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Aufforderung zum Schreiben...

Aufforderung zum Schreiben...

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Lucius Sombre


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Aufforderung zum Schreiben...

... und zur Erinnerung daran, dass an seinem Anfang das weiße Blatt Papier steht, was sich im Dickicht des Geschriebenen so leicht vergisst. Ob Gedicht oder Erzählung, Essay oder Drama, der Herbst oder die Reise - alles ist jetzt noch offen, alles ist jetzt noch möglich. Das erste Wort, der erste Satz legen dann eine Spur, scheinen diesen Raum der reinen Möglichkeit zu verschließen. Muss aber das weiße Blatt Papier deshalb verschwunden sein? Und kann es in der Photographie sichtbar sein/bleiben/werden?

Kommentare 3

  • Lobo23 13. Juli 2013, 13:16

    Die rasante Verbreitung und Nutzung von Internet und Telekommunkation haben nach meinem Gefühl dafür gesorgt, dass die Fähigkeit, Gedanken und Gefühle in farbstarken Worten auf Papier zu schreiben, zusehends verlernt wird - wir stimulieren unsere Sinne stattdessen mit Signalen, die jeden Tag ein Stückchen höher über der ohnhin schon weit gespannten Bandbreite und dem Grundrauschen unserer Wahrnehmungen liegen...
    Dies ist ein schönes Foto eines sehr simplen alltäglichen Objekts. Es ist jedoch ebenfalls ein gutes Beispiel dafür, dass wir, wenn wir der Umgebung unseres täglichen Lebens genug Aufmerksamkeit schenken, interessante Objekte genau vor unserer Nase finden. Und wird das Objekt wie hier auf ungewöhnliche Weise in Szene gesetzt, können monotone Alltagssituationen zu bedenkenswerten Fotos werden.
    Aber zugleich ist es, trotz der alltäglichen Einfachheit, ein Foto, das je nach Betrachter verschiedene Geschichten erzählen kann.
    Der Fotograf hat die vorhandenen Linen gutgenutzt, um unseren Blick durch das Bild zu führen. Indem er sich auf Augenhöhe mit den "unbeschriebenen Blättern" begab, verdeutlicht er, dass das Sehen so viele Schichten wie die Realität hat: Zuerst muss man sich für die Szene entscheiden und dann am Motiv die lohnendste Perspektive finden, die mehr ist als nur ein Ausschnitt aus dem Ganzen.
    Das ist Dir sehr gut gelungen!
    LG. Lobo23
    ----------------
  • dersiebtesohn 9. Juli 2013, 0:08

    Der erste Satz geht immer leicht von der Hand, aber er gibt auch den Weg vor. Wie schön doch ein Blatt im Wind zu sein, unbeschrieben. Da kann noch alles werden. Und man harrt den Sätzen ohne sie niederzuschreiben, einfach im Wissen darum, dass man nichts festschreibt...

    Gruss
    W.
  • Margareta St. 6. Juli 2013, 14:30

    Heute, gerade heute, habe ich mir vorgenommen, einen Brief zu schreiben. Ein Brief, ist ein Dokument, das man immer wieder lesen kann. Eine E-Mail verschwindet nach kürzester Zeit in dem Orkus - und ist sogleich vergessen. Aber ein Brief ist eine Freude für mich, ich kann ihn hervorholen, eine Mail ist nur für den Augenblick, denn ich muss sie irgendwann einmal löchen, weil mein Speicherplatz begrenzt. So ist das.
    Dein Bild brachte mich auf diese Gedanken.
    LG Margareta

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