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Ginger White: DURCH DIE WÜSTE

(1. Kapitel siehe unter:)

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werner weis


2. Kapitel

Ich habe mein Tagebuch seit Tagen nicht mehr angerührt seitdem. Ich habe es nur mitgenommen. Es landete mit mir in Warschau. Dort stand schon das Wohnmobil bereit. Jedenfalls sah diese Fahrzeug mir auf den ersten Blick so aus. Es war allerdings ein Labor auf Rädern. Die Fahrt dauerte 4 Tage. Wir fuhren ununterbrochen, die beiden anderen wechselten sich am Steuer ab. Jeweils einer von Ihnen wies mich ein. Dann stiegen wir in eine Zweimotorige um und flogen noch einmal 3 Tage.

Sie hatten Verluste eingefahren. Das war der Zentrale gar nicht recht gewesen. Piet und Solka duzten mich sofort. Sie konnen ziemlich gut Deutsch. Warum auch immer. Später erfuhr ich es. Sie waren in den letzten 3 Jahrzehnten an allen Stauseen im Harz gewesen. Immer jeweils in der Endphase waren sie dort als Bauprüf die letzten Tage.

Vor Ort, in Udscha angekommen, wobei ich mir immer noch nicht ganz sicher bin, wie wir es in unseren Buchstaben schreiben, von dort hier jetzt das erste Foto. Es ist hier zur Zeit Hochsommer. Ein besonders heißer. Das will was heißen. Im Moment bin ich in einem Zelt für mich allein untergebracht. Dies ist mir nur recht. Ich habe Filz-Decken ohne Ende. Nie ist es nachts also kalt für mich.

Wenn man hier Körperpflege macht, dann nur in den Saunahütten. Toll ist, dass hier gerade "7 Wochen ohne" läuft. Wodka natürlich, ohne Wodka. Stattdessen gibt es laufend Schwarztee aus dem Samowhar, mit Honig.
Beuys würde sich hier wohl fühlen. Piet bekam hier am dritten Tag Fieber, sie nennen es Taiga-Grippe, warum auch immer. Er kam in den Quarantäne-Bulli. Halbstündlich gehen entweder ich, Solka oder Mirko oder Waldemar zu ihm. Lech hielt sich da raus. Er war zu nervös von anderen Dingen.

Meine erster Job nach der Einarbeitung war eine Nacht am Scheide-Hahn. Da immer noch zu wenig nachgedrückt wurde, musste per Hand - dies ganz typisch für die Mentalität hier - musste jeweils per Hand verteilt werden. Ganz nach Gefühl. Die Nord- und die Süd-Line sollten über Nacht immer gleich viele Hektoliter abbekommen. Ich saß da also, las in Karl Mays "Der Schut" und jeweils nach 10 Seiten wechselte ich den Ablauf, mal zehn Seiten Süd, dann wieder 10 Seiten Nord - die Nacht verging. Ich saß die ganze Zeit kerzengerade auf einem armlehnelosen Eichenholzstuhl mit einer perfekten Lehne und perfekten Maßen (ich werde versuchen, ihn mitzunehmen) und hielt mich durch meine Rituale hellwach: Alle halbe Stunde vor den Spiegel, die verschwitzten Haare glatt ausbürsten, Gesichstcreme einmassieren, Salzwasser durch beide Nasengänge spülen und dann erst drei Becher Tee mit Honig aus dem Samowhar. Die Nacht verging wie eine Tarifrunde. Der Sternenhimmel war frostklar.

Hier seht Ihr mich morgens. Zehn Minuten später fiel ich quasie bewusstlos ins Zelt und legte 5 Filzdecken unter und drei drüber und schlief bis 17:25 Uhr durch.

Kommentare 6

  • dannpet 1. August 2017, 21:29

    ... Doch bereiste ich die Weiten Russlands nicht beruflich, sondern anno 2004 als Privat Person mit dem eigenen 'Awtomobil'. Darüber jedoch sollte ich eine eigene Story verfassen. Der Titel könnte lauten: "Ein Deutscher, vier Letten On- und Offroad auf der Suche nach Mütterchen Russland. - Banja - Baba - Balagan -"
    (Riga - Tver - Moskau - Nowgorod - Sankt Petersburg - Riga)

    Zurück zu deiner Story:
    Die russische Sauna - Banja, du schreibst: 'Sauna ja, Wodka nein'. Das deckt sich nicht mit dem, was Müttchen Russland dem Gast verspricht. :D

    Habe deine Geschichte also bis hier her verfolgt und dich am Ende im Tiefschlaf vorgefunden. Nun hoffe ich natürlich auf das 3. Kapitel, irgendwo habe ich gelesen (hab's wieder aus den Augen verloren) es handle sich um eine Seereise, hm da könnte ich mich vielleicht beruflich wiederfinden?





    Wenn ich mich nun irgendwann an meine Russland-Story wagen sollte, dann werde ich den Rat, den du mir gabest jedenfalls beherzigen: Auch verworfene Entwürfe niemals nich löschen tun !!!

    ... ...
    • werner weis 6. August 2017, 7:14

      In Frantzens "Korrekturen" lese ich gerade ein Litauen-Kapitel,
      das nicht in den alten Tundren und Taigas spielt, sondern im
      Second-Hand-Life kämpft ...
    • dannpet 6. August 2017, 9:09

      Dann weiß ich jetzt, was ich ich demnächst lesen werde ;-)
  • werner weis 13. Mai 2009, 13:40

    hier könnte das 3. Kapitel spielen/enden:



  • weber henry 7. Mai 2009, 23:14

    Ein trist melancholisch Walzer von Chopin
    und auch Dein anderes Auge ist wieder da!
    Gruss Henry
  • Brigitte Specht 7. Mai 2009, 21:18

    ...das hört sich für mich gar nicht gut an, das ist purer Streß...::::)) !!
    L.G.Brigitte