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aus dem Sack gelassen

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Carsten Heinecke


Basic Mitglied, Oldenburg

aus dem Sack gelassen

Was ist das denn für eine graue Motte? Wenn ihr soetwas denkt, möchte ich euch sagen, dass es sich bei diesem Falter um den Schwarzen Sackträger (Acanthopsyche atra) handelt, der in Niedersachsen vom Aussterben bedroht ist. Die Larven der Sackträger spinnen sich aus ihrer Seide einen passenden Sack, den sie in arttypischer Weise mit Pflanzenteilchen oder Steinchen dekorieren. Allein aufgrund der Säcke kann man also die einzelnen Arten unterscheiden. Wenn sie groß sind, verpuppen sie sich in ihrem Sack. Daraus entwickeln sich normal geflügelte Männchen (wie auf diesem Bild) oder madenförmige (also flügellose) Weibchen, die selbst zur Begattung und Eiablage in ihrem Sack bleiben. Nur die Männchen dürfen für eine kurze Zeit als fertig entwickelte Falter ihre Behausung verlassen. Weil sie aber aufgrund ihres verkümmerten Rüssels nicht zur Nahrungsaufnahme befähigt sind, leben sie nur sehr kurz - meist nicht länger als zwei Tage - und müssen in dieser Zeit möglichst ein artgleiches Weibchen finden und begatten. Das geht dann alles sehr schnell ... und dementsprechend rasant ist auch der Flug solcher Männchen. Kurzum, es ist ein absoluter Glücksfall, solch eine "graue Motte" im Gelände anzutreffen, zudem noch in frischem Zustand direkt neben dem dazu gehörigen Sack!

Kommentare 3

  • Dorothea P. 4. März 2013, 14:24

    Trotz der ungünstigen Position des Falters sehr schöne Freistellung!
    Gratuliere zu dem Fund und dem Foto!
    lg, Dorothea
  • rossi-hd 23. Februar 2013, 19:31

    Danke für die ausführliche Info. Interessant, wieder was gelernt.
    Wielange hast du denn auf dem Bauch gelegen ...
    LG Rossi
  • Reinhard L. 22. Februar 2013, 13:42

    Ein weiteres Beispiel für die Wunder, die die Welt der Falter bereit hält. Danke für die ausführliche Info.

    LG Reinhard

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Ordner Sackträger
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Kamera Canon EOS 400D DIGITAL
Objektiv ---
Blende 8
Belichtungszeit 1/60
Brennweite 90.0 mm
ISO 200