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kkOtheone


Free Mitglied, Tecklenburg

Aussenseiter

Überall, wo es Gemeinschaften mit sozialen Normen und Werten gibt, gehört zu ihnen auch eine (oft implizite) Regelung für Normbrecher (hier nicht einschlägig) und ferner eine Regelung, welche sozialen Akteure gar nicht erst darunter fallen, so dass man große soziale Distanz zu ihnen zu halten sucht. Nach welchen Kriterien diese „Außenseiter“ aufgrund von deviantem Verhalten ausgeschlossen werden, ist sehr unterschiedlich; große Gruppierungen können durch Herrschaftsverhältnisse in diese Kategorie eingeordnet werden, wie etwa in einer Kastengesellschaft die Parias. Auf den für die Betroffenen sehr merkliche, sonst aber unauffällige Weise ist dieser soziale Prozess der Distanzierung als Exklusion schwächer oder stärker allgegenwärtig.

Beim Ziehen der Grenzen orientiert sich die Gesellschaft zunächst an der Norm, dem Durchschnitt, der Menge, der Masse, dem Meisten, dem kulturellen, sozialen und politischen Mainstream. Und zweitens an der Norm im Sinne des Normierten, des Üblichen, an der Regel. Was außerhalb der Grenzen liegt, lässt sich subsumieren als die Marginalität, die Randständigkeit, das Sekundäre, das Unwesentliche, das nicht zum Zentrum gehörende, die Andersartigkeit, das Ausgegrenzte, das nicht weiter Beachtete, das Abseits, das verschroben Abseitige, das Außenseitertum im abenteuerlichsten, im romantischsten Sinne (es gibt einen Film mit Jean-Paul Belmondo: Der Außenseiter / Le Marginal), die Periphere, das nicht fest zu einem Bereich Zuordbare, das Freie. Außenseitertum und Marginalität (in diesem Sinne nicht gleichgesetzt mit der sozialen und ökonomischen Marginalisierung) können also im Positiven auch Freiheit bedeuten – man denke an franz. la marge = 'der Spielraum' und an lat. margo = 'die Grenze', die Marge, die man ziehen und überschreiten kann: die schützende, die sichernde Grenze, aber auch die zu schützende, die zu sichernde, das heißt die ausschließende, die abweisende Grenze – und je nach Standpunkt auch das Exklusive, das Elitäre, das Herausgehobene, das Spezielle oder das zu Unrecht Verkannte (vgl.: Exzentriker, Dandy, Einzelgänger).

Kommentare 5

  • Ine' 14. Juni 2011, 21:39

    Hast du darüber deine Doktorarbeit geschrieben...
    ich find auch weniger ist oft mehr, das Foto ist gut und wirkt für sich.
    Außerdem ist das, was Anders ist, viel interessanter
    als die breite Masse. Sich abzuheben ist den eigenen
    Stil zu entwickeln.

    LG Ine'
  • Veit Schagow 12. Juni 2011, 23:34

    Das ist eine originelle Idee, insbesondere gefällt mir die colourkey-Bearbeitung.

    Japanische Zierkirsche
    Japanische Zierkirsche
    Veit Schagow


    Viele Grüße!
    Veit
  • Maiarisli 28. Januar 2011, 19:39

    oh oh
    dann bin ich rot

    a liaba gruass
  • kkOtheone 28. Januar 2011, 18:13

    Aussenseiter heisst nur das jemand anders ist , und genau das steht in dem text. Aussenseiter heist doch nicht = schlecht, sondern nur anders. Und desxwegen ist der Apfel rot und der resst farblos, also gleich (nicht anders).

    LG
  • clickmaniac 28. Januar 2011, 13:41

    Gemäß meiner Profilaussage bewerte ich keine Fotos mehr.
    Meine Frage an dich. Schmälerst du nicht den Eindruck deines Apfelfotos (warum ist der Außenseiter rot?) durch den langen sozio-philosophischen Text? Wäre weniger nicht mehr?
    Einer meiner schärfsten Kritiker bemängelt sogar meine dürftigen 3-4 Zeiler genau aus diesem Grund. Sein Vorschlag war sogar, nicht einmal einen Titel anzugeben, sondern nur das Foto wirken zu lassen.
    Wie gesagt keine Kritik - nur eine Frage.

    Gruß, Rudolf