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A. Seidel


World Mitglied, Römerberg

Alles Käse !

auf dem Käsemarkt in Alkmaar.

Als Gründungjahr des Alkmaarschen Käseträgerzunft gilt der 17. Juni 1593. Die Stadt war aber bereits im Jahre 1365 im Besitz einer Käsewaage. Bis zum Ersten Weltkrieg war der Käsemarkt ein notwendiges Handelsgeschehen 1916 wurden durchschnittlich 300t. Käse pro Markttage umgesetzt. Damals dauerte der Markt bis 1 Uhr nachts. Seit 1939 ist Alkmaar die einzige Stadt in den Niederlanden, in der die Käsemarkttradition so lange erhalten geblieben ist.
Der Käsemarkt findet freitags von 10:00 bis 12:30 Uhr vom ersten Freitag im April bis ersten Freitag im September statt. Heutzutage wird dieser alte Brauch noch an 22 Freitagen auf dem 'Waagplein' (Waageplatz) vorgeführt. 1901 wurde das 'Waagplein' zum letzten Mahl vergrößert. Davor war der Platz praktisch vollkommen zugebaut. Die Vergrößerung des Platzes hielt gleichen Schritt mit dem Umfang des Käsehandels. Der jetzige Umsatz ist zwar noch keine 10% vom Umsatz zu Anfang dieses Jahrhunderts, der Touristenstrom dahingegen ist enorm gestiegen. Jährlich besuchen zirka 100.000 Menschen den Käsemarkt in Alkmaar. Sie kommen aus aller Herren Länder. Die Fernsehteams vieler Länder machen zusammen mit ihren bekannten Film- und Fernsehstarts Aufnahmen.
Im 17. Jahrhundert wurde der Käse ab Mai bis Allerheiligen jeden Freitag und Samstag verhandelt. In dieser Periode hatte jede Körperschaft (veem) eine eigene Käsewaage. Im 18. Jahrhundert fand der Käsemarkt an 4 Tagen in der Woche statt. Die Käseträgerzunft hatte keinen Schutzpatronen oder einen eigenen Altar in der Kirche. Ganz im Gegensatz zu den anderen Handwerkszünften wie die der Schumacher, Küfer, Kupferschmiede und Gerber. Dennoch ist ein Bibelspruch aus dem Jahre 1612 immer noch die Devise der alkmaarer Gilde:

"Eine falsche Waage ist dem Herren ein Greuel, aber ein volles Gewicht ist sein Wohlgefallen"

Das wie und warum der alkmaarer Käseträgergilde

Die alkmaarer Käseträgergilde sorgt für den Transport und für das Wiegen des Käses während des Käsemarktes am Freitag. Die Gilde zählt vier Körperschaften den so genannten 'vemen': jeder Körperschaft besteht aus sieben Mann und hat seine eigene Farbe: Rot, Gelb, Grün und Blau. An der Spitze jeder Körperschaft steht der Käsevater. Der Aufseher also. Als Zeichen seines Amtes trägt der Aufseher einen schwarzen Stock mit silbernem Knauf. Der Käseträger ist in seiner echten traditionellen Kluft gekleidet: einem schneeweißen Anzug und einem lackierten Strohhut in der Farbe seiner Körperschaft. Hat er Erfahrung, wird er 'vastman' genannt. Davor ist er der Nothelfer. Der älteste Käseträger einer Körperschaft nennt sich 'Tasman' (Taschenmann). Man erkennt ihn an seiner schwarzen Ledertasche, die er auf seinem Bauche trägt. Der Taschenmann setzt beim Wiegen des Käses die Gewichte auf die Waage. Alle zwei Jahre wird in jeder Körperschaft ein Vormann ernannt, der so genannte 'Obermann'. Man kann ihn an einem kleinen silbernen Schild erkennen, das er an einem Band in der Farbe seiner Körperschaft trägt. Der Gildevorstand ernennt einen Profos (Vorsteher) und einen Knecht. Der Profos ist dem Gildevorstand behilflich und wird von den Käseträgern Henker genannt. Er schreibt die Käsetrager, die zu spät kommen, an das Schandbrett und kassiert die Buße, die damit verbunden ist. Den Profos erkennt man an seiner silbernen Käsetragbahre, die befestigt ist an einem Band in der Farbe seiner Körperschaft. Der Knecht ist der Gelegenheitsarbeiter der Gilde. Ehe die Käseträgergilde in Aktion tritt wird der Käse aus den Lastwagen ausgeladen den und in langen Reihen auf dem Platz aufgestapelt. Die Käsestapler werden Setzer genannt. Nach dem Läuten der Anfangsglocke um 10 Uhr beladen die Setzer die Tragbahren, daraufhin werden sie von den Käseträgern zu den Waagen getragen und gewogen. Beeidigte Waagemeister beaufsichtigen das Wiegen und machen die Eintragungen in die Waageformulare. In der Zwischenzeit bestimmen Händler und Beschauer die Qualität des zugeführten Käses und feilschen um den Preis. Der zwischen Verkäufer und Käufer abgeschlossene Handel wird mit einem Handschlag der jeweils rechten Hand besiegelt. Nach Feilschen und Wiegen bringen die Käseträger die Partie Käse zum Transportmittel des Käufers.

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