb. Gruß, Michael
  • Renate Wagner 30. September 2012, 9:43

    was für ein gänsehautgedicht zu diesem tollen motiv!
    natürlich wäre es optimaler gewesen, den mann zwischen die 2 bilder zu bitten, aber so etwas würde ich mich nie trauen..... allein seinen kritischen blick finde ich schon gelungen...
    lg, renate
  • dasdritteauge 29. September 2012, 22:58


    sehr cooles bild :-)

    liebe grüße vom 3auge

  • Rolf Endermann 29. September 2012, 19:23

    Der Aufbau gefällt mir,aber vielleicht wäre es noch etwas aussagestärker,wenn er zwischen den beiden Bildern gestanden hätte,ich bin mir aber nicht so sicher.
    Ciao ROLF
  • Heiko Schulz ² 28. September 2012, 18:55

    Die gelben Kreuze knallen richtig in diesem eher schwarz weiß gehaltenen Foto. Finde ich total klasse - auch die Perspektive des Raumes, der durch die Bilderflucht betont wird.
    LG, Heiko.
  • Martin Koslowsky 28. September 2012, 12:04

    Na, der Typ schaut ja "recht freundlich". Wieder ein ganz tolles Bild. VG Martin
  • werner thuleweit 28. September 2012, 9:23

    Deine Arbeit überzeugt durch die grafische Wirkung, die du gekonnt herausgearbeitet hast und fordert dazu auf, sich näher mit dem Museum auseinanderzusetzen.
    Die von dir ausgewählten Nerudaverse können zur persönlichen Standortbestimmung beitragen.
    Mögen Kultur, Lyrik, Fotografie und bildende Kunst ein Kompass in diesem Sinne sein.
    Beste Grüsse
    Werner
  • Eduardo Zaragoza 28. September 2012, 0:31

    I like it!!!!